Die Versicherungen wollen die Welle der hohen Neuwagenkäufe nutzen und ein gutes Geschäft machen. Sie werben mit der Abwrackprämie und neuen Angeboten und Rabatten. Die Nachfrage nach Versicherungen ist seit Beginn des Jahres erheblich gestiegen. Beim zweitgrößten deutschen Kfz-Versicherer, der HUK-Coburg, gingen seit dem 15. Januar 2009 130 Prozent mehr Versicherungsangebote für Jahres- und Neuwagen über die Tische als im Jahr zuvor. Die beliebtesten Autos sind dabei der VW Golf, der Skoda Fabia und der VW Polo, bei den Internet-Angeboten liegt der Dacia Sandero auf Platz eins.

Versicherungen benutzen die Abwrackprämie als Marketinginstrument

Die Versicherungen gehen mithilfe der Abwrackprämie auf Kundenfang. So wird etwa mit besonderen Öko-Rabatten für umweltfreundliche Autos oder mit verbesserten Tarifen für Neuwagen geworben. Die Versicherer profitieren bei der Kaufwelle davon, dass der Verbraucher bei jedem Wechsel des Fahrzeugs auch die Versicherung wechseln darf. "Zwar führt der Neuwagenkauf nicht zu mehr Versicherungsverträgen, aber Verschiebungen innerhalb des Marktes sind möglich", sagt Christian Weishuber von der Allianz. Aus diesem Grund gehen die Versicherungen massiv auf Kundenfang und versuchen, die Käufer durch gezielte Werbung mit der Abwrackprämie auf sich aufmerksam zu machen. Auch wenn die Abwrackprämie insgesamt nicht zu mehr Kfz-Versicherungen führt, ist sie für die Versicherer dennoch ein Geldregen. Denn während die meisten der verschrotteten Autos lediglich haftpflichtversichert waren, wird für die Neuwagen in der Regel eine Kaskoversicherung abgeschlossen.

Vorsicht bei Lockangeboten der Versicherungen

Der Verbraucher sollte sich nicht unüberlegt von den günstigen Sonderrabatten der Versicherungen blenden lassen. An die Verträge sind oft viele und strenge Bedingungen geknüpft. Das kann zum Beispiel die Festlegung auf nur einen bestimmten Fahrer sein, die Bestimmung der zu fahrenden Kilometerzahl oder etwa eine Klausel über den Ort, an dem das Kfz geparkt werden muss. Der Verbraucher sollte sich gut überlegen, ob er die vertraglichen Bedingungen wirklich alle einhalten will und kann. "Ansonsten drohen empfindliche Vertragsstrafen bis zum doppelten Jahresbeitrag", warnt ein Sprecher des ADAC. Er rät zum sorgfältigen Vergleich verschiedener Versicherungen. Auch die von den Autohäusern angebotenen Gesamtpakete der einzelnen Versicherungen müssen im einzelnen durchgerechnet werden, bevor man sich dafür entscheidet. Bianca Boss vom Bund der Versicherten weist darauf hin, dass der Verbraucher unbedingt darauf achten sollte, wie lange die Versicherung im Fall eines Totalschadens den Neuwert des Fahrzeugs ersetzt. "Sechs Monate Neuwertentschädigung sollten es mindestens sein", sagt Boss. Wichtig sei außerdem, dass in der Versicherung auf den "Einwand der groben Fahrlässigkeit" verzichtet wird. Ohne diesen Verzicht könnte die Versicherung bei einem späteren Unfall unter Umständen eine volle Zahlung verweigern und sich darauf berufen, dass der Fahrer groß fahrlässig gehandelt habe. Verzichtet der Versicherer jedoch grundsätzlich auf diese Möglichkeit, bedeutet das einen insgesamt besseren Schutz für den Kunden.

Wichtig ist also vor allem ein sorgfältiger Kfz Versicherungsvergleich sowie die Beachtung der genauen Konditionen eines Vertrages. Die einzelnen Bedingungen lassen sich meist sehr individuell auf den Einzelfall zuschneiden und sollten dann auch wirklich passen. Wer ausreichend sucht und vergleicht kann nicht nur beim Neuwagen, sondern auch nach dem Kauf noch richtig Geld sparen.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion