Im Gegenteil: Das Verlustrisiko im Falle eines Einbruchs oder bei einem Brand steigt beträchtlich. Oder Sie verstecken die Scheine so gut, dass Sie im besten Fall frühestens von den Urenkeln im hintersten Winkel des Hauses wiederentdeckt werden. Und dann ist das Geld angesichts der stetig steigenden Inflation aller Voraussicht nach auch nicht mehr, sondern eher weniger wert als heute. Wie kann ich also einen Wertverlust vermeiden und das Geld sicher anlegen, ohne dass es von anderen verzockt wird?

Geldanlage als Sicherheit oder für hohe Rendite

Auf dem Finanz- und Geldmarkt gilt nach wie vor folgendes Gesetz: Entweder Sie spekulieren bzw. investieren mit hohem Risiko und erwarten entsprechend hohe Gewinne – oder Verluste. Oder aber Sie sind weniger risikofreudig und stecken Ihr Geld lieber in sichere Anlagen mit einer geringeren Rendite, wie z.B. das Festgeld. Ein Mittelweg wäre dabei eine Risikostreuung auf verschiedene Anlagearten innerhalb eines Fonds oder Depots.

Garantie vom Staat

„Ihre Einlagen sind sicher! Dafür bürgt der Staat.“ Dieser viel zitierte Satz der Bundeskanzlerin ist psychologisch durchaus sinnvoll, birgt jedoch das Risiko, einer tatsächlichen Zahlungsaufforderung nachzukommen. „Wenn man die Gesamteinlagen bei den Banken sieht, also alle Sparkonten und Sparformen und alle Girokontenguthaben und alle Festgeldkonten, beträgt die Summe dieser Einlagen mehr als 1,2 Billionen Euro“, so Franz-Josef Busse, Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre in München. Wenn der Staat also an einem Tag alle Investoren und Anleger „auszahlen“ müsste, könnte das Geld tatsächlich knapp werden. Wichtig zu wissen ist, dass ein Staat kaum und wenn überhaupt nur in äußerst speziellen Fällen Pleite gehen kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Rahmen der Finanzkrise tatsächlich die gesamte Bundesrepublik Deutschland treffen könnte, geht gegen null. Auch dann, wenn sich die Krise auf den realen Sektor, also die gesamte Wirtschaft und damit jeden einzelnen von uns, auswirken sollte. Denn: Wir leben im Ländervergleich in einem der sichersten Staaten, der international ein hohes Ansehen genießt. Dazu kommt noch der EU-Status. Auch wenn es für den einzelnen kaum spürbar ist (bis auf die gleiche Währung in verschiedenen Ländern), sind wir Mitglied einer starken Gemeinschaft. Und in einer Gemeinschaft lässt man keinen so schnell hängen – auch nicht in der EU.

Tipps für eine sichere Geldanlage

Achten Sie bei jeder Geldanlage genau auf die jeweiligen Vertragskonditionen und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen oder Ihnen unklar erscheint! Erkundigen Sie sich stets nach Garantiezins oder Einlagesicherung. Die sichersten Varianten sind immer noch Staatsanleihen, festverzinsliche Wertpapiere, Festgelder oder Tagesgeldkonten. Sie bergen das geringste Risiko – haben aber auch einen vergleichsweise geringeren Zinssatz.

Egal, wie Sie sich entscheiden: Lassen Sie sich Zeit! Überlegen Sie in Ruhe, wo Ihr Geld für Ihre Bedürfnisse am besten aufgehoben ist. Sprechen Sie mit einem Fachmann darüber. Hektik ist auch in Zeiten der Krise kein guter Berater. Behalten Sie einen klaren Kopf und denken Sie an die Zukunft. Die Zeiten ändern sich. Deshalb ist es sinnvoll, die Sache langfristig zu betrachten und entsprechend zu handeln. Aber eins steht fest: Der alte Sparstrumpf hat definitiv ausgedient.

Autor: Sabine Fischer, Platinnetz-Redaktion

Datum: 19. Januar 2009