Was ist beim Lachen im Körper los?

Jeder kennt das befreiende Gefühl, wenn man in einer ernsten Situation plötzlich so richtig loslachen muss. Aber nicht nur für den Geist, auch für den Körper hat Lachen eine entspannende Wirkung. Zuerst wird durch das schnelle Einatmen von Luft der Blutdruck erhöht, aber nur für ganz kurze Zeit. Danach folgt eine länger andauernde Phase der Entspannung für Muskeln und Arterien und senkt so den Blutdruck nachweisbar. Eine gesunde Portion Humor hat aber noch weitere Auswirkungen. So werden etwa während des Lachens Glückshormone ausgeschüttet und das Stresshormon Adrenalin blockiert. Dadurch kann Lachen sogar stärkere Schmerzen lindern. Außerdem wird beim Lachen das Immunsystem gestärkt, da neue Antikörper gebildet werden. Wer es also schafft, während einer Krankheit oder in einer stressigen Situation Humor an sich heranzulassen und herzhaft zu lachen, kann seinen Körper bei der Genesung unterstützen.

Wie kann Humor heilen?

Ausgehend von diesen Ergebnissen kann Humor bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern als Hilfsmittel angewendet werden. Dadurch, dass Humor eine entspannende Wirkung hat, wird Lachen beispielsweise bei Herzinfarktpatienten gefördert, um den Blutdruck niedrig zu halten. Außerdem kann Lachen bei psychischen Krankheiten eingesetzt werden, beispielsweise bei Patienten, die unter Depressionen leiden. Denn Lachen kann dabei helfen, an Patienten heranzukommen, die etwa durch ein Trauma verschreckt wurden und sich völlig zurückziehen. Auch bei psychosomatischen Erkrankungen wie Neurodermitis kann eine Portion Humor positive Effekte erzielen. Denn die Hautausschläge werden unter anderem durch Stress ausgelöst und können so zumindest eingedämmt werden. Damit ist bewiesen: Humor ist mehr als nur Ablenkung für einen Patienten und kann im Körper viele positive Reaktionen auslösen.

Humor hilft heilen – Eine Stiftung erobert die Krankenhäuser

Auf diese positiven Auswirkungen des Lachens sind auch die Mitglieder der Stiftung Humor hilft Heilen aus. In Clownskostümen oder mit Zauberprogrammen ziehen im Namen der Gesundheit extra ausgebildete Clowns, meist mit medizinischem Hintergrund, durch Kliniken und andere Einrichtungen, um Menschen zu erfreuen. In Kinderkrankenhäusern, Altenheimen und Reha-Zentren sind sie unterwegs, um die heilende Wirkung des Lachens zu nutzen. Der Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen hat diese Stiftung 2008 gegründet, und schon heute gibt es in ganz Deutschland Projekte, die beispielsweise Clowns schulen und die Finanzierung anstoßen. Die rote Clownsnase ist das Symbol der Stiftung, die das Lachen in den oft trüben Klinikalltag zurückbringen will. Witze über die Krankheiten selbst zu machen, ist dabei allerdings tabu. Es geht vielmehr darum, dass die Patienten aus ihrem täglichen Klinikrythmus herausgerissen werden, ihre Krankheit für einige Momente vergessen und sich öffnen können für die positiven Effekte des Lachens.

Lachen Sie sich gesund – im Lachclub

Humor hilft aber auch Menschen, die nicht unter Krankheiten leiden. Für gesunde Menschen ist eine tägliche Dosis Lachen gesund und kann beispielsweise hartnäckige Muskelverspannungen lösen oder belastenden Stress hinwegfegen. Nicht umsonst wird immer geraten, ärgerliche Situationen mit Humor zu kontern. Denn das ist nicht nur gut, um Bluthochdruck zu vermeiden, sondern sogar gut dafür, ihn aktiv zu senken.

Diese Erkenntnis machen sich auch sogenannte Lachclubs zunutze. Aus Indien stammt die Idee, Yogaübungen, die zur Entspannung dienen, mit Lachen zu kombinieren. Denn nicht nur durch Humor ausgelöstes Lachen hat die gezeigten positiven Effekte. Auch wer einfach so lacht, nur um des Lachens Willen, tut sich und seinem Körper etwas Gutes. In Indien und den USA gibt es daher unzählige Lachclubs, in denen Menschen zusammenkommen, um gemeinsam hemmungslos zu lachen. Mit Lockerungsübungen und in einer zwanglosen Atmosphäre fällt es den Teilnehmern auch gar nicht so schwer wie man denkt, ohne Grund zu lachen. Auch in Deutschland sind schon viele Lachclubs gegründet worden, die für jeden, der sich mit Lachen etwas Gutes tun möchte, offenstehen.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion