Wer kennt schon die heilenden Funktionen von Weißdorn, Huflattich oder Königskerze? Zwar hat man die Namen der meisten Pflanzen bereits gehört und kann auch irgendwie etwas mit ihnen verbinden, aber die genaue Wirkung ist den meisten Menschen unbekannt. Die Liste der Heilpflanzen des Jahres besteht dabei mittlerweile aus 22 verschiedenen Arten. Dabei haben es sich zwei Organisationen zur Aufgabe gemacht, Heilpflanzen auf ihre pharmazeutische Bedeutung hin zu prämieren und sie damit ins allgemeine Bewusstsein zu rufen. Der Grund hierfür liegt auch darin, bedrohte Pflanzensorten vor dem Aussterben zu bewahren. Der "Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands" begann mit der Wahl im Jahr 1990 und setzte seine Praxis fort, bis er sich zum Ende des Jahres 2004 auflöste. 2003 kam eine zweite Organisation mit Sitz in München hinzu, deren umständlicher Titel "Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen Paracelsus e.V." lautet. Mittlerweile werden die Heilpflanzen des Jahres nur noch durch diesen Verband gekürt, der sich abgekürzt "NHV Theophrastus" nennt.

Beispiele für preisgekrönte Heilpflanzen

In der Liste der Heilpflanzen des Jahres sind einige Arten, die den meisten Menschen als Arznei im Gedächtnis sein dürften: Die Ringelblume, 2009 prämiert, kennt man in der Regel durch die gleichnamige Salbe. Auch Zitronenmelisse (2006), Kamille (2002) und Salbei (1998) dürften so gut wie jedem in diesem Zusammenhang ein Begriff sein. Andere Vertreter sind dagegen eher unbekannt: Das Tausendgüldenkraut, Preisträger des Jahres 2004, ist eine streng geschützte Pflanze und wird in der Volksheilkunde traditionell bei Fieber und Erkrankungen der Leber und Galle eingesetzt. Die Königskerze wurde 1999 ausgezeichnet und ist in Form von Tee ein traditionelles Mittel bei Erkältung. Wer immer sich für Kräuter und ihre Wirkungen interessiert, sollte einen Blick auf die Liste der Heilpflanzen des Jahres werfen. Selbst Kenner der alternativen Medizin werden dabei ein paar Überraschungen erleben. Dieses Jahr ist übrigens die Gewürznelke ausgezeichnet worden.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion