Akupunktur – Was ist das eigentlich?

Ursprünglich handelt es sich bei der Akupunktur um eine Heilmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Durch die Reizung bestimmter (Akupunktur-)Punkte in der Haut mithilfe von Nadeln sollen Störungen des Organismus beseitigen beziehungsweise gelindert werden. Diese Punkte befinden sich auf den so genannten Meridianen. Es handelt sich dabei nach altchinesischer Vorstellung um Linien, in denen die Energie des Körpers fließt. Erkrankt ein Mensch, liegen gemäß der TCM Störungen des Energieflusses vor. Indem nun Akupunkturnadeln in bestimmte Punkte entlang der Meridiane gesetzt werden, wird der Energiefluss wieder in Gang gebracht oder harmonisiert.

Die Stimulierung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Bei der klassischen Akupunktur werden Nadeln in bestimmte Punkte eingestochen. Es ist aber auch möglich, durch punktuellen Druck (Akupressur) oder mittels Wärme eine Reizung hervorzurufen.

Gegen welche Beschwerden hilft Akupunktur?

Die klassische chinesische Akupunktur wird vor allem bei gestörter Organfunktion angewendet. Ist ein Organ stark geschädigt, zum Beispiel bei einem Knochenbruch, kann Akupunktur alleine natürlich nicht helfen. Sie eignet sich aber in einem solchen Fall hervorragend zur Schmerzbekämpfung und zur Mobilisierung der Selbstheilungskräfte. Insbesondere dort, wo die Schulmedizin allein nicht weiterhilft, kann Akupunktur als Begleittherapie eingesetzt werden. So lassen sich auch chronische Kopfschmerzen wie bei Sabine S. in der Regel gut durch Akupunktur behandeln. Ein besonders positiver Nebeneffekt der Akupunktur: Der Verbrauch an Schmerzmitteln kann zum Teil deutlich gesenkt werden. Auch bei vielen anderen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Rheuma, Allergien oder Asthma kann Akupunktur Linderung verschaffen und die Gesundheit langfristig stabilisieren.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wer sich mit Akupunktur behandeln lassen möchte, sollte stets einen Fachmann für dieses Gebiet aufsuchen. Günstig ist, wenn Ihr behandelnder Arzt gleichzeitig eine Zusatzausbildung für Akupunktur vorweisen kann. Die Diagnostik beinhaltet oftmals ungewöhnlich anmutende Untersuchungen, wie eine ausführliche Zungen-, Gesichts- und Augendiagnostik. Das Ziel ist es, den Zustand des Patienten gemäß des chinesischen Energiesystems zu bestimmen. In der Regel dauert eine Erstdiagnose eine halbe bis eine volle Stunde.

Erst dann steht der Befund, auf dessen Grundlage die weiteren medizinischen Maßnahmen durchgeführt werden. Die Akupunktur ist eine von ihnen. Neben ihr gibt es noch folgende Therapieformen:

  • Akupressur
  • Moxatherapie
  • Massagen
  • Kräutertherapie
  • Ernährungstherapie
  • Qi Gong und Tai Chi
  • Meditationsübungen

Übrigens: Akupunktur tut nicht weh! Die Nadeln sind hauchdünn, ihr Einstich ist daher kaum zu spüren.

Wie hoch sind die Kosten?

Je nach Aufwand zahlt man für eine Behandlung zwischen 25 und 80 Euro. Wann eine Besserung eintritt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei manchen Beschwerdebildern führt die Behandlung bereits nach vier bis fünf Behandlungen zum Erfolg. Langjährige chronische Erkrankungen lassen sich jedoch auch mit der Akupunktur nicht „mal eben“ beheben. Auch deshalb ist es empfehlenswert, sich vor Beginn einer Akupunkturtherapie bei der Krankenkasse über eine Kostenübernahme zu informieren.

Sabine S. ist glücklich. Schon nach wenigen Akupunktursitzungen haben sich ihre Beschwerden deutlich gebessert, Schmerzmittel braucht sie nur noch selten. Von Schmerzen befreit, ist sie heute wieder aktiv und voller Lebensfreude. Für sie hat sich die Behandlung gelohnt.

Autorin: Pascale Gerhards, Platinnetz-Redaktion