Im Jazz Dance gibt es sowohl Elemente der afroamerikanischen Kultur sowie Einflüsse der europäischen, arabischen, indianischen und asiatischen Kultur. Aufgrund der hohen Schnelligkeit und Rhythmik gilt der Jazz Dance als eine der sportlichsten Varianten des Tanzsports. Jazz Dance wird oft als eine Verbindung von Kunst und Sport beschrieben. Im Gegensatz zum klassischen Tanz oder dem Ballett gibt es keine vorgeschriebenen Formen oder Einschränkungen, so verbindet der Jazz Dance folkloristische mit klassischen und akrobatischen Elementen. Dabei wird in Formation getanzt und demnach zählt der Jazz Dance nicht zu den Paartänzen.

Jazz Dance: Die Luigi-Methode

Einer der Väter des Jazz Dance ist Eugene Louis Faccuito, in der Tanzszene nur unter dem Namen Luigi bekannt. Nachdem er Anfang des 20. Jahrhunderts schon die ersten erfolgreichen Schritte als Tänzer in Hollywood absolviert hat, unterbricht ein schwerer Autounfall vorübergehend seine Karriere. Mit einer Schädelfraktur und einer halbseitigen Lähmung liegt er längere Zeit im Koma und die Ärzte zweifeln daran, dass Luigi überhaupt wieder gehen können wird. Doch Luigi hört im Traum eine Stimme, die ihn warnt: "Hör nie auf dich zu bewegen, sonst stirbst du!" Inspiriert von dieser Aufforderung schafft er es tatsächlich wieder durch spezielle Stretchübungen, seinen Körper einigermaßen in den Griff zu bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ideen liegt auf der Balance des Körpers. Den Körper in der richtigen Position zu halten, wird eine bis heute wichtige Grundlage des Jazz Dance. Hierfür stellt Luigi ganz genaue Beobachtungen über die Aktivität einzelner Muskeln und die richtige Position für jeden Moment an. Dann ergänzt er sein Trainings-Programm mit Elementen des Balletts, Stepptanzes und Flamencos. In über vierzig Filmen wirkt er später als Tänzer in Hollywood mit und beweist beeindruckend seine wiedergewonnene Fitness. Bis heute unterrichten viele Tanzschulen nach der Luigi-Methode.

Jazz Dance - Fitness für Jedermann?

Wer bei dem Wort Jazz an Entspannung für den Feierabend denkt, wird in Bezug auf den Jazz Dance umdenken müssen. In vielen Fitness-Studios werden Kurse in Jazz Dance angeboten und sportlich steht er anderen Workout-Kursen in nichts nach. Wer sich fit halten, aber weder einsam im Wald joggen noch sich an Fitnessgeräten abstrampeln möchte, ist beim Jazz Dance genau richtig aufgehoben. Natürlich ist ein gewisses Bewegungstalent wichtig, aber wer neu einsteigen möchte, findet sicher einen Kurs, der für das Anfänger-Level geeignet ist und wächst so langsam in den Jazzdance hinein. Jazz Dance steigert die Beweglichkeit und wer möchte, kann sich richtig auspowern. Das Training dient vor allem Beinen und Po aber je nach Choreographie werden auch Arme, Schultern und der gesamte Oberkörper unterschiedlich stark miteinbezogen. Nicht nur die motorischen Fähigkeiten werden trainiert, auch Gehirn und Gedächtnis bleiben in Schwung. Denn in den meisten Kursen werden nach einem Aufwärmprogramm und einem sich anschließenden Technikteil Choreographien in der Gruppe einstudiert. Diese können mitunter eine Herausforderung sein, da sie eine Verbindung aller erlernten Elemente darstellen.

Renate (48) zögert nicht lange, als sie von einer Freundin aufgefordert wird, sich auch bei dem Jazz Dance Kurs ihres Fitness-Studios anzumelden. "Dass ich mich ganz gut bewegen kann, war mir vorher klar, aber ich hätte nie gedacht, wie anstrengend Jazzdance sein kann. Aber das Tolle ist, dass man das während des Kurses gar nicht richtig mitbekommt. Vor allem, wenn wir eine neue Choreographie trainieren, ist man so konzentriert auf die einzelnen Schritte und Abläufe, dass mir meistens erst am Schluss auffällt, dass ich ganz schön außer Atem und geschwitzt bin. Abgesehen davon, dass es schön ist, etwas in der Gruppe zu trainieren, finde ich auch super, dass die Musik so eine große Rolle spielt beim Tanzen. Das geht einem manchmal richtig unter die Haut. Meine Tochter ist ganz beeindruckt, weil ich jetzt auch über die aktuelle Musik Bescheid weiß. Die ist natürlich nicht immer mein Fall, aber zum Tanzen passt es einfach toll."

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion