Vor allem Kraftsportler sagen oft, dass Schwitzen zum Training gehöre wie der Muskelkater: Beides sei ein Zeichen der sportlichen Betätigung. Während diese Sichtweise das Schwitzen als Erfolg eines Trainings betont, ist es generell doch eher negativ besetzt. Schwitzen ist nicht ästhetisch, macht hässliche Flecken auf der Kleidung und gilt beim Sport meist als Ausdruck von Erschöpfung. Was hat es mit dem Schwitzen wirklich auf sich? Denn es handelt sich um eine lebenswichtige Funktion unseres Körpers.

Schwitzen - wozu?

Der Mensch besitzt  zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen, die vorrangig zur Regulierung der Körpertemperatur dienen. Der bei der Transpiration durch die Drüsen nach außen dringende Schweiß sorgt für eine feuchte Haut. Die verdunstende Feuchtigkeit bewirkt Abkühlung - so wird überschüssige Wärme aus dem Körper befördert. Gäbe es diesen Kühl-Mechanismus nicht, würde der Körper wie ein Motor heiß laufen und das würde tödlich enden. Abgesehen von sportlicher Betätigung, können wir auch aus anderen Gründen ins Schwitzen geraten. Faktoren wie Hitze, Angst, Nervosität oder scharfes Essen bedingen vermehrte Schweißproduktion. Dabei gibt es Menschen, die schneller schwitzen und welche, die so gut wie gar nicht schwitzen können. Das hängt von der Veranlagung, also den Genen ab. Menschen, die unter übermäßigem Schwitzen (medizinisch: Hyperhidrose) leiden, produzieren auch ohne besonderen Grund ständig eine Menge Schweiß. Übermäßiges Schwitzen kann aber auch durch eine Störung des Organismus hervorgerufen werden, zum Beispiel durch Überanstrengung, Eiweißmangel, Mineralstoffstörungen, Schilddrüsen-Überfunktion, Kreislauf- und Stoffwechselstörungen oder Wechseljahrsbeschwerden.

Gesundes Schwitzen

Eine gesunde Art des Schwitzens erreichen Sie durch Bewegung. Experten empfehlen drei bis vier Mal pro Woche schweißtreibende Sporteinheiten von 30 bis 40 Minuten einzulegen. Überanstrengung ist hierbei jedoch in jedem Fall zu vermeiden. Es reicht, wenn Sie leicht ins Schwitzen geraten. Gerade jetzt im Sommer sollten Sie darauf achten, nicht in der prallen Sonne zu trainieren. Der Körper ist bei hohen Temperaturen bereits auch ohne Bewegung damit beschäftigt, für die Regulierung der Körpertemperatur zu sorgen. Die Kraftreserven für das Training werden dadurch kleiner und die Gefahr einer Überanstrengung damit größer. Außerdem ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust durch Trinken auszugleichen. Bei intensivem Training kann der Körper bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde ausschwitzen. Nimmt man diese nicht in Form von Wasser, Apfelschorle oder Ähnlichem schnell wieder zu sich, kann dies zu Dehydratisierung und dadurch bedingten Kreislaufstörungen führen. Da Sie nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe durch die Transpiration verlieren, müssen Sie Ihrem Körper diese durch entsprechend mineralstoffhaltige Getränke wieder zuführen. Das Gesunde beim Schwitzen: Durch den Schweiß werden auch Giftstoffe und und Stoffwechselschlacken ausgeschieden. Unser Körper wird von innen heraus gereinigt. Fit schwitzen können Sie sich z.B. auch mit einem Fitness Laufband, egal ob mit oder ohne Motor.

So wie sich unsere Fitness trainieren lässt, kann man auch das Schwitzen trainieren. Ein Mensch mit guter Ausdauer, hat seinen Körper daran gewöhnt, regelmäßig die Körpertemperatur regulieren zu müssen. Deshalb kann er bei intensiver Bewegung schneller mit der Regulierung, also dem Schwitzen beginnen. Regelmäßiges Schwitzen, zum Beispiel auch bei Saunagängen, stärkt das Immunsystem und beugt damit Infektionskrankheiten vor. Also: Lieber weniger sitzen und dafür mehr schwitzen!

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion