Was gibt es Schöneres, als bei sommerlichen Temperaturen ins kalte Nass einzutauchen und ein paar Bahnen zu schwimmen? Parallel zur Abkühlung tut man seinem Körper etwas Gutes, denn Schwimmen hält fit. Auch für Übergewichtige eignet sich Schwimmsport ideal, da sie dank der verminderten Schwerkraft im Wasser nur noch ein Zehntel ihres Körpergewichts spüren, mit dem sie an Land zu kämpfen haben. Bei der Wahl der Disziplin sollte man auf seine körperlichen Vorraussetzungen acht geben, ansonsten aber vor allem Spaß an der Bewegung haben.

Für jeden Menschen gibt es eine passende Technik

Der Klassiker, das Brustschwimmen eignet sich beispielsweise besonders für Liebhaber des Ausdauersports. Muskeln des ganzen Körpers werden beansprucht, sodass man schnell einen gewissen Fitnessgrad aufbaut und ausdauernd schwimmen kann. Zudem kann man sich beim Brustschwimmen besonders gut orientieren, da der Blick mit der Schwimmrichtung geht. Das Brustschwimmen ist die erste Schwimmart, die beigebracht wird, alle anderen Formen bauen auf ihr auf.
Wer das Brustschwimmen jedoch nicht seit Kindesbeinen an gelernt hat, für den könnte die Koordination von Arm- und Beinbewegung sowie der Atmung schwierig werden. Bei falsch angewandter Bruststil-Technik (zum Beispiel wenn man den Kopf zu hoch über dem Wasser hält) können Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule auftreten. Schwimmbegeisterte mit Knieproblemen sollten ohnehin eine andere Schwimmart wählen, denn die kreisenden Beinbewegungen  beim Brustschwimmen belasten das angeschlagene Knie.

Rücken- und Kraul- und Schmetterlingsschwimmen als Alternative

Für Menschen mit einer schwachen Rückenmuskulatur ist Rückenkraul der optimale Schwimmstil. Hier werden vor allem die Muskeln im Rücken gefordert. Der geschwächte Rücken wird entlastet, gleichzeitig werden Muskeln aufgebaut, die den Rücken stabilisieren. Nachteilig ist jedoch, dass der Blick entgegen die Schwimmrichtung geht und man so schnell die Orientierung verliert. Die Verletzungsgefahr durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Schwimmer oder der Beckenwand steigt gerade in vollen Bädern.  
Die dritte gängige Schwimmform ist das Kraulen, ein besonders sportlicher Stil, der unter anderem auch beim Triathlon geschwommen wird. Der kontinuierliche Beinschlag macht das Kraulen zur schnellsten Schwimmart. Kraulen ist eine sehr rhythmische Form des Schwimmens. Findet man seinen persönlichen Rhythmus jedoch nicht, wird es mit der Atmung schwierig. Der Kopf ist unter Wasser und wird nur alle  paar Züge zur Seite aus dem Wasser gehoben, um Luft zu holen.
Seit 1953 zählt auch das Schmetterlingsschwimmen als offiziele Schwimmart. Die Beine sorgen in wellenartiger Bewegung für Schwung. Die Arme werden unter Wasser von vorne nach hinten gezogen und über dem Wasser nach vorn gebracht. Diese Schwimmform ist nach dem Kraulschwimmen die schnellste, jedoch (nach korrekt ausgeführtem Brustschwimmen) auch die Anstrengenste und so vor allem für geübte, sportliche Schwimmer geeignet.

Selten gewordene Varianten

Neben den vier bekanntesten Schwimmformen gibt es auch fast in Vergessenheit geratene Arten zu schwimmen. Das Seitenschwimmen, bei dem der Körper seitlich im Wasser liegt und mit den Beinen ein Scherenschlag ausgeübt wird, soll beispielsweise von Julius Caesar sehr gut beherrscht worden sein. Das sogenannte “Altdeutsch-Rücken” erinnert durch seine stoßhaften Bewegungen an die Fortbewegung eines Tintenfisches. In Rückenlage werden beide Arme gleichzeitig nach hinten geworfen, während parallel die Beine mit einer Grätsche für Schwung sorgen.

Vielleicht entdeckt man beim nächsten Gang ins Schwimmbad ja auch einen dieser seltenen Schwimmstile für sich. Denn der  Schwimmsport zeichnet sich durch seine viele verschiedenen Stile aus, sodass so gut wie jeder im kühlen Nass mindestens eine Form findet, die zu den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben passt.

Autorin: Sophia Wiese-Wagner, Platinnetz-Redaktion