Der Körper ist ein kleines Wunderwerk, in dem alle Abläufe perfekt aufeinander abgestimmt sind. Eine Bedingung dafür, dass das System Körper perfekt funktioniert, ist eine Temperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Denn genau die ist für den Stoffwechsel optimal und der Mensch kann am besten auf die Umwelt reagieren.

Fieber oder normale Temperaturschwankung?

Doch auch der gesunde Körper hat nicht immer diese normale Temperatur. Während des Tages gibt es Schwankungen, so herrscht im Körper tagsüber etwa ein Grad mehr als Nachts. Und bei Frauen schwankt die Temperatur im monatlichen Zyklus um ungefähr 0,5 Grad. Natürlich spielt auch die körperliche Aktivität eine Rolle. Wer beispielsweise einen Marathon läuft, dessen Körpertemperatur kann auf natürliche Weise auf 39 Grad ansteigen. Schließlich sind Muskeln kleine Energiekraftwerke. Wenn sie stark aktiv sind, produzieren sie Wärme und die Körpertemperatur steigt an. Das ist bei einer solch anstrengenden Sportart wie einem Marathonlauf ganz normal – Fieber ist das allerdings nicht. Damit der Körper bei dieser hohen Temperatur aber nicht aus dem Gleichgewicht gerät, hat der Organismus ein eigenes Kühlsystem: der Schweiß. Auch wenn man sich hohen Außentemperaturen aussetzt, wie beispielsweise in einer Sauna, dann versucht der Körper, die optimale Temperatur aufrecht zu erhalten und reguliert durch das Schwitzen. Beim Fieber fließt der Schweiß allerdings meistens erst dann, wenn man wieder auf dem Weg der Besserung ist. Hier zeigt sich: Fieber ist wichtig für die Heilung, der Körper reguliert die erhöhte Temperatur erst dann wieder, wenn die Krankheit überwunden ist.

Wann sollte man Fieber senken?

Die Erkenntnis, dass Fieber an sich keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers auf Krankheitserreger oder Wunden ist, hat sich inzwischen durchgesetzt. Während man noch vor einigen Jahrzehnten versuchte, erhöhte Temperatur sofort zu senken, ist heute die heilende Wirkung von Fieber anerkannt. Steigt die Temperatur im Körper an, wird das Immunsystem angekurbelt und viele komplexe Vorgänge helfen beim Heilungsprozess. Wird Fieber dagegen sofort von außen etwa durch Tabletten gesenkt, kann sich der Krankheitsverlauf unter Umständen sogar länger hinziehen. So wurde etwa nachgewiesen, dass Kinder länger unter Windpocken leiden, wenn sie mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden. Ob man Fieber lieber senken sollte oder nicht, ist allerdings im Einzelfall zu entscheiden und davon abhängig, wie hoch das Fieber ist und um welche Krankheit es sich handelt. Fiebersenkende Mittel sollten erst eingesetzt werden, sobald der Kranke hohes Fieber hat. Von hohem Fieber spricht man ab 39,1 Grad. Erreicht der Körper 40 Grad, kann es gefährlich werden. Reaktionen wie Kreislaufversagen können dann eintreten, temperatursenkende Medikamente oder Wadenwickel sind dann unerlässlich. Daher sollte man bei hohem Fieber unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Verhalten bei Fieber

Ist das Fieber unter 39 Grad, treten meist leichtere Krankheitssymptome auf. Müdigkeit und körperliche Schwäche gehören dazu, aber auch eine gerötete Haut, Gliederschmerzen oder eine flache Atmung. Meistens fühlt man sich mit Fieber einfach krank und sollte sich daher schonen. Bettruhe bei mäßig starkem Fieber ist keine Bedingung, doch wer beispielsweise unter Benommenheit leidet, sollte lieber im Bett bleiben. Egal ob man hohes oder leichtes Fieber hat, der Körper hat auf jeden Fall einen erhöhten Flüssigkeitsverbrauch. Bei erhöhter Temperatur sollte man also viel trinken, vor allem warme Tees sind ideal. Aber auch Suppen sind nicht nur reich an Flüssigkeit, sondern helfen dem Körper, warm zu bleiben. Das kann gerade in der ersten Phase des Fiebers wichtig sein. Denn wenn das Fieber ansteigt,  kann es auch zu Schüttelfrost kommen. Das ist eine Phase, in der man sich auf jeden Fall warm einpacken sollte, um dem Körper damit bei der Heilung zu helfen.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion