Vor Deutschlands Wohnhäusern ist es bunt. Gelbe, braune, grüne, blaue und graue Tonnen bringen Farbe in die Müllentsorgung - und die Deutschen halten sich brav an die Regeln. Und das ist auch gut so. Denn die Deponien wachsen immer weiter, mit Bergen aus Müll, der verbrannt oder einfach der Verrottung überlassen wird. Müll dagegen, der dem Recycling zugeführt wird, kann wieder verwendet werden.

Die Notwendigkeit von Recycling

Recycling ist ein Nebeneffekt unserer Wegwerfgesellschaft. Vor der Industrialisierung war es gang und gäbe, Gegenstände so lange zu benutzen, wie es nur geht. Was dann am Ende doch weggeworfen wurde, war meistens sowieso aus organischem Material und verrottete von selbst. Heute aber gibt es alles im Überfluss. Viele Gegenstände werden nur für die einmalige Benutzung hergestellt und landen dann auf dem Müll. Da der meiste Müll auf Deponien außerdem heute nicht mehr einfach so zerfällt, sondern viele lange Jahre bestehen bleibt und dabei auch noch die Umwelt angreift, ist Recycling wichtig. Denn Recycling ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Wiederverwertung. Die zur Herstellung benutzten Rohstoffe werden weiter im Produktionskreislauf gehalten. Das bedeutet etwa, dass Gegenstände wieder verwendet werden, wie Glasflaschen nach der Reinigung. Oder aber, dass Produkte in ihre Bestandteile zersetzt werden. Daraus stellt man entweder dasselbe Produkt noch mal her, wie beim Papier, oder man verwendet die Rohstoffe anderweitig.

Recycling – was kann wieder gewonnen werden?

Unglaublich, aber wahr: Pro Jahr verursacht ein Deutscher durchschnittlich ungefähr 580 Kilogramm Müll! Doch der Deutsche liebt sein Recycling System und so wandern pro Jahr 205 Kilo davon in die Mülltrennung. Und das zu recht. Egal ob gelbe Tonne für Verpackung oder blaue Tonne für Altpapier: Wer den Müll sauber trennt, hilft aktiv der Umwelt. Denn alles was über das Recycling gesammelt wird, kann wieder verwendet werden. So werden heute fast alle Zeitungen auf recyceltem Umweltpapier gedruckt. Das Einschmelzen von Glasflaschen ist ebenfalls sehr ergiebig, denn das Glas einer eingeschmolzenen Flasche kann zu 100 Prozent wieder für eine neue Flasche eingesetzt werden. Und das bei einem vergleichsweise geringem Aufwand: Das Einschmelzen von Glas benötigt weitaus weniger Energie als die Herstellung von neuem Glas. Allerdings nur dann, wenn die Altglasflaschen nach Farben sortiert und separat eingeschmolzen wurden. Eine maschinelle Trennung der Farben kostet viel Energie zusätzlich. Daher sollten Flaschen nach Farben getrennt in den Altglascontainer wandern. Generell kann man fast alles recyceln, allerdings muss man dabei immer das Kosten-Nutzungs-Verhältnis betrachten, da bei manchen Materialien die Wiederaufbereitung mehr Energie verschlingt als die Herstellung von neuem Material. Am sinnvollsten bleibt es, Gegenstände so lange zu benutzen, wie es nur geht.

Richtiges Recycling

Recycling ist ein Wirtschaftsbereich, in dem es immer wieder neue Impulse gibt. Neu ist zum Beispiel das System, das Deckel von Marmeladengläsern, Korken oder andere Materialien automatisch aussortiert. Wer also heute zum Glascontainer geht, muss nicht mehr mühevoll alle Deckel abschrauben, das macht die Technik später im Abfallcenter. Auch ist es unnötig, die Plastikbecher und Dosen, die man in die gelbe Tonne wirft, vorher auszuspülen. Zwar kann es dann in der Tonne schneller unangenehm riechen. Aber der Umwelt schadet es weitaus mehr, wenn bei jedem einzelnen Joghurtbecher Wasser und Spülmittel zum Reinigen verwendet wird. Beim Recycling stören kleine Reste von Lebensmitteln nicht. Beim Recycling von Papier sollte man jedoch vorsichtig sein. Nur normales, unbeschichtetes Papier darf in die blaue Tonne, also Zeitungen, Briefe oder Notizzettel. Backpapier, Getränkekartons oder Fotos gehören allerdings nicht zum Papiermüll, da sie nicht mit derselben Methode wie normales Papier in ihre Bestandteile zersetzt werden können. Papiertaschentücher, Katzenstreu und Vogelsand sind dagegen kompostierbar, man kann es auf den Kompost oder in die grüne Tonne geben. Auch Kaffeefilter oder Essensreste können zum Bioabfall, wer sie allerdings auf den Komposthaufen wirft, sollte sie in Papier einwickeln. So verhindert man eine Plünderung des Komposts durch hungrige Tiere.

Recycling ist mehr, als nur die Glasflaschen in die richtige Tonne zu werfen. Der Grundgedanke von Recycling ist ein bewusster Umgang mit den Ressourcen. Müll vermeiden und wenn möglich ihn zu verwerten hilft nicht nur der Umwelt und schont die Rohstoffe, sondern auch den Geldbeutel.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion

Datum: 14. Januar 2010