Elektrofahrräder sind noch ein vergleichsweise junger Trend. Im Jahr 2007 machten Elektrofahrräder gerade einmal 1,5 Prozent der verkauften Fahrräder überhaupt aus. Demnach ist der Markt für diese neuartigen Fortbewegungsmittel noch nicht besonders groß. Zwar sind sie heute immer noch selten im Straßenverkehr zu sehen, aber tendenziell steigt die Nachfrage nach ihnen. Und in der Tat weisen sie eine ganze Menge Vorteile auf. Vor allem für ältere Menschen sind Elektrofahrräder eine willkommene Ergänzung. Steigungen sind mit ihnen kein Problem mehr, und Leute mit körperlichen Beeinträchtigungen müssen nicht auf einen Ausflug mit dem Rad verzichten. Aber auch Berufspendler, die ohne Schwitzen zur Arbeit fahren können, profitieren von der neuen Technik. Ein weiterer Vorteil ist, dass für bestimmte kurze Strecken, die man sonst mit einem Auto zurücklegen würde, Elektrofahrräder eine vergleichsweise kostengünstige und umweltschonende Alternative sind.

Wie funktionieren Elektrofahrräder?

Generell unterscheidet man dabei Elektrofahrräder, deren Motor das Treten der Pedale unterstützt und solche, die ganz ohne Tretbewegung auskommen. Wenn Elektrofahrräder sowohl von menschlicher Muskelkraft als auch von einem Motor angetrieben werden, handelt es sich um einen Hybridantrieb. Diese Elektrofahrräder werden hierzulande Pedelecs genannt und sind rechtlich gesehen immer noch reine Fahrräder. Ihr Name leitet sich aus dem Englischen ab und steht für Pedal Electric Cycle. Vorteile eines Pedelecs sind auch, dass keine Steuern anfallen. Eine Alternative dazu besteht aus einer unlimitierten Tretunterstützung. In Deutschland wird für diese Art des Elektrofahrrads ein Mofa-Führerschein erforderlich. Einen Helm tragen muss man allerdings auch bei ihnen nicht. Diese Form von Elektrofahrrädern ist allerdings nicht so populär wie die Pedelecs. Elektrofahrräder dürfen in Deutschland nicht schneller sein als 25 km/h. Auch wenn Elektrofahrräder äußerlich sehr einfach aussehen, steckt im Motor doch eine ganze Menge modernster Technik. Der Motor ist entweder in einem der Räder eingebaut oder befindet sich als Zentralantrieb hinter dem Tretlager. Der Akku von Elektrofahrrädern ist meist abnehmbar und kann in der Regel an einer normalen Steckdose wieder aufgeladen werden.

Elektrofahrräder im Test

Dass sich die Batterieleistung generell in den letzten zehn Jahren entscheidend verbessert hat, macht sich natürlich auch bei Elektrofahrrädern bemerkbar. So sind inzwischen auch längere Radtouren mit einem Elektrofahrrad kein Problem mehr, denn die Akkuleistung lässt einen Fahrer zwischen 40 und 80 Kilometern fahren. Aber Wundermittel sind Elektrofahrräder freilich auch nicht. Ein Nachteil ist natürlich, dass Elektrofahrräder tendenziell die eigene Faulheit begünstigen können. Auch sind Preise für Elektrofahrräder recht hoch: Die billigsten Modelle sind zwar schon für 800 Euro zu haben, aber diese Produkte sind nicht zu empfehlen. Im Durchschnitt kosten Elektrofahrräder um die 1600 Euro. Ein wirklich erstklassiges Modell aber ist häufig noch teurer. Der hohe Preis schreckt entsprechend viele potentielle Käufer ab. Deshalb ist es lohnenswert, sich vorher genau über das Angebot zu informieren. Die Preise ergeben sich hauptsächlich durch die Qualität des verwendeten Akkus. Ein weiterer Punkt, der bedacht werden sollte, ist die Tatsache, dass die Akkus von Elektrofahrrädern spätestens nach etwa vier bis fünf Jahren ausgetauscht werden müssen. Ein neues Modell kostet zwischen 200 und 900 Euro. Auch das Gewicht kann zu einem Problem werden: Mit zwischen 25 und 30 Kilogramm wiegen Elektrofahrräder schon eine ganze Menge mehr als normale Räder. Ohne eine Probefahrt sollte man natürlich auch kein Elektrofahrrad kaufen. Ein führendes Unternehmen im Bereich Elektrofahrräder ist die Schweizer Firma Flyer, die sich schon vor einigen Jahren auf diese Form von Fortbewegungsmitteln spezialisiert hat. Aber auch die älteste bestehende deutsche Fahrradmarke Hercules hat mittlerweile einige Modelle in ihrem Programm.

Die Stiftung Warentest hat allerdings bisher nur ein Modell bezüglich seiner Fahreigenschaften mit dem Prädikat "gut" bewertet: Das Modell City Blitz der renommierten Marke KTM fährt sich komfortabler als vergleichbare Modelle der Marken Epple und Yamaha. Im Gegensatz dazu allerdings lässt das KTM wiederum beim Thema Bruchsicherheit deutlich zu wünschen übrig. Eine ausführliche Analyse der Stiftung Warentest zum Thema Elektrofahrräder gibt es aber bis jetzt noch nicht. Auf ein insgesamt weitaus positiveres Gesamtergebnis kam ein Test des ADAC: Von zehn getesteten Modellen wurde keines schlechter als befriedigend bewertet. Fast alle Modelle bewegten sich in der oberen Güteklasse. Hier wurde das Modell Jetstream der Marke Riese+Müller Sieger mit einer Note von 1,2. Bei diesem Modell ist der Akku direkt in den Rahmen integriert, und man kann zwischen 8 und 24 Gängen wählen. Ein Preis von etwa 3500 Euro macht dieses Pedelec allerdings zu einer recht teuren Angelegenheit. Auf dem zweiten Platz im ADAC-Test landete das Modell I:SY der Firma Flyer. Es ist in einer Basisversion schon für knapp 1000 Euro weniger erhältlich. Noch günstiger ist der dritte Platz im Test: Das Kalkhoff Agattu gibt es schon für weniger als 2000 Euro und ist somit, was das Preis-Leistungs-Verthältnis angeht, in diesem Test der Gewinner.

Abschließend lässt sich sagen, dass es bezüglich Elektrofahrräder noch einen ausbaufähigen Markt gibt. Abgesehen vom hohen Preis sind diese Fortbewegungsmittel in Zukunft wohl aus dem Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken. Ihre Umweltfreundlichkeit ist dabei natürlich auch ein wichtiger Faktor, der Elektrofahrräder sympathisch macht. Allerdings sollte man sich bei der Auswahl genau überlegen, für was man das Rad verwenden möchte.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion