Ja. Das, was damals noch Wassergymnastik hieß, hat sich in den letzten Jahren ganz schön gemausert. Längst wird sie vielfältiger eingesetzt als nur zur Bewegungstherapie oder als Funktionsgymnastik. Mittlerweile wird im Wasser getrieben, was sich auch zu Land in Sport- und Fitnessstudios durchgesetzt hat: Stretchen, joggen, steppen, balancieren oder die Hanteln schwingen – alles ist im Wasser möglich.

Sanftes Training für alle Muskelpartien

Aqua-Fitness bringt Körper und Herz-Kreislaufsystem in Schwung. Dabei schont sie die Gelenke und Wirbelsäule. Da der Widerstand des Wassers etwa 60 Mal so hoch ist als der Widerstand der Luft, werden alle Muskelpartien gefordert und gleichmäßig trainiert. Das strafft die Figur und steigert Kondition, Ausdauer und Beweglichkeit des Körpers. Und anders als bei anderen Sportarten ist die Verletzungsgefahr gleich Null.

Für wen ist Aqua-Fitness besonders geeignet?

Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ist Aqua-Fitness für jeden geeignet, der das Wasser nicht scheut. Durch seine muskelentspannende und gelenkschonende Wirkung ist sie für die Prävention und Rehabilitation von Verletzungen oder Krankheiten optimal. Besonders Menschen mit Rücken- oder Gelenkschmerzen, mit Venenleiden oder Gewebeschwäche profitieren von dem Sport im warmen Nass, ebenso wie Übergewichtige, Leistungssportler und Schwangere.

Aqua-Fitness: Viel mehr als nur Gymnastik im Wasser

In vielen Schwimmbädern, Fitness- oder Wellnesscentern wird Aqua-Fitness in verschiedenen Formen angeboten. Hier stellen wir Ihnen einige vor:

Aqua-Aerobic

Verfolgt die gleichen Ziele wie die Variante zu Land, nämlich die Verbesserung der Ausdauer und die Stärkung des Herz-Kreislaufsystems. Die Bewegungsabläufe im flachen oder tiefen Wasser sind mitunter schnell und großräumig. Als Hilfsmittel werden spezielle Wasserhandschuhe mit Schwimmhautkonstruktion benutzt, um gezielt gegen den Wasserwiderstand zu trainieren.

Aqua Fatburning

Eindeutiges Ziel ist, wie der Name schon sagt, die Fettverbrennung. Das moderate Ausdauertraining im Wasser ist am wirkungsvollsten, wenn es regelmäßig, am besten dreimal pro Woche, betrieben wird.

Aquaboxing oder Aquadrill

Das Aquaboxing orientiert sich an asiatischen Kampfsportarten wie dem Thai-Boxen. Mit schnellen und gezielte Arm- und Beinbewegungen werden Beweglichkeit und Körperbeherrschung trainiert. Wunderbar auch zum Stressabbau geeignet! Falls Sie danach immer noch Power haben, können Sie zu Hause mit einem Boxsack weiter trainieren.

Aquarunning / Aquajogging und Aquawalking

Laufen und Rennen im Wasser trainiert die Ausdauer. Ein Auftriebsgurt verhindert, dass die Füße den Boden berühren und der Kopf unter Wasser gerät. Für Einsteiger  bietet sich die langsamere Variante ohne Gurt an: Das Aquawalking. In flachem Wasser werden bei Bodenkontakt Geh- und Laufbewegungen gemacht.

Konditionelle Wassergymnastik

Diese Variante ist die Ursprungsform des Aqua-Sports. Trainiert wird mit Geräten und Hilfsmitteln wie Schwimmbrettern, Bällen, Hanteln und Ringen oder mit Sportgeräten, die den Wasserwiderstand oder den Auftrieb gezielt nutzen.

Funktionale Wassergymnastik

Gut für ältere Menschen oder die Rehabilitation geeignet. Durch schwingende und kreisende Bewegungen wird die Beweglichkeit der Gelenke trainiert.

Aquastep, Aquadancing, Aqua-Power, Aqua-Streching und Aquaball sind weitere Varianten der Aqua-Fitness.

Und wofür braucht man nun die Pool-Noodle?

Vermutlich haben Sie diese „Nudel“ sogar schon gesehen. Es handelt sich um einen etwa 1,60 Meter langen, bunten Schlauch aus Polyethylen. Biegsam wie Spaghettis schmiegt er sich an den Körper, gibt Halt, stützt und trägt im Wasser. Also ein idealer Gefährte für die ruhigeren und entspannten Momente im Wasser, wie dem Aqua-Relaxing, Aqua-Balancing oder Aqua-Shiatsu. Was dachten Sie denn?

Autorin: Kerstin Brenig