Es gibt jedoch einige Tipps, mit deren Hilfe Sie sich gezielt Gedanken über Ihre private Altersvorsorge machen können.

Wichtig bei der Wahl geeigneter Geldanlagen sind die persönlichen Lebensumstände. So ist Ihre berufliche Situation vielleicht nicht mehr von großen Veränderungen geprägt oder Sie haben die Rente bereits beantragt. Eventuell können Sie bereits abschätzen, was Ihnen im Ruhestand an finanziellen Mitteln zur Verfügung steht und welche Ausgaben anstehen.

Aber auch die familiäre Situation spielt bei der privaten Altersvorsorge eine Rolle: Oft sind Ihre Kinder schon selbstständig, aber eventuell auf Ihre finanzielle Unterstützung bei der Ausbildung angewiesen. Viele wollen sich zudem absichern, um später nicht auf die Hilfe Anderer angewiesen sein zu müssen. Eine gute private Altersvorsorge kann außerdem bei der Erfüllung vieler Wünsche und Pläne, die erst im Ruhestand verwirklicht werden können, hilfreich sein. Entscheidend ist zudem, ob Sie eine lebenslange Rente wünschen oder lieber eine Kapitalauszahlung für eine besondereAnschaffung planen.

Rente - welche Möglichkeiten der Altersvorsorge gibt es?

Grundsätzlich bestehen in Deutschland vier Möglichkeiten, sich für das Alter abzusichern. Dies sind die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge, die so genannte Riester-Rente und die private Altersvorsorge.

Die gesetzliche Rente ist ein vom Staat geschaffenes System, welches Arbeitnehmer im Alter absichert. Die Höhe und der Beginn der Altersrente sind abhängig vom Geburtsdatum, von Beitragszeiten und Höhe der Einkommensbeiträge. Aber auch Kindererziehungszeiten, Zeiten aus einem Versorgungsausgleich und Ersatzzeiten werden angerechnet. Diese Form der Altersvorsorge ist für alle Personen im Angestelltenverhältnis Pflicht und beginnt automatisch mit dem Beginn der Erwerbstätigkeit.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine weitere Säule der Altersvorsorge. Es handelt sich um eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers. Hierbei wird in der Regel ein festgelegter Anteil Ihres Einkommens umgewandelt und für die Altersvorsorge angespart. Ihr Arbeitgeber legt die Beiträge in unterschiedlichen Formen an, um im Alter dann eine Rente zahlen zu können. Erkundigen Sie sich nach Ihren Ansprüchen bei Ihrem Arbeitgeber, der Personalabteilung oder Ihrem Betriebsrat!

Die private Rente oder Altersvorsorge

Private Altersvorsorge: Neben dieser staatlichen Rentenversorgung können Sie eine Vielzahl an privaten Möglichkeiten der Altersvorsorge nutzen. Für alle möglichen Formen gilt: Lassen Sie sich gut beraten! Erstellen Sie zunächst Ihr eigenes Profil (Alter, Vermögenslage, Familienstand etc.), informieren Sie sich bei verschiedenen Anbietern (Versicherungen, Banken, etc.) und legen Sie sich erst fest, wenn das Angebot zu Ihrem individuellem Persönlichkeitsprofil passt und Sie den Vertrag vollständig gelesen und verstanden haben.

•    Die Riester-Rente gilt als private Altersvorsorge, ist aber eng an die gesetzliche Rentenversicherung gebunden, also eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Sie ist als Ergänzung zur gesetzlichen Rente gedacht. Hierbei besteht für Sie die Möglichkeit, zu guten Bedingungen zu sparen, aber unter klaren, vom Gesetzgeber vorgegebenen Regeln. Der Vorteil für Sie ist die Garantie einer lebenslangen Zusatzrente. Nutzen können diese private Altersvorsorge alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung gemeldet sind.

•    Die Rürup-Rente besteht seit 2005 für alle Selbstständigen, Gewerbetreibenden oder Freiberufler. Diese Form zeichnet sich durch die Möglichkeit hoher Abzugsbeiträge aus – eine Zulage vom Staat gibt es jedoch nicht. Wie die genauen Versicherungskonditionen aussehen, variiert je nach Anbieter. Insbesondere was die Beitragsfreistellung betrifft, gibt es erhebliche Unterschiede in den Verträgen. Grundsätzlich gilt für jede Rürup-Police: Sie ist weder beleihbar noch vererbbar und eine vorzeitige Kapitalauszahlung ist ebenfalls nicht möglich.

•    Geldanlagen sind eine weitere Art der privaten Altersvorsorge und basieren auf dem individuellen Vermögensaufbau. Da es sich hier um verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Konditionen handelt, sollte man sich beim jeweiligen Anbieter individuell beraten lassen. Mögliche Geldanlagen sind Versicherungen (wie Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen), Bankprodukte (wie Tagesgeldkonten, Bundesschatzbriefe und andere Anlageformen, mit unterschiedlich langen Laufzeiten und Zinsen), Fonds (wie Investmentfonds, Aktienfonds oder Rentenfonds) und Immobilien (z.B. als selbst genutztes bzw. vermietetes Eigenheim oder in Form von Verträgen zur Immobilien Finanzierung).

Autor: Anja Kleinehanding, Platinnetz-Redaktion

Datum: 16. Januar 2009