Oldtimer sind längst nicht mehr nur noch Luxusspielzeug, Vorzeigeobjekt oder Liebhaber-Sammlerstücke. Zwar sind sie ähnlich wie andere Kult-Fahrzeuge, so wie etwa Harley Davidson Motorräder, ideologisch etwas ganz Besonderes, doch lassen sich die schicken Oldies auch ganz ohne nostalgische Gefühle, rein als Geldanlage betrachten. Selbst Fondsmanager haben Oldtimer mittlerweile als Möglichkeit zur Investition entdeckt. Doch der unerfahrene Privatmann sollte Vorsicht walten lassen, denn wer sich nicht auskennt, kann schnell auf einem Haufen Schrott sitzen bleiben.

Oldtimer haben nicht den Wertverlust von Neuwagen

Jeder kennt die Rechnung: Sobald man mit einem frisch erstandenen Neuwagen vom Hof des Autohändlers rollt, hat das Auto bis zu einem Drittel seines Wertes verloren. Autos sind nicht gerade dafür bekannt, eine gute Kapitalanlage abzugeben. Ganz anders verhält es sich da bei Oldtimern. Da ihre Zahl begrenzt ist, werden sie mit jedem Jahr zu begehrteren und damit wertvolleren Objekten. Beeindruckendes Beispiel für eine besonders enorme Wertsteigerung ist etwa der Porsche 911 S, Baujahr 1972: In bestem Zustand war dieser Wagen 1995 rund 17 500 Euro wert. Heute wird sein Preis auf fast 40 000 Euro geschätzt.

Damit solche Wertsteigerungen möglich sind, ist jedoch intensive Pflege nötig. Der Besitzer eines Oldtimers muss einkalkulieren, dass er kontinuierlich Zeit und Geld in den Wagen stecken muss - je nachdem wie der Oldtimer "gebraucht" wird. Eine regelmäßige Wartung ist genauso wichtig wie die sofortige Ausbesserung kleinerer Schäden. Denn nur in der Garage stehen sollte der Oldtimer auch nicht. Der Wagen sollte hin und wieder auch tatsächlich gefahren werden.

Wer Oldtimer als Kapitalanlage nutzen möchte, muss sich auskennen

Michael (60) hat sich schon als kleiner Junge für Autos interessiert. Vor etwa 12 Jahren entdeckte er seine Liebe zu Oldtimern. "Ich habe seitdem regelmäßig Messen und Auktionen besucht und bin so immer mehr in die Branche reingerutscht", erzählt er. Die Kapitalanlage Oldtimer entdeckte er vor gut acht Jahren. "Ich habe mir mein Cabrio für 4 600 Euro gekauft. Ich habe es immer gut gepflegt und vor kurzem für fast 8 000 Euro verkauft. Als nächstes versuche ich das gleiche, aber eine Nummer größer. Ich habe mir einen alten Mercedes gekauft, den ich auch noch ein bisschen restaurieren muss. Da muss ich zwar noch etwas Geld reinstecken, aber der wird in knapp zehn Jahren bestimmt das Doppelte wert sein", sagt Michael stolz.

Was sich bei Michael so einfach anhört, erfordert jedoch jede Menge Fachwissen. Experten warnen davor, Oldtimer als Kapitalanlage zu kaufen, ohne die nötige Ahnung von der Materie zu haben. Viele Experten vergleichen das Geschäft mit den Oldtimern mit dem Aktiengeschäft an der Börse: Wer sich intensiv mit dem Markt beschäftigt und frühzeitig die neuen Trends erkennt, wird den größten Erfolg haben.

Außerdem gibt es wichtige Details, die man kennen muss, um überhaupt eine Wertsteigerung der Oldtimer zu erreichen. Zunächst müssen nämlich sämtliche Ersatzteile am Wagen original sein - und das kann je nach Marke des Autos schwierig werden. Entscheidend ist zudem, dass die Restaurierung in allen Einzelheiten dokumentiert wird. Sehr nützlich kann außerdem ein Wertgutachten für den Oldtimer sein, damit die Versicherung im Schadensfall eine Grundlage für die Regulierung des Schadens hat.

Es gilt also: Laien sollten sich zunächst mindestens die Grundkenntnisse über Oldtimer erwerben. Außerdem ist es ratsam, einen Experten für eine Begutachtung hinzuzuziehen. Mit Oldtimern kann man mit etwas Geduld gutes Geld verdienen. Wissenswert: Deutsche und englische Marken sind seit langer Zeit die wertstabilsten. Und einen weiteren Vorteil hat der Oldtimer als Kapitalanlage wie Michael weiß: "Mit dem richtigen Modell kann man viel Gewinn erzielen und der ist vor allem auch noch steuerfrei!"

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

Datum: 02. September 2009