Die Salsa stammt ganz ursprünglich nicht von Kuba. Ihre Wurzeln liegen im europäischen Paartanz des 17. Jahrhunderts. Ende des 18. Jahrhunderts brachten französische Plantagenbesitzer ihre Bräuche und Tänze mit nach Kuba. Hier vermischte sich die afrikanischen Trommel- und Tanztraditionen der Sklavenarbeiter mit der Gitarrenmusik der spanischen Farmer. Die Salsa ist ein leidenschaftlicher Tanz, der ein gutes Rhytmus-Gefühl und einen ordentlichen Hüftschwung erfordert.

Salsa + Aerobic = Salsarobic

Der Fitness-Markt ist hart umkämpft und so müssen sich Studios, Trainer und Sportskanonen immer wieder etwas neues einfallen lassen, um auch die letzten Sportmuffel in ihre Kurse zu locken. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, schließlich ist Sport und Bewegung elementar wichtig für einen gesunden und schönen Körper. Logisch, dass Sport am leichtesten zu bewältigen ist, wenn man ein Training betreibt, dass einem wirklich Spaß macht. Statt alleine am Fitness-Gerät vor sich hin zu trainieren, gehen immer mehr Menschen gerne in Fitness-Kurse, wo sie sich unter fachkundiger Leitung, in Gesellschaft und meist zu Musik austoben können. Einer dieser Fitness-Trends ist Salsarobic. Wie der Name verrät wird in dieser Disziplin anhand der Musik und den Grundschritten der Salsa trainiert. Die Kurse sind demnach so etwas wie Tanzstunde und Fitnesstraining gleichzeitig und stellen den Spaß an der Salsa in den Mittelpunkt. Das Praktische: Obwohl die Salsa als Paartanz getanzt wird, lassen sich die Grundschritte auch wunderbar solo ausführen und einüben. Was die Salsa so besonders geeignet als Fitness-Programm macht, ist, dass bei diesem Tanz nahezu alle Körperteile gleichzeitig bewegt werden. Während die Hüften kreisen, schwingen und wackeln, müssen die Füße den Grundschritt koordinieren, wobei gleichzeitig die für die Salsa typischen Armbewegungen hinzukommen. Wer erst mal fleißig geübt hat, hat nicht nur ein Fitness-Programm absolviert, sondern beherrscht gleichzeitig die Grundlagen des feurigen Paartanzes. Außerdem steht am Ende des Kurses das Ziel, eine komplette Salsa-Choreografie geschaffen zu haben und tanzen zu können. Die rhytmische Musik macht jeden Fitness-Kurs zur Salsa-Party und schafft eine schöne und lockere Atmosphäre unter den Teilnehmern.

Und nicht nur für die generelle Fitness ist Salsarobic gut geeignet. Da Salsa vor allem das Körpergefühl, die Koordination und das Rhythmusgefühl schult, eignet sich das Training auch als Ergänzung zu anderen Sportarten, wie zum Beispiel zum Kampfsport.

Was hat Salsa mit Kampfsport zu tun?

Requena Delgado gibt neben anderen Tanzkursen auch Salsarobic-Stunden in Hamburg. Die Kubanerin trainierte ihren Landsmann und Box-Weltmeister Felix Sabon zur Olympiareife und schwört auf Salsarobic als Mittel für eine bessere Körperbeherrschung.

Das würde mittlerweile auch Werner (45) bestätigen. Er war bis vor drei Jahren begeisterter Kunf-Fu-Kämpfer. "Leider hat mein Knie bei einem Kampf aufgegeben und ich musste lange Zeit aussetzen, weil ich es nicht mehr entsprechend belasten konnte. Als es dann eigentlich wieder so weit war, fühlte ich mich gehemmt, weil meine Fitness schneller abgebaut hatte, als ich dachte. Ich war so aus der Übung, dass ich mich nicht getraut habe, da weiter zu machen, wo ich zuvor hatte aufhören müssen." Von einem Kollegen seiner Frau hörte er dann vor etwa einem halben Jahr zum ersten Mal etwas von Salsarobic. Zunächst war er sehr sekptisch: "Ich bin eigentlich nicht gerade der geborene Tänzer und zu Salsa meine Hüften zu schwingen konnte ich mir einfach nicht vorstellen." Doch dann entdeckte er zufällig eine Anzeige für einen Salsarobic-Kurs und sah sich das Ganze einfach mal als Zuschauer an. "Die positive Stimmung und die Musik hat mich so mitgerissen, dass ich am Ende der Stunde schon mitten zwischen den Teilnehmern stand und die Hüften habe kreisen lassen", lacht Werner. Mittlerweile ist er beim Kung-Fu wieder eingestiegen und kann voll mithalten. Aber seit er auf den Salsarobic-Geschmack gekommen ist, will er diese Kurse auch nicht mehr so schnell aufgeben.

Gerade Tanz-Fans, Freunde lateinamerikanischer Rhythmen oder Sportmuffel, die für das Fitness-Training eine besondere Motivation brauchen, werden wahrscheinlich viel Spaß an Salsarobic haben. Auch wenn man am Anfang vielleicht mit ein paar Hemmungen zu kämpfen hat, ist doch das Sexy-Hüftkreisen nach ein bisschen Übung tatsächlich bei den meisten schon recht ansehnlich. Kurse werden entweder in Fitnesstudios oder auch Tanzschulen angeboten.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion