Die Sonne ist die größte Energiequelle der Erde. Im Gegensatz zur Kernkraft ist Sonnenenergie eine erneuerbare Energie. Das bedeutet, dass die Energiequelle nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich ist, da die Sonne eine voraussichtliche Brenndauer von noch etwa 5 Milliarden Jahren hat. Die Nutzung der Sonnenenergie wird in Deutschland gefördert, zum Beispiel durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Energie sparen durch Solarstrom

Es gibt zwei verschiedene Arten, um Solarstrom zu gewinnen: Photovoltaik oder Solarthermie. In Deutschland spielt die Solarthermie, die die Wärme der Sonne zur Energiegewinnung nutzt, so gut wie keine Rolle. Die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen wird dagegen hierzulande stark gefördert. Mit dieser Technik wird der Strom aus der Lichtenergie der Sonnenstrahlen gewonnen. Durch den Lichteinfall auf Solarzellen, die meist aus Silizium bestehen, entsteht elektrische Ladung. Diese lässt sich über Kontakte ableiten und nutzen. Je höher die Menge der einfallenden Strahlen, desto höher ist der Stromertrag. Deshalb spielt die Ausrichtung der Solarzellen eine entscheidende Rolle. Besonders gut für die Installation einer Solaranlage eignet sich ein Hausdach. Die perfekte Ausrichtung für Solarzellen ist exakt in Richtung Süden, bei einer Dachneigung von 30 Grad. So lässt sich der höchste Stromertrag erreichen, aber auch eine Südost- oder Südwest-Orientierung ist noch rentabel. Die Zahl der installierten Solaranlagen nimmt hierzulande von Jahr zu Jahr zu. Deutschland ist sogar weltweit führend auf dem Gebiet der Stromgewinnung aus Photovoltaik - sowohl was die Produktion, die Forschung als auch die Nachfrage angeht. Mittlerweile gibt es Solaranlagen nicht mehr nur für das Dach, sondern auch für ganze Fassaden oder verstellbare Schattensegel an der Hauswand. Momentan ist es noch nicht möglich, seinen Privathaushalt ganzjährig durch eigens erzeugten Solarstrom zu versorgen. Rentabel wird Solarenergie durch die Förderung des Staates, was die alternative Stromversorgung für Eigenheimbesitzer und Investoren interessant macht.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Der Deutsche Staat fördert die private Stromgewinnung durch Sonnenenergie per Gesetz. Entschließen Sie sich dazu, eine private Solaranlage bei sich zu installieren, erhalten Sie finanzielle Vergünstigungen. Das EEG verpflichtet Ihren regionalen Netzbetreiber dazu, Ihnen den Solarstrom abzukaufen. Sie als Stromerzeuger erhalten eine hohe Vergütung für die Einspeisung Ihres Stroms in das öffentliche Stromnetz. Diese Vergütung ist für die nächsten 20 Jahre in Form eines Festpreises garantiert. Außerdem erhalten Sie für die Finanzierung der Solaranlage einen zinsgünstigen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der durch die Hausbank geregelt wird.

Standort der Solaranlage

Um Solarstrom zu gewinnen, brauchen die Solarzellen einfallende Sonnenstrahlen. Je höher die Menge an Sonnenstrahlen, desto größer ist auch der Ertrag an Solarstrom. Die höchste Quote an Sonnenstrahlung liegt auf dem Äquator, da die Strahlen dort senkrecht einfallen. Je weiter die Entfernung zum Äquator ist, desto weniger Sonnenstrahlen treffen auf die Erdoberfläche. Somit sind Standorte in Äquatornähe effizienter bei der Stromgewinnung als sehr weit nördlich oder südlich gelegene. In Deutschland bietet sich von daher eine Solaranlage in Bayern eher an als eine in Hamburg. Deutschland liegt als mitteleuropäischer Staat insgesamt etwa im Mittelmaß, was die Sonneneinstrahlung betrifft. Die Strahlungsintensität liegt hierzulande circa bei 1050 kWh/m². Zum Vergleich: In Grönland beträgt die jährliche Sonneneinstrahlung 750 kWh/m² und in Spanien 1500 kWh/m².

Energie sparen und andere Vorteile

Bei der Gewinnung von Solarstrom entstehen keine Co2-Emissionen, was zu Zeiten des Klimawandels und der Erderwärmung enorm wichtig für die Umwelt ist. Außerdem schafft Solarstrom Unabhängigkeit von den Öl liefernden Ländern. Lange Transportwege, die immer mit Energieverlust und Kosten verbunden sind, fallen weg. Legen Sie sich als Eigenheimbesitzer eine Solaranlage zu, werden Sie die Kosten für die Installation je nach Größe, Effizienz usw. der Anlage, nach aktuellem Kenntnisstand etwa in zehn bis 13 Jahren erwirtschaftet haben. Da Sonnenenergie eine erneuerbare Energiequelle ist, kann man davon ausgehen, dass die Energiepreise im Gegensatz zu anderen Energielieferanten bei Solarstrom nicht steigen werden.

Die Nachteile

Die Kosten einer Solaranlage sind momentan noch so hoch, dass eine Installation sehr teuer ist. Außerdem ist die Solartechnik entscheidend von den Wetterbedingungen abhängig, in Deutschland ist eine ganzjährige Versorgung ohne Reserven deshalb noch nicht möglich. Ein weiterer Nachteil ist die Herstellung von Solarzellen. Die bestehen nämlich aus Chemikalien und umweltschädigenden Materialien, die ihre Entsorgung sehr umweltschädlich machen.

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Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

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