Cellulite tritt bis auf Ausnahmefälle nur bei Frauen auf. Das liegt an der Struktur des weiblichen Bindegewebes. Während sich die für Reißfestigkeit sorgenden Kollagenfasern in der Unterhaut eines Mannes netzförmig anlagern, liegen sie bei Frauen parallel zueinander. Dadurch können sich wachsende Fettzellen zwischen ihnen hindurch schieben und an der Oberhaut sichtbar werden. Da Fett bei Frauen vor allem an Po und Oberschenkeln gespeichert wird, tritt Cellulite auch vorrangig dort auf. Um die hässlichen Dellen zu reduzieren, hilft nur Sport und eine ausgewogene Ernährung. Dies hat auch Claudia (48) festgestellt, nachdem sie sämtliche Mittelchen der Kosmetikindustrie durchprobiert hatte. "Nichts davon hat geholfen. Ich habe massiert, gecremt und gesalbt, bis mir diverse Testergebnisse die Unwirksamkeit sämtlicher Produkte bestätigt haben." Claudia litt unter sogenannter Orangenhaut im zweiten Stadium. Bei ihr konnte man die Cellulite sehen, wenn sie stand und ihre Muskeln an Po und Oberschenkeln angespannt waren. Claudia hat zwar kein Übergewicht, ist aber ein absoluter Bewegungsmuffel. "Das habe ich geändert und ich muss sagen: Sport hat wirklich geholfen!"

Übergewicht verursacht Cellulite

Ganz oben auf der Liste mit Ursachen für Cellulite steht Übergewicht. Je mehr Fettzellen in Beinen und Po einer Frau gelagert sind, desto mehr können (und werden) sich durch das Bindegewebe auf der Oberfläche der Haut abzeichnen und damit für die gefürchtete Orangenhaut sorgen. Der erste Schritt gegen Cellulite ist also der Kampf gegen das Übergewicht - soweit vorhanden. Wichtig ist hierbei:Radikaldiäten sind destruktiv. Denn hier wartet der berühmte Jojo-Effekt bereits darauf, abgenommene Kilos wieder zurückkehren zu lassen. Dieses Hin und Her ist für die Haut eine besondere Strapaze, woraufhin sie sich mit noch mehr Cellulite rächt. Eine langsame, aber stetige und vor allem anhaltende Gewichtsabnahme ist also die wirkungsvollere Variante. Unterstützen lässt sich der Kampf gegen die Orangenhaut durch Maßnahmen, die die Durchblutung der Problemzonen anregen. Hier eignen sich vor allem Wechselduschen mit mehrfachen Warm- und Kaltdurchgängen. Rauchen dagegen ist der Durchblutung alles andere als förderlich. Das Nikotin leistet der Cellulite gleich doppelten Vorschub: Es verengt zum einen die Blutgefäße der Haut, was den Stoffwechsel in diesen Regionen drosselt, zum anderen wird direkt die Struktur des Bindegewebes geschädigt. Frauen, die ihre Übergewicht abbauen konnten, werden eine deutliche Verbesserung der Cellulite feststellen, sie aber wahrscheinlich nicht loswerden können. Deshalb besteht der zweite Schritt im Kampf gegen Cellulite in regelmäßiger sportlicher Betätigung.

Sport gegen Cellulite

Claudia hat der Orangenhaut den Kampf angesagt und hat vor einem drei Viertel Jahr angefangen zu joggen. "Ich laufe seit dem mindestens viermal in der Woche etwa 45 Minuten. Dadurch fühle ich mich nicht nur besser, sondern sehe auch besser aus." Der Sport hat bei Claudia dafür gesorgt, dass die Cellulite im Normalfall nicht mehr zu sehen ist. "Nur wenn ich mit den Händen die Haut am Oberschenkel zusammendrücke, sieht man noch ein bisschen. Aber ich glaub das ist im meinem Alter schon okay", lacht sie. Das Joggen hat Claudias Muskulatur in Beinen und Po aufgebaut. Wo vorher mangelnde Bewegung verantwortlich dafür war, dass die Fettzellen die Muskelzellen regelrecht verdrängt haben, ist es nun genau anders herum. Das Mehr an Muskeln hilft, die übrigen Fettzellen in Zaum zu halten. Der Sport wirkt sich auch positiv auf die Durchblutung aus und sorgt für eine effektivere Fettverbrennung. Fett und Kohlehydrate lagern sich in geringeren Mengen ab und werden stattdessen schneller verbrannt. Und das nicht nur während der Sporteinheiten: Während Fettzellen im Ruhezustand so gut wie keine Energie verbrauchen, tun Muskelzellen dies dagegen sehr wohl. "Ich habe meine Cellulite zum Glück noch pünktlich zum Sommeranfang in den Griff bekommen. Jetzt fühle ich mich auch nicht mehr unwohl, wenn ich Röcke anziehe oder schwimmen gehe. Und preiswerter als die ganzen angeblichen Wundermittel war es auch noch", sagt Claudia grinsend.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion