Grüner Star ist die gebräuchliche Bezeichnung für das Glaukom, eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs und der Netzhaut. Genau genommen handelt es sich bei den Worten Grüner Star oder auch Glaukom aber um einen zusammenfassenden Begriff, der eine Reihe verschiedener Augenkrankheiten bezeichnet, bei denen der Augeninnendruck in den meisten Fällen erhöht ist. Das erklärt auch, warum es eine ganze Reihe von Unterkategorien gibt, die alle unter dieser Oberbezeichnung stehen. Das typische Krankheitsbild besteht darin, dass Betroffene zunehmend Nervenfasern verlieren, was sich entscheidend auf das Sehvermögen auswirkt. Charakteristisch für Grüner Star sind sich ausbreitende Gesichtsfeldausfälle, die sich mit dem Verlauf der Krankheit weiter ausbreiten. In extremen Fällen und bei einem fortgeschrittenem Krankheitsbild kann die Verschlechterung der Sehfähigkeit so weit gehen, dass ein Zustand totaler Blindheit erfolgt. Heute ist Grüner Star eine der häufigsten Ursachen für Erblindung.

Grüner Star – Ursachen und Verbreitung

Was Grüner Star angeht, schwanken die Angaben über die Anzahl der Erkrankungen stark. Das hat seinen Grund darin, dass bei Grüner Star nicht alle Fälle erkannt werden und offensichtlich eine sehr große Dunkelziffer besteht, worauf von den Augenärzten immer wieder hingewiesen wird: Während die offiziellen Zahlen bei etwa 500.000 betroffenen Menschen liegen, geht man davon aus, dass inoffizielle Zahlen etwa das Doppelte betragen. Die Zahl variiert deshalb so stark, weil eine sichere Diagnose auch für die Fachmediziner heute noch oft nicht ganz einfach ist. Denn ein Zunehmen des Augeninnendrucks muss nicht automatisch auf eine solche Erkrankung schließen lassen. Auch gibt es Fälle von Grüner Star, bei denen die Krankheit ohne dieses typische Merkmal auftritt.

Was die konkreten Ursachen angeht, hat man herausgefunden, dass auch genetische Veranlagung bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielt. Vor allem wenn bei Kleinkindern Grüner Star auftritt, steht das mit einer genetischen Disposition in Verbindung. In solchen Fällen führt Grüner Star oft zu einer ein- oder auch beidseitigen Vergrößerung des Augapfels. Ursache für ein angeborenes Glaukom ist in vielen Fällen eine Erkrankung an Röteln in der Zeit der Schwangerschaft. Durch eine rechtzeitige Operation kann heute aber ein Zunehmen der Sehschäden verhindert werden. Meist aber tritt Grüner Star bei Menschen auf, die älter als 40 Jahre alt sind.

Grüner Star wird auch in seiner Entstehung durch bestimmte Risikofaktoren unterstützt. In dieser Hinsicht ist hohe Kurz- und Weitsichtigkeit zu nennen. Hoher Blutdruck, ein Herzleiden oder die längere Einnahme bestimmter Medikamente wie Cortison sind zusätzliche Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen. Auch die Zuckerkrankheit kann bei der Entstehung eine Rolle spielen. Generell gilt auch, dass mit einem höheren Lebensalter das Risiko einer Erkrankung steigt. Das kann damit in Verbindung gebracht werden, dass bei älteren Menschen generell ein höherer Augeninnendruck besteht als bei jüngeren.

Wie Grüner Star diagnostiziert und therapiert wird

Grüner Star lässt sich am besten durch ein rechtzeitiges Erkennen und entsprechendes Handeln in den Griff bekommen. Aus diesem Grund sollten regelmäßige Routineuntersuchungen beim Augenarzt durchgeführt werden. Ab dem 40. Lebensjahr etwa wird eine Untersuchung zur Glaukom-Früherkennung empfohlen. Man sollte bedenken, dass Schäden, die durch eine Erkrankung an Grüner Star bereits entstanden sind, in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Ob es sich bei einem Augenleiden um Grüner Star oder eine andere Erkrankung handelt, lässt sich am besten mit dem Verfahren der Tonometrie ermitteln. Bei dieser Untersuchung wird ein unter dem Namen Spaltlampe bekanntes Gerät eingesetzt. Dabei wird der Innendruck im Auge ermittelt. Es ist wohl die populärste, aber nicht die einzige Möglichkeit, um die Krankheit zu diagnostizieren. Operationen können heute auch durch ein Laserverfahren durchgeführt werden. Diese Methoden sind zwar noch nicht besonders alt, scheinen aber statistisch gesehen auf jeden Fall eine hohe Erfolgsquote zu haben.

Ein Ziel der Behandlung ist auf jeden Fall eine dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks. Das erfolgt auch durch Medikamente, wie Beta-Blocker und andere, in der Regel recht starke Mittel. Aber auch Augentropfen und bestimmte chirurgische Eingriffe werden heute eingesetzt, um weitere Schäden des Auges zu verhindern. Die große Anzahl teilweise völlig unterschiedlicher Behandlungsmethoden, mit denen Grüner Star aufgehalten werden soll, zeigt allerdings, dass die Medizin in diesem Fachgebiet noch keine Patentlösung zu diesem Problem gefunden hat.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion