Ihren Ursprung hat die Kaffeepflanze in Afrika und Südasien. Dabei gibt es aber nur vier Sorten, die in Produktion und Handel von wirtschaftlicher Bedeutung sind: "Arabica", "Robusta", "Liberica" und "Excelsa". Und von diesen sind eigentlich nur zwei so qualitativ hochwertig, dass sie eine wichtige Rolle spielen: Die Sorte "Robusta" ist kaum hitzeempfindlich und ihr Koffeingehalt etwa doppelt so hoch wie der von Arabica. Die Bohnen gelten allerdings nicht als erstklassig und ihr rauer und bitterer Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Vor allem löslicher Kaffee wird von dieser Bohne hergestellt. Andererseits wird diese Sorte auch für den italienischen Espresso verwendet, weil bei ihr die Cremebildung besser funktioniert als bei anderen Kaffeesorten. "Arabica", die zweite hochwertige Art, macht dagegen fast 60 Prozent des weltweit vorhandenen Kaffees aus. Es ist vor allem die hohe Qualität, die diese Bohne zu einer der beliebtesten Kaffeesorten macht. Im Vergleich zu anderen Sorten ist bei "Arabica" der Koffeingehalt etwas geringer. Das Hauptproduktionsland dieser Bohne ist Brasilien. Sie wird aber auch in einer  Reihe von anderen Ländern angebaut. Mit Kaffeesorten sind immer auch die Anbaugebiete gemeint, denn diese haben einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der Bohnen: Sorten aus Brasilien und Ecuador, werden in reiner Form selten verwendet, weil ihre Qualität als nicht sonderlich gut angesehen wird. Kaffeesorten aus Guatemala, Mexiko und Kolumbien dagegen sind in reiner Form ausgesprochen beliebt. Viele Kenner halten Bohnen aus Costa Rica für die besten der Welt. Die teuerste Kaffeesorte der Welt allerdings ist nicht wegen ihrer Bohnenart berühmt: Kaffee der Sorte "Kopi Luwak" wird in Indonesien hergestellt und besteht aus Bohnen, die vor der Verarbeitung von einer bestimmten Raubkatze verzehrt und verdaut worden sind. Ein Kilo dieser Sorte kann bis zu 1000 Euro kosten.

Kaffeesorten im deutschen Supermarkt

Die meisten Produkte, die als Kaffeesorten im Handel erhältlich sind, sind Mischungen. Der Sinn liegt in erster Linie darin, einen bestimmten Geschmack zu garantieren, der sich nach Qualität und Zeitpunkt der Ernte unterscheidet. Was einzelne Marken angeht, kam die Stiftung Warentest zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die meisten Sorten, die in deutschen Supermärkten zu kaufen sind, gleich oder zumindest sehr ähnlich schmecken. Bedenkt man, dass beim Rösten bist zu 800 verschiedene Aromastoffe entstehen, ist das Ergebnis erst recht dürftig. Aber die geschmackliche Einfalt liegt natürlich auch am Wunsch der Verbraucher, die oft einheitliche Geschmacksrichtungen bevorzugen. Wer ein etwas exklusiveres Geschmackserlebnis erleben möchte, sollte sich in einem Fachgeschäft erkundigen, denn dort werden immer auch viele reine Kaffeesorten verkauft. Der Preis ist bei diesen Produkten zwar etwas höher, aber die Qualität in der Regel auch nicht vergleichbar mit einem Massenartikel aus dem Supermarkt.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

Datum: 9. Juli 2010