Das deutsche Wort Verbraucherschutz ist ein ungenauer Begriff. Da der Bereich des E-Commerce kontinuierlich steigt, liegt ein Schwerpunkt des Themas heute im virtuellen Bereich. Im Internet ist Verbraucherschutz immer auch Datenschutz: Kundendaten sind längst zur Ware geworden, und der Schutz personenbezogener Informationen ist in den letzten Jahren ein zentrales Thema für den Verbraucherschutz geworden. Vor allem Deutschland tut sich in dieser Hinsicht hervor, was der allgemeine Protest gegen Google Street View deutlich zeigt. Auch wenn viele die starken Plädoyers für ausreichenden Datenschutz als Hysterie und eine Scheindebatte bezeichnen, ist sie auf keinen Fall völlig aus der Luft gegriffen. Schließlich können, je mehr Daten über eine Person vorliegen, desto speziellere Werbeangebote an diese Person gerichtet werden. Und wer glaubt, dass das dem Verbraucher letzten Endes nur zugute kommen kann, irrt sich gewaltig.

Verbraucherschutz im Netz

Wer bestimmte Regeln beim Verhalten im Netz beherzigt, kann allerdings die Gefahr von Betrügereien entscheidend minimieren. Bevor man sich irgendwo im Internet anmeldet, sei es in einem Netzwerk oder einem Forum, sollte man immer die Geschäftsbedingungen lesen. Das ist in vielen Fällen etwas unbequem und verzögert den Zugang, kann aber hinterher so manche böse Überraschung vermeiden, wenn man sich vorher auch das Kleingedruckte durchgelesen hat. Außerdem sollte man grundsätzlich mit persönlichen Daten vorsichtig umgehen. Zwar mag das für manche Menschen selbstverständlich sein, aber dennoch passiert es immer wieder, dass User im Netz unnötig private Daten veröffentlichen. Niemals sollte man beispielsweise TAN-Nummern des Kontos veröffentlichen. Dabei ist es grundsätzlich völlig egal, wer danach fragt.

Leider aber ist es durch das globale Netz kaum möglich, eine übergreifende Aufsicht oder Behörde einzurichten, die diesen Markt kontrollieren könnte. Also ist man als Verbraucher selbst gefordert und kann sich in der heutigen Zeit nicht mehr auf Instanzen verlassen. Aus diesem Grund ist das richtige Verhalten im Netz das wichtigste beim Thema Verbraucherschutz im Internet. Das Konzept des "gläsernen Menschen", also wenn Daten von Personen in ihrer Gesamtheit im Netz auf die eine oder andere Weise abrufbar und überprüfbar sind, wird in der Öffentlichkeit schon seit Längerem diskutiert. Natürlich wird in dieser Debatte auch häufig maßlos übertrieben. Auffallend ist aber dennoch, dass gerade junge Menschen offensichtlich überhaupt kein Problem damit haben, im Netz mit nahezu allen ihren Tätigkeiten präsent zu sein.

Was der Verbraucherschutz für den Kunden tun kan

Aber auch nicht alles hat sich verschlechtert in der letzten Zeit. Wichtige Werkzeuge für den Verbraucherschutz sind in der öffentlichen Wahrnehmung sehr viel präsenter als noch vor einigen Jahren. Unabhängige Organisationen wie Stiftung Warentest oder Ökotest haben in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen. Wer beispielsweise keine unaufgeforderte Werbung erhalten möchte, kann sich in die Robinsonliste eintragen, eine kostenlose Schutzliste, die dem Verbraucherschutz in dieser Hinsicht zugute kommt. Außerdem gibt es eine ganze Reihe regionaler Vereine, die sich mit dem Thema Verbraucherschutz beschäftigen und teilweise auf ganz bestimmte Themenbereiche konzentriert haben. Auch werden auf bestimmten Seiten regelmäßig Abzock-Seiten gelistet, die über unseriöse oder betrügerische Anbieter im Netz informieren. Preistäuschung, Verschleierung und Vertragsfallen sind heutzutage so ausgeklügelt, dass man sich generell nicht so schnell auf Angebote einlassen sollte, über die man nicht informiert ist. In der Regel sind die bekanntesten Anbieter im Netz zwar nicht immer die allerbilligsten, aber allein ein bekannter Firmenname sollte ein Hinweis darfür sein, dass man es nicht mit einer reinen Briefkastenfirma zu tun haben sollte. Generell sollte man also immer eher auf renommierte Anbieter vertrauen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion