Streng genommen sollte man sich schon ab 30 auf das Altern einstellen, denn ungefähr ab diesem Zeitpunkt beginnt der Körper langsam abzubauen. Nach und nach wird die Muskulatur schwächer, der Verlust von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sind die Folgen. Dem kann man aber mit Sport wunderbar entgegenwirken. Auch mit 50 ist es noch lange nicht zu spät, denn mit dem Sport anfangen kann man jederzeit. Eine gute Lösung ist es, Kampfsport auszuüben. Denn dabei werden gerade Beweglichkeit und Muskelkraft gefördert. Und Kampfsport hat einen weiteren Vorteil. Mit Sportarten wie Aikido kann man sich nämlich im Notfall selbst verteidigen oder mit Tai Chi zur Ruhe kommen.

Kampfsport oder Kampfkunst?

Wer auf der Suche nach der richtigen Sportart für sich ist, sollte sich zunächst dem Unterschied zwischen Kampfsport und Kampfkunst bewusst werden. Im Kampfsport steht der Wettbewerb im Vordergrund. Es geht darum, den Gegner gemäß der Regeln zu besiegen und wird meistens eins gegen eins ausgetragen. Körperliche Fitness und der Wettkampf selbst sind die Hauptaspekte, wenn man Kampfsport betreibt. In der Kampfkunst dagegen stehen die Selbstverteidigung und das eigene Ich im Vordergrund. Dazu zählt einerseits, den Körper fit zu halten und Eigenschaften wie Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit zu trainieren. Andererseits gehört zur Kampfkunst die Stärkung des Charakters mit dazu, auch Geist und Seele sollen fit sein. Gesundheit und Philosophie sind daher in vielen Kampfkünsten eng miteinander verknüpft. Wer also vor allem den Körper fit halten möchte und das Messen mit Gegnern liebt, für den ist Kampfsport mit Sportarten wie Judo oder Karate richtig. Wer lieber eine ganzheitliche Kampfkunst erlernen möchte und sich für philosophische Hintergründe interessiert, ist bei einer Kampfkunst wie Aikido oder Tai Chi besser aufgehoben.

Wettkampf und Fitness: Kampfsport

Auch hinter einer klassischen Kampfsportart wie Karate steht eine fernöstliche Philosophie, die eine Ganzheitlichkeit von Körper und Geist fördert. Trotzdem ist der Fitnessaspekt der Wichtigste, und so ist beispielsweise Karate für Menschen gut, die Kondition und Körperbeherrschung trainieren wollen. Bei Karate wird das Herz-Kreislaufsystem gefördert und der Stoffwechsel angeregt. Wer Karate betreibt, wird einen Zuwachs an Kraft und Beweglichkeit feststellen und auch die Ausdauer verbessert sich. Zudem haben Kampfsportarten eine positive Auswirkung auf die Körperbeherrschung, die im Alter nach und nach verloren geht. Karate ist wegen der starken Beanspruchung vor allem für körperlich gesunde Menschen geeignet. Bei Fallübungen und Würfen sollte man allerdings ab einem gewissen Alter vorsichtig sein. Ideal ist es daher, diese klassische Kampfsportart mit einem Partner zu trainieren, mit dem man sich auf einen weniger harten Umgang im Zweikampf einigt. Auch sollte man bei einer anstrengenden Sportart wie Karate oder Judo nicht mehr an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gehen. Dann ist Karate aber auch noch mit 70 Jahren kein Problem.

Selbstverteidigung und Entspannung: Kampfkunst

Nicht unbedingt sanfter geht es bei den Kampfkünsten zu. Bei der Selbstverteidigungsart Aikido fällt man beispieslweise im Training oft auf den Boden. Wie bei vielen Selbstverteidigungssportarten gibt es aber auch beim Aikido eine Fallschule, in der man genau lernt, wie man sicher fällt, so dass das Abrollen fast schon zu einer Wohltat für den Körper werden kann. Beim Erlernen dieser Techniken kann man natürlich schon mal hart fallen. Wer aber etwa einen gesunden Rücken hat, für den kann es sehr gut tun, eine Kampfkunst zu beherrschen, die den Rücken auf eine gesunde Weise beansprucht. Mit einem Bandscheibenvorfall sollte man dagegen lieber mit seinem Orthopäden sprechen, bevor man mit einer Kampfkunst beginnt. Eine etwas ruhigere Sportart ist Tai Chi, in der man Körperbeherrschung lernt und sich dabei wunderbar entspannen kann. Denn beim Tai Chi werden mit langsamen Bewegungsabfolgen immer nur ganz bestimmte Muskeln schonend trainiert, der Rest des Körpers ist in einem Ruhezustand. Wer also nach einer sanfteren Methode sucht, seinen Körper fit zu halten, liegt mit Tai Chi richtig.

Egal ob man sich für eine eher Gesundheit betonte Kampfsportart entscheidet oder lieber von der entspannenden Wirkung einer Kampfkunst überzeugt ist - beide Methoden tun nicht nur dem Körper etwas Gutes, sondern auch dem Geist. Denn beim Erlernen der verschiedenen Positionen und Haltungen wird die Konzentrationsfähigkeit gefordert. Auf jeden Fall sollte man vorher beim Arzt nachfragen, in wie weit man für die ausgesuchte Sportart geeignet ist. Oft hilft auch der Trainer weiter und von Karate bis Tai Chi gibt es überall Kurse zu finden, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Teilnehmer abgestimmt sind. Denn eines ist klar: Für Kampfsport ist man nie zu alt - man muss nur die richtige Sportart für sich finden.

Die entsprechende Kleidung der verschiedenen Kampfsportarten findet im Internet auf fitness.de. Der Onlineshop hat ebenfalls hochwertige und preiswerte Marken Fitnessgeräte im Sortiment.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion