Man sollte wissen, dass sich die natürlich Abnutzung des Körpers nicht aufhalten lässt: Mit zunehmendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an Arthrose zu erkranken. Arthrose als Abnutzungserscheinung ist im Laufe eines Lebens kaum zu vermeiden. So müssen etwa die Hälfte aller Menschen, die das 50. Lebensjahr überschritten haben, mit veränderten Gelenken leben. Allerdings sind auch viele junge Menschen betroffen. Im deutschsprachigen Raum wird zwischen den Gelenkerkrankungen Arthrose, also Abnutzung, und Arhritis, einer Entzündung, unterschieden: Im Gegensatz zu Arthritis ist Arthrose nicht mit Schwellungen und Überwärmung verbunden. Dennoch ist eine Wechselbeziehung zwischen Arthrose und Arthritis vorhanden: Der Knorpelverschleiß kann zu einer Entzündung führen – und umgekehrt.

Symptome und Ursachen von Arthrose

Bei Arthrose entsteht zunächst ein Knorpelschaden, der sich später auf den Knochen ausdehnt. Zu Beginn der Erkrankung bemerkt der Betroffene lediglich einen Verlust der Elastizität. Spürbar wird Arthrose erst dann, wenn sich die Knorpelschicht eines Gelenks abnutzt und sich in fortgeschrittenem Stadium die Abnutzung auch auf Knochen, Bänder und Muskeln ausdehnt. Erst dann entsteht der typische Schmerz, da der Knorpel selbst keine Nervenendungen enthält. Eine weiter fortgeschrittene Arthrose kann zu Entzündungen und starken Schmerzen führen. Häufig ist dabei der Schmerz belastungsabhängig. Ein typisches Merkmal für Arthrose sind als "Anlaufschmerzen" bekannte Beschwerden: Schmerzen, die zu Beginn einer Bewegung auftreten und danach nachlassen, können auf Arthrose hindeuten. Viele ältere Menschen mit Arthrose nutzen deshalb einen Treppenlift, um die Schmerzen zu umgehen. Der Verlauf von Arthrose geht von gelegentlicher Gelenksteifheit zu dauerhaftem Schmerz, der in späteren Stadien sogar in Ruhestellung und nachts gespürt wird. Eine Röntgenuntersuchung kann dabei wichtige Informationen liefern. Zwar kann Arthrose an allen Gelenken auftreten, die meisten Fälle aber betreffen das Kniegelenk. Sehr häufig kommt außerdem Hüftarthrose vor. Arthrose kann zwar an allen Gelenken auftreten, aber in der Regel handelt es sich bei den betroffenen Stellen um solche, die im Alltag am meisten belastet werden. Zwar gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gründen für das Entstehen von Arthrose, an erster Stelle steht aber übermäßige Belastung der Gelenke. Weitere Ursachen können Fehlstellungen der Gelenke oder Knochenerkrankungen (Osteoporose) sein. Die Ursachen für Arthrose sind aber nicht nur auf eine fehlerhafte Lebensweise zurückzuführen: Erbfaktoren spielen hier auch eine große Rolle. Die frühen Anzeichen von Arthrose sind in der Regel unspezifisch: Steife Gelenke hat jeder schon einmal gespürt. Das kann zahllose Ursachen haben, und man würde nicht von selbst auf die Idee kommen, sofort an Arthrose zu denken. Wer allerdings fortgesetzt unter Muskelverspannungen und steifen Gelenken zu leiden hat, sollte Vorsorgemaßnahmen in Erwägung ziehen.

Arthrose behandeln und vorbeugen

Heilbar ist Arthrose allerdings nicht, denn der im Lauf der Jahre verlorengegangene Knorpel wächst nicht nach. Am häufigsten werden bei der Behandlung schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Dennoch gibt es heute eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten, die Folgen der Beschwerden eingrenzen können. Eine Operation und ein künstliches Gelenk ist dabei nur die letzte Konsequenz. Dies kommt meist bei Beschwerden in Hüfte und Knien vor. Ein künstliches Gelenk besteht aus Kunststoff oder Metall und kann bis zu 20 Jahre lang benutzt werden. Da die Abnutzungserscheinungen nicht umkehrbar sind, sollte man frühzeitig an vorsorgende Maßnahmen denken: Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, besteht die beste Vorsorge hierbei in ausreichender Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung, die Übergewicht verhindern kann. Schon eine halbe Stunde aktive Bewegung täglich reichen aus, um dauerhaft das Gewicht zu reduzieren und den gesamten Bewegungsapparat nicht einrosten zu lasten. Gerade Schwimmen und Fahrradfahren trainiert die Gelenke, ohne sie zu überlasten.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion