Wegen ihrer Gefährlichkeit sind

  •     Syphilis
  •     Aids und
  •     Hepatitis B

meldepflichtige Geschlechtskrankheiten. Nach dem Infektionsschutzgesetz (IFSG) muss bei diesen Krankheiten eine Meldung erfolgen, um eine Weiterverbreitung einzugrenzen. Dabei meldet der feststellende Arzt eine anonymisierte Infektion dem Robert-Koch-Institut in Berlin.


Syphilis

Seit Beginn der 90er Jahre gehört die Syphilis nicht mehr länger der Vergangenheit an. Achtlosigkeit im Schlafzimmer sorgt für Aufruhr unter den Ärzten, denn die Zahlen der Infizierten steigen seitdem dramatisch an. Das Bakterium Treponema palladium kann durch ungeschützten Sex, durch Streicheln und durch das Küssen übertragen werden. An der Eintrittsstelle des Erregers zeigen sich nach einer durchschnittlichen Zeit von drei Wochen (maximal zwölf Wochen) Symptome: Charakteristisch für diese Geschlechtskrankheit - und auch tückisch - ist, dass sich schmerzlose Geschwüre bilden. Zusätzlich schwellen benachbarte Lymphknoten an. Auch als ‘Franzosenkrankheit’ oder ‘harter Schanker’ bekannt, ist die Syphilis eine Infektionskrankheit, die ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Prominente Leidtragende waren der Komponist Franz Schubert, der Frauenheld Casanova oder der Dichter Heinrich Heine.
Bei Syphilis gilt: Je früher behandelt wird, desto schneller und effektiver setzt die Heilung ein.

Hepatitis B

Jährlich werden in Deutschland etwa 5000 Neuinfektionen gemeldet. Dabei ist die Dunkelziffer wesentlich höher anzusetzen. Mehr als 50% der Erkrankungen sind auf sexuelle Übertragung zurückzuführen. Der Virus wird von Mensch zu Mensch über Körperflüssigkeiten wie Blut, Tränenflüssigkeit, Speichel oder Sperma durch die Schleimhäute übertragen. Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die Krankheit wird durch eine Infektion mit dem Hepatits B Virus (HBV) ausgelöst. Eine Schädigung der Leber kann zu Störungen der Organfunktionen führen.
Bei etwa 90% der Erkrankten kann Hepatitis B vom Körper selbst geheilt werden. Es kommt nicht selten vor, dass diese Krankheit erst gar nicht bemerkt wird. Das liegt daran, dass die Symptome recht unspezifisch sind:

  •     Appetitlosigkeit
  •     Müdigkeit
  •     Kopfschmerzen
  •     Ein Druckgefühl im oberen Bauchbereich
  •     Gelenk- und Muskelbeschwerden.
  •     Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen
  •     dunkler Urin
  •     Übelkeit
  •     Schmerzen im oberen Bauchbereich
  •     Gliederschmerzen.


AIDS

Diese Erkrankung ist lebensbedrohlich. Sie wird durch den HI-Virus (Humaner Immundefizienz-Virus) ausgelöst, welcher die Ursache für den Zusammenbruch des menschlichen Immunsystems ist. Der Virus schädigt die Zellen im Körper, so dass dieser empfänglicher für Infektionen wird und mit seinem Immunsystem dem Virus nicht mehr standhalten kann. So können sich Krankheiten ungehindert im Körper ausbreiten. Der Virus kann unter anderem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden, sofern der Partner bereits das HI-Virus in sich trägt. Das Virus vermehrt sich in den Helferzellen des Immunsystems und vernichtet diese dabei. Mediziner sprechen bei diesem Überfall von einem “Feuer bei der Feuerwehr”. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen können grippeähnliche Symptome auftreten: Übelkeit, Nachtschweiß, ein Schwächegefühl und Fieber sind nur einige davon. Da es noch keine Heilungsmöglichkeiten gegen AIDS (Acquired immunodeficiency syndrome) gibt, verläuft diese Krankheit tödlich, auch wenn sie sich über Jahre hinzieht.

Neben diesen drei meldepflichtigen Krankheiten gibt es noch viele weitere Geschlechtskrankheiten. Auch wenn man sich mit seinem Intimleben sicher schätzt, sollte man auf regelmäßige Untersuchungen nicht verzichten. Dann wandelt sich die Lust schnell in Lebensgefahr.

Autorin: Juliana Vilbusch, Platinnetz-Redaktion