Bevor man mit Diäten beginnt, sollte man sich darüber informieren, ob sie auch den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Darf man essen, was einem schmeckt oder muss man auf so vieles verzichten, dass die Diät von vornherein zum Scheitern verurteilt ist? Bekommt man genügend Nährstoffe oder ist sie einseitig und auf Dauer ungesund? Will man eine kurze Crash-Diät mit schnellem Erfolg oder eine langfristige Ernährungsumstellung? Für jeden gibt es die passende Diät.

Die magische Kohlsuppe

Der Trend aus Amerika tummelt sich schon seit ungefähr 30 Jahren auch in Deutschland. Die so genannte magic soup ist damit schon ein Klassiker der bunten Landschaft der Diäten. Basis der Diät ist die Kohlsuppe, von der man täglich so viel essen darf, wie man möchte. Jeden Tag wird der Speiseplan durch ein anderes Lebensmittel ergänzt. Nur Brot und Bananen sind tabu. Die Kohlsuppen-Diät verspricht eine Gewichtsabnahme von fünf bis acht Kilo pro Woche. Das ist realistisch, da Kohlsuppe ein extrem kalorienarmes und fettfreies Produkt ist. Sie besteht hauptsächlich aus Weißkohl, Zwiebeln, Paprika und Sellerie, daher ist diese Diät für eine langfristige Ernährung nicht zu empfehlen. Für maximal eine Woche und den schnellen Erfolg kann man sie aber bedenkenlos durchführen. Ihr Vorteil liegt darin, dass die Suppe einfach zu kochen und gut einzufrieren ist. Nachteil ist, dass die Suppe schnell langweilig wird und viele Menschen unter Blähungen leiden, wenn sie viel Kohl essen.

Die Glyx-Diäten

Die Glyx-Diät ist eine Form der Low-Carb-Ernährung. Diäten wie die Glyx-Diät orientieren sich am glykämischen Index. Dieser sagt etwas aus über den Blutzuckerspiegel. Lebensmittel, denen ein hoher glykämischer Index zugeschrieben wird, haben Kohlenhydrate, die der Körper schnell verdauen kann. So gelangen sie rasch ins Blut, was den Insulinspiegel schnell ansteigen lässt. Lebensmittel mit geringem glykämischem Index dagegen bewirken einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Das hat den Vorteil, dass der Körper weniger Insulin produziert. Insulin sorgt dafür, dass der Körper seine Fettreserven behält und die Körperzellen Blutzucker aufnehmen. Eine zu hohe Insulin-Produktion kann außerdem dafür sorgen, dass der Appetit zunimmt und das ist bei Diäten ja nicht förderlich. In der Praxis bedeutet Glyx-Diät, viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen. Weißmehl, Reis, Nudeln, Kartoffeln und Süßes sollten nicht auf den Teller kommen. Ergänzt wird der Speiseplan durch Fisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte. Diäten wie die Glyx-Diät können über einen langen Zeitraum durchgehalten werden. Der Erfolg lässt zwar etwas auf sich warten, stellt sich dann aber dauerhaft ein. Ballaststoffreiche Lebensmittel, wie sie die Diät empfiehlt, sättigen gut und lang und sind gesund. Viel Obst und Gemüse liefert dem Körper wertvolle Nährstoffe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. wendet allerdings ein, dass die wissenschaftliche Basis dieser Diät noch nicht gesichert sei. Schaden kann man sich mit Diäten wie der Glyx-Diät aber nicht.

Die Low Fat Diäten

Fett macht fett. So lautet das Credo der Low-Fat- Diät. Der Weg zum Wunschgewicht geht daher über extrem fettarmes Essen, Zubereitungsarten wie Grillen, Kochen, Dünsten oder Garen in der Folie und viel Trinken. Wie fast alle Diäten setzt auch Low-Fat zusätzlich auf reichlich Bewegung. Da lästiges Kalorienzählen entfällt, ist es relativ einfach, sich nach den Regeln dieser Diät zu ernähren. Der Speiseplan ist ausgewogen und erlaubt alles, was wenig Fett hat und fettarm zubereitet werden kann. So können auch persönliche Vorlieben beachtet werden. Leider sind bei Low-Fat-Diäten auch Nahrungsmittel verboten, die neben Fett auch wichtige Nährstoffe enthalten. Avocados oder Nüsse zum Beispiel sind sehr fett, haben aber auch viele Vitamine und Mineralstoffe, die dem Körper so verloren gehen. Eine Ernährungsumstellung nach dem Low-Fat-Konzept verspricht aber langfristige Erfolge.

Die Mittelmeer-Diät

Verführerisch und nach Urlaub klingen die Rezepte der Mittelmeer-Diät. Viel Gemüse, Salat mit Leinöl, Fisch und Nudeln und zum Nachtisch frisches Obst. Auf diese Weise soll man abnehmen und gleichzeitig Gesundheitsvorsorge betreiben, denn die Mittelmeerküche soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Der Vorteil der Diät besteht darin, dass sie leicht durchzuhalten ist. Sie erfordert keinen speziellen Speiseplan und fordert keinen Verzicht. Auch Restaurantbesuche sind kein Problem, sofern es Antipasti, gegrilltes Fleisch und Salat gibt. Ihr Nachteil ist, dass sie kein Sportprogramm vorsieht und man sich bei der Auswahl an schmackhaften Leckereien sehr unter Kontrolle haben muss. Auch das typische Mittelmeer-Frühstück aus Baguette, Marmelade und Kaffee ist nicht ideal. Vorsicht auch bei Leinöl: Es ist zwar gesund, sollte aber nicht erhitzt werden.

Die Hollywood-Diät

Der aktuelle Trend in vielen Frauenzeitschriften lautet „Die Diäten der Hollywood-Stars“. Dabei ist die Hollywood-Diät keine neue Erfindung. Sie stammt bereits aus den 1920er Jahren und ist angeblich eine Erfindung für damalige Filmdiven, die sich zu Drehbeginn schnell auf eine Wespentaille runter hungern mussten. Grundlage der Diät sind damalige Luxus-Lebensmittel wie Hummer, Shrimps, exotische Früchte, Fisch und weißes Fleisch. Kohlenhydrate werden auf ein Minimum reduziert, die Kalorienzufuhr auf 1000 kcal  pro Tag begrenzt. Kartoffeln, Fett und Salz sind gänzlich verboten, dafür sind Proteine ausdrücklich erwünscht. Eier darf man also essen, so viel man mag. Die Hollywood-Diät ist im Prinzip eine Mischung aus Low-Carb und Low-Fat. Zusätzlich wird die Kalorienmenge drastisch begrenzt. Es liegt auf der Hand, dass diese Form der Ernährung nicht gesund sein kann. Durch die drastisch reduzierte Kalorienzufuhr ist der gefürchtete Jo-Jo-Effekt unausweichlich. Die Ernährung ist außerdem sehr einseitig und proteinreich. Das viele Eiweiß belastet die Nieren und kann zu Nierensteinen führen. Auch ein Anstieg des Cholesterinspiegels ist zu befürchten. Die Hollywood-Diät sollte man daher besser links liegen lassen und sich für eine gesündere Variante aus der reichen Auswahl an Diäten entscheiden.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion