Die Schüßler-Salze gehen auf eine vom homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler 1874 vorgestellte "biomechanische Heilweise" zurück. Seine Theorie geht dabei von der einzelnen menschlichen Zelle aus. Jeder Krankheit liegt nach Schüßler ein fehlendes Gleichgewicht der Zellen zugrunde. Er war der Meinung, dass zwölf von ihm ausgewählten Mineralsalze ausreichten, um alle menschlichen Erkrankungen zu therapieren. Der Theorie nach gehen Krankheiten demnach ausschließlich auf einen gestörten Mineralhaushalt zurück. Bei der Behandlung durch Schüßler-Salze wird eine als "Antlitzanalyse" bezeichnete Diagnoseform praktiziert: Im Gesicht seiner Patienten wollte Schüßler das Fehlen des richtigen Minerals und damit die entsprechenden Krankheitsursachen erkennen. Zwar wollte Schüßler seine Behandlungsmethode von der Homöopathie abgesetzt sehen, allerdings ist bis heute allein auf Grund der extremen Verdünnung der Mineralsalze eine Nähe zu homöopathischer Medizin nicht von der Hand zu weisen.

Schüßler-Salze in der Kritik

Heute werden Schüßler-Salze hauptsächlich als homöopathische Behandlung von Heilpraktikern eingesetzt. Dabei sollen die Salze in Tablettenform eingenommen werden, wobei die Dosis mitunter stark variiert. Ein paar grundsätzliche Widersprüchlichkeiten lassen denn auch die Methode insgesamt etwas beliebig aussehen: Die Tatsache, dass je nach Heilpraktiker zwischen drei und 150 Pastillen täglich angeordnet werden, trägt nicht gerade zu ihrer allgemeinen Glaubwürdigkeit bei. Selbst 1000 Tabletten enthalten immer noch weniger als 1 Milligram des jeweiligen Minerals, so dass die Dosis verschwindend gering bleibt. Außerdem wird durch die tägliche Nahrung eine sehr viel größere Menge entsprechender Mineralien eingenommen als dies bei den Pastillen überhaupt der Fall sein könnte. Wie bei anderen alternativen Heilmethoden auch muss angemerkt werden, dass wissenschaftliche Untersuchungen eine allgemeine Wirksamkeit der Methode nicht nachweisen konnten. So kam im Jahr 2005 die Stiftung Warentest zu dem Ergebnis, dass Schüßler-Salze zur Heilung von Krankheiten ungeeignet seien. Bis heute hat die Schulmedizin es auch nicht für nötig erachtet, sich eingehend mit dem Prinzip der Schüßler-Salze zu beschäftigen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion