Die Wohlfühlgetränke in zartem Rosa oder mildem Grün sollten uns entspannen und glücklich machen, so suggerierte es die Werbung. Die mit Pflanzen- und Heilkräuterextrakten angereicherten Drinks sollen harmonisieren und beleben. Aber was steckt tatsächlich hinter dem Konzept?

Wellness-Drinks - du bist, was Du trinkst

Die Welle der Wellness-Drinks nahm ihren Anfang in hiesigen Bioläden. Litchi, Kräuter, Holunder und Ingwer – das waren die Geschmacksrichtungen, die den Getränkemarkt ordentlich umkrempeln sollten. Mittlerweile findet man sie ebenso auf den meisten Getränkekarten wie beim Kiosk um die Ecke. Was den Inhalt angeht, so stehen diese Getränke für eine Reihe anderer Produkte mit Kräuter- und Pflanzeninhalt: Viel Wasser, viel Zucker – aber immerhin etwas weniger als die klassischen Softdrinks Cola und Limonade.

Mit der Zeit sind auch Getränke mit Zitronengras, Guarana, Grünem Tee, Aloe Vera und Sanddorn auf den Markt gekommen. Die zugesetzten Mengen viel versprechender Wirkstoffe sind jedoch sehr gering und deren Wirkung kaum messbar. Der fruchtige Geschmack nach Orange, Zitrone oder Pfirsich wird in den meisten Fällen durch den Zusatz von natürlichen oder auch künstlichen Aromen erzeugt. Auch der Zuckergehalt ist bei einigen sehr hoch. So liegen die Werte zwischen 130 und knapp 300 Kilokalorien pro Liter. Dabei gelten nur Getränke bis zu 200 kcal pro Liter noch als kalorienarm.

Die Klassiker der Wellness-Drinks

Ein längst bekannter Zusatz ist die Zutat asiatischer Herkunft: Kombucha (Teepilz). Dieses Getränk mag zwar durchaus gesund sein, ist aber nicht jedermanns Sache. Für Grüntee-Getränke gilt Ähnliches. Auch wenn Grüner Tee erwiesenermaßen gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie die Flavonoide enthält, schmeckt er längst nicht jedem. Deshalb wird vielen Wellness-Getränken so viel Zucker oder Süßstoff hinzu gegeben, dass sie den Mehrheitsgeschmack treffen – und gekauft werden.

Deshalb gilt: Lieber selber machen – dann weiß man, was man hat. So sind selbst gemachte Fruchtschorlen immer noch ein bewährtes Mittel, um den Körper mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen, die er zum einen braucht und zum anderen auch verarbeiten kann. Egal ob vor, nach oder auch ohne Sport. Aber auch die klassische Buttermilch ist nicht zu verachten: In ihr finden sich keinerlei nachträglich zugesetzte Bestandteile. Es ist also durchaus möglich, sich gesund und fit zu trinken, ohne dabei arm zu werden. Denn die meisten designten Getränke kosten ein Vielfaches mehr als der ordinäre Orangen- oder Apfelsaft. Und wenn es dann doch mal das Wellness-Wässerchen sein soll, denken Sie daran: Die wahre Schönheit kommt von innen.

Autorin: Sabine Fischer, Platinnetz-Redaktion