Eine ultimative Kaufempfehlung gibt es für eine Kamera nicht. Zu unterschiedlich sind die Kameratypen, zu viele Produkte sind auf dem Markt, als dass es eine perfekte Kamera für alle geben könnte. Wer eine Kamera kauft, sollte daher neben dem Preis und dem Design auf einige wichtige Funktionen der Kamera achten, damit der Beschenkte später auch beim Fotografieren lange seine Freude daran hat.

Die Kamera muss schnell sein

Eines der wichtigsten Kriterien das für ein gutes Gerät spricht, ist, wie schnell die Kamera das Foto auch tatsächlich macht, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat. Jeder, der schon einmal ein Foto von einem fahrenden Auto gemacht hat, weiß wie ärgerlich es ist, wenn das Auto beim Auslösen schon längst weiter gefahren ist und man auf dem fertigen Bild nur noch den Auspuff sieht. Wer gerne Bilder von sich bewegenden Motiven macht, muss deshalb unbedingt darauf achten, dass die Kamera eine kurze Auslöseverzögerung hat. Die testet man am besten direkt im Laden, meistens besteht die Möglichkeit, sich vom Verkäufer das Gerät auch mit Batterie vorführen zu lassen. Auch wichtig: Wie schnell ist die Kamera fotografierbereit, nachdem man den Anschaltknopf gedrückt hat? Wenn die Kamera minutenlang braucht, um bereit zu sein, kann es für den Schnappschuss in einer lustigen Situation schon zu spät sein.

Verwackelte Motive vermeiden

Die Belichtungszeit ist entscheidend für die Bildqualität. Denn es muss immer ausreichend Licht in die Kamera fallen, um das Motiv genauso wiederzugeben, wie es tatsächlich aussieht. Bei normalem Tageslicht ist das kein Problem. Denn hier muss die Blende der Kamera nur Bruchteile von Sekunden geöffnet sein, um ausreichend Licht aufzunehmen. Will man allerdings in der Dämmerung oder gar bei Nacht fotografieren, muss die Blende deutlich länger offen sein, damit genug Licht in die Kamera fallen kann. In dieser längeren Zeit werden die Bilder allerdings schnell verwackelt, weil man als Fotograf die Kamera nicht lang genug völlig still halten kann. Auch bei Sportfotografien oder herangezoomten Motiven werden Bilder schnell unscharf. Um das zu verhindern, sollte man beim Kauf auf jeden Fall auf einen eingebauten Bildstabilisator achten. Dieser gleicht Erschütterungen und leichtes Zittern aus und man bekommt deutlich schönere Fotos. Aber auch hierbei gibt es Unterscheide. Ein digitaler Bildstabilisator verhindert zwar verwackelte Bilder, aber bei gezoomten Motiven kann es das sogenannte Bildrauschen geben, die Fotos haben dann häufig winzige Farbflecke. Daher empfehlen Fotoexperten, entweder einen optischen oder einen mechanischen Bildstabilisator. Damit ist man immer auf der sicheren Seite.

Eine Kamera für jedermann

Überlegen Sie sich ebenfalls vor dem Kauf, ob der Beschenkte ein Fotoexperte ist, der gerne herumexperimentiert, oder sich nur ein handliches Gerät für Schnappschüsse wünscht. Bei Fotoliebhabern liegt man mit einer technisch hochwertigen Spiegelreflexkamera immer richtig, da man mit ihr professionelle Bilder machen kann. Die Kombination Spiegelreflexkamera und digitales Speichermedium - also nicht Film sondern Speicherkarte - gilt bei den meisten Experten als das Nonplusultra. Allerdings sind digitale Spiegelreflexkameras wegen der komplexen Mechanik im Inneren schwerer und größer als die normalen Digitalkameras und dadurch auch nicht gerade billig. Eine solche Kamera ist also eher für Fotoexperten geeignet. Will man mit der Kamera vor allem Schnappschüsse machen und sie bei Ausflügen immer in der Handtasche griffbereit haben, reicht auch eine kompakte Digitalkamera aus. Sie lässt sich schneller und einfacher bedienen und ist gerade für Fotoanfänger das ideale Geschenk. Solche Kameras haben meistens auch Voreinstellungen integriert wie „Sport“, „Panorama“ oder „Portrait“. Die Kamera nimmt dann die wichtigsten Einstellungen wie Belichtungszeit selbst vor und man kann sich voll auf das Fotografieren konzentrieren.

So finden Sie die richtige Kamera

Wer unvorbereitet in den Elektrofachmarkt geht, um eine Kamera zu kaufen, der wird von Expertenbegriffen und unzähligen Modellen überhäuft. Denn neben diesen wichtigsten Kriterien wie Bildstabilisator und einer kurzen Auslöseverzögerung gibt es noch unzählige weitere Funktionen, die mal mehr, mal weniger nützlich sind. Daher ist es empfehlenswert, sich vorher die wichtigsten Bedingungen aufzuschreiben und sich auch über die Preisspanne Gedanken zu machen, die man ausgeben will. Vor Ort empfiehlt es sich außerdem, die Kamera auch mit Batterie zu testen, um beispielsweise herauszufinden, wie schnell sie fotografierbereit ist und wie sie in der Hand liegt.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion