Die Deutschen werden immer dicker. Mittlerweile gibt es nicht nur doppelt so viele übergewichtige Kinder wie vor zehn Jahren, auch die erwachsenen Bundesbürger gehen zunehmend in die Breite. Fast jeder Zweite hat inzwischen zu viel auf den Rippen. Diese Entwicklung stellt keineswegs nur ein Problem für die Eitelkeit dar, sondern vor allem eine ernsthafte Gefährdung für die Gesundheit. Denn mit den steigenden Kilos schießt auch die Zahl der daraus resultierenden Erkrankungen in die Höhe. Acht Prozent der Deutschen leiden bereits an Diabetes und 90 Prozent von ihnen sind übergewichtig. Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes ist also nicht zu leugnen.

Gesunde Ernährung zur Vorbeugung

Mit jedem Kilo mehr auf der Waage wächst das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Im Umkehrschluss bedeutet das: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist eine zuverlässige Methode, um Diabetes zu vermeiden. Dabei gilt die einfache Regel: Je gesünder, desto besser. Zu einer gesunden Ernährung gehört viel Obst und Gemüse, ausreichend Wasser und so wenig Fett und Zucker wie möglich. Statt fetter Wurst und rotem Fleisch sollte man auf Fisch und mageres Geflügel zurückgreifen. Vollkornmehl ist immer besser als helles Weizenmehl. Süßigkeiten und Alkohol sollten nur in Maßen genossen werden. Auch regelmäßige Essenszeiten, Bewegung und der Verzicht auf Fertigprodukte und Fast Food gehören dazu. Natürlich sind kleine Sünden hin und wieder erlaubt - so lange sie nicht zur Gewohnheit werden. Wer allerdings mit starkem Übergewicht zu kämpfen hat und dadurch sehr diabetesgefährdet ist, sollte sich wirklich strikt an die Ernährungsumstellung halten, um die überflüssigen Kilos auf gesunde und vernünftige Art und Weise zu verlieren. Denn schon vier Kilo weniger senken das Diabetes-Risiko um 50 Prozent.

Ausgewogene Ernährung zur Behandlung

Auch wenn die Diagnose Diabetes schon gestellt ist, kann der Patient mit einer strikten Ernährungsumstellung maßgeblich zur Besserung seiner Blutzuckerwerte beitragen. Je schneller das Idealgewicht erreicht wird, desto deutlicher zeigen sich die Erfolge in den Blutwerten. Dabei müssen Diabetiker heute aber keine Angst mehr vor absurden Diätplänen und radikalen Abspeckmaßnahmen haben: Es hat sich einiges getan und mittlerweile ist das absolute Verbot von Zucker ebenso veraltet wie die Heiligsprechung von sogenannten Diabetiker-Lebensmitteln. Letztere gelten inzwischen nicht nur als überflüssig, sondern sogar als schädlich, denn sie enthalten Zuckeraustauschstoffe und oft sehr viel Fett. Dadurch sind sie sehr kalorienhaltig und tragen langfristig gesehen eher zur Verschlimmerung als zur Verbesserung der Diabetes bei. Mediziner und Ernährungsexperten sind sich heute einig: Diabetiker dürfen alles essen, allerdings in Maßen. Sie müssen sich bewusst ernähren und sehr genau sowohl auf den Zucker- als auch auf den Kaloriengehalt ihrer Lebensmittel achten. Eine ausgewogene und bewusste Ernährung ist also ein wesentlicher Bestandteil der Diabetes-Behandlung und kann die Betroffenen vor Unterzuckerung und Blutzuckerspritzen bewahren.

Autor: Sabine Neumann, Platinnetz-Redaktion