Benzin oder Motorenbenzin, wie es korrekterweise bezeichnet wird, wird aus Erdöl gewonnen. Dieser aus Kohlenwasserstoffen bestehende Rohstoff wird in Erdölraffinerien durch ein spezielles Destillationsverfahren in unterschiedliche Fraktionen getrennt. Hierbei wird der Rohstoff in einer sogenannten Kolonne erhitzt, in der die Temperatur unten am höchsten ist und nach oben hin abfällt. In den unterschiedlichen Höhen sammeln sich somit verschiedene Bestandteile, wie leichtes Heizöl und Dieselkraftstoff, Kerosin sowie Gas und Leichtbenzin. Um die Qualität zu erhöhen, wird das Benzin noch mit anderen Komponenten gemischt, bevor es die Raffinerien verlässt.

Von der Gewinnung des Rohöls, über die Verarbeitung, bis zum Verkauf an die Endverbraucher gibt es viele Schritte, die den Preis des Benzins erhöhen. Mit diesem Argument versuchen die Ölkonzerne die hohen Preise zu rechtfertigen und argumentieren, dass der Tankstellenpreis somit nicht direkt vom Rohölpreis abhängt. Es ist schwer gegen diese Behauptung zu argumentieren, denn die Konzerne halten alle Stufen der Wertschöpfungskette selbst in der Hand. Was zwischen der Förderung des Öls und dem Verkauf des Benzins an die Tankstellen passiert, liegt weitgehend im Dunkeln. Ob die hohen Benzinpreise also tatsächlich gerechtfertigt sind, kann angezweifelt werden.

Benzin sparen

Auch die Endverbraucher stellen sich im Moment die Frage, ob der Handel mit den Kraftstoffen noch mit rechten Dingen zugeht. Der aktuelle Benzinpreis droht so hoch wie nie zuvor zu steigen und viele Autofahrer fragen sich, wie sie das alles noch bezahlen sollen. Es gibt jedoch Wege, wie man Benzin spart und somit auch unnötige Geldverschwendung vermeidet. Es gibt Situationen, in denen man sich schnell ins Auto setzt, obwohl man die Strecke auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen könnte. Kurze Fahrten mit dem Auto sind meist die teuersten, da ein kalter Motor mehr Kraftstoff verbraucht. Das können auf 100 Kilometer bis zu 30 Liter sein. Dies ist ein gutes Argument, mal mit dem Fahrrad zu fahren. Darüber hinaus hat diese Alternative sogar noch andere positiven Nebeneffekte: Man bleibt in Bewegung, hält sich fit und schont die Umwelt.

Lässt es sich nicht vermeiden mit dem Auto zu fahren, zum Beispiel wenn man zur Arbeit muss oder in den Urlaub fährt, gibt es trotzdem Möglichkeiten, weniger Benzin zu verbrauchen. Hat man den Motor gestartet, ist es unnötig ihn warmlaufen zu lassen, auch das zusätzliche Gasgeben sollte man vermeiden. Nach dem Anrollen empfielt es sich, schnellstmöglich in den zweiten Gang zu schalten, denn im ersten Gang verbraucht der Motor den meisten Sprit. Wer frühzeitig in einen höheren Gang schaltet, kann generell Benzin sparen. Dabei kann das Gaspedal beim Beschleunigen ruhig richtig durchgetreten werden, denn im höherem Gang mit viel Gas zu fahren ist sparsamer als mit weniger Gas im niedrigen Gang. Im Stadtverkehr kostet ständiges Beschleunigen und Bremsen Energie, das man durch vorrausschauendes Fahren ganz leicht vermeiden kann. Auch beim Reisen empfiehlt es sich, ein konstantes Tempo zu halten, das mindestens 20 Prozent unter der Höchstgeschwindigkeit liegen sollte.

Bereits vor der Abfahrt können Vorbereitungen getroffen werden, die den Benzinverbrauch vermindern. Man sollte vermeiden, überflüssige Lasten im Auto zu transportieren, da ein leichteres Auto weniger Treibstoff benötigt. Ein unnötiges Übergewicht von 100 Kilogramm erhöht den Verbrauch um etwa 0,5 Liter auf 100 Kilometer. Ein zu hoher Rollwiderstand kann ebenfalls der Grund für erhöhten Benzinverbrauch sein, daher empfiehlt sich ein höherer Reifendruck, der allerdings nie höher sein sollte, als der Hersteller bei voller Zuladung empfiehlt. Ein übergroßer Reifendruck kann nämlich dazu führen, dass bei nasser und glatter Fahrbahn das Fahrzeug schneller rutscht. Fahrräder, Skiboxen oder Heckträger am Auto erhöhen bei hohem Tempo den Luftwiderstand und sollten, wenn möglich, abmontiert werden. Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich, dass bei schneller Fahrt die Fenster geschlossen bleiben und stattdessen lieber die Klimaanlage eingeschaltet wird. Da letztere aber auch Energie verbraucht und sich somit auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt, ist es an heißen Tagen sinnvoll, sein aufgewärmtes Auto zunächst gut durchzulüften, bevor die Klimaanlage eingeschaltet wird.

Sparsam ohne Benzin

Eine etwas andere Alternative zum Benzinsparen bietet das Autogas, ein Flüssiggas, das auch als Kraftstoff für Ottomotoren verwendet werden kann. Allerdings ist diese Maßmahme zunächst mit einer Investition verbunden, denn der Motor muss erst umgerüstet werden. Diese Investition kann sich allerdings lohnen, denn der Durchschnittspreis für Autogas liegt bei 60 Cent pro Liter. Der Preis für den Umbau liegt etwa zwischen 1150 und 3500 Euro, ist jedoch relativ unkomplziert. Je nach Größe des Tanks gibt es verschiedene Einbaumöglichkeiten. Bei einem Tankvolumen zwischen 34 und 94 Liter kann er in der Reserveradmulde eingebaut werden. Größere Tanks, zwischen 60 und 200 Liter, werden im Kofferraum eingebaut. Auch die Reichweite richtet sich nach Tankgröße und Verbrauch und liegt zwischen 350 und 1000 Kilometern. Der Vorteil daran ist, dass der Motor auch nach wie vor mit Benzin betrieben werden kann. Das Umschalten zwischen diesen beiden Kraftstoffbetrieben geschieht entweder automatisch oder manuell während der Fahrt. Ein weiterer Vorteil ist, das das Flüssiggas umweltfreundlicher ist als Benzin. So schont man nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion