Die österreichische Parkinson Gemeinschaft hat daher in einem Koch- und Ernährungsbuch zahlreiche Rezepte und Ernährungshinweise zusammengestellt, die Betroffenen und ihren Angehörigen helfen, sich gesund zu ernähren, ohne auf Genuss verzichten zu müssen.

Das Buch ist als PDF erhältlich und kann von der Seite der österreichischen Parkinson Gemeinschaft gratis heruntergeladen werden.

Hier haben wir einige Tipps und Rezepte aus dem Buch für Sie zusammengefasst:

Abwechslung tut gut

Auch wenn der Ernährungstrend dahin geht, mindestens vier Stunden zwischen den Mahlzeiten nichts zu essen, für Parkinson-Betroffene gilt: das Essen sollte wenn möglich auf fünf kleine Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, denn große Essensmengen belasten den Körper. Den Hauptanteil der Nahrung sollten Getreideprodukte, Kartoffeln, Teigwaren, Reis, Gemüse und frisches Obst ausmachen. Fleisch sollte seltener gegessen werden. Ein guter Ersatz sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen) und Sojaprodukte. Wichtig sind Michprodukte, da diese wichtige Kalziumlieferanten sind. Menschen mit Parkinson leiden häufiger an Osteoporose als gesunde Menschen, und eine kalziumhaltige Ernährung ist wichtig für die Knochenstabilität.

Gewicht halten

Kalorien zählen, um Pfunde zu verlieren, müssen Menschen mit Parkinson meistens nicht. Ganz im Gegenteil: Gerade zu Beginn der Erkrankung verlieren viele Betroffene an Gewicht. Um dem entgegen zu wirken, können Speisen bei Bedarf mit zusätzlichen Kalorien angereichert werden. Alles, was sonst eher in kleinen Mengen gegessen werden sollte, kann Parkinson-Betroffenen helfen, ihr Gewicht zu stabilisieren. Dazu gehören zum Beispiel Butter, Sahne, Creme fraîche, fetthaltige Käsesorten oder Zucker. Am besten Fruchtzucker, der weniger süßt, aber mehr Kalorien hat. Geeignet sind auch hochwertige Öle wie Raps-, Oliven-, Maiskeim-, Sonnenblumen oder Kürbiskernöl, die warmen Mahlzeiten beigegeben werden.

Trinken ist wichtig

Flüssigkeitsmangel kann die Symptome verschlechtern und zum Beispiel zu Verwirrtheit führen. Aus diesem Grund sollte reichlich und vor allem regelmäßig Flüssigkeit zugeführt werden. Am besten ist es, in jedem Zimmer Wasser bereitzustellen, damit ständig ans Trinken erinnert wird.

Ernährung und Medikamente

L-Dopa-Medikamente müssen mindestens eine halbe Stunde vor oder frühestens eine Stunde nach dem Essen geschluckt werden. Sie dürfen zudem nicht zeitgleich mit eiweißhaltigen Nahrungsmitteln eingenommen werden. Feste Essenszeiten erleichtern den Betroffenen die Medikamenteneinnahme und helfen auch, sich an dem vom Arzt vorgegebenen Einnahmeplan zu halten.

Störungen der Verdauung

Oft leiden Betroffene an Bewegungsstörungen, die auch den Verdauungstrakt betreffen. Durch mangelnde körperliche Aktivität, zu wenig Flüssigkeit und ballaststoffarme Nahrung wird das unter Umständen verstärkt. Ebenso können einige Parkinson-Medikamente zu Verstopfung führen. Ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornteigwaren, Müsli, Salat oder Gemüse regen die Verdauung an. Auf stopfende Nahrungsmittel wie Weißmehlprodukte, Mehlspeisen und Süßigkeiten, Kakao, schwarzen Tee, Rotwein und – die Ausnahmen bei Obst – Bananen und Heidelbeeren sollten Betroffene verzichten, wenn sie unter Verstopfung leiden.

Schluck- und Riechstörungen

Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung können Schluckbeschwerden auftreten. Logopädische Übungen und ein aufrechte Haltung beim Essen helfen hier. Die Nahrung sollte nicht trocken, körnig oder zu fest sein. Bei ausgeprägten Schluckbeschwerden hilft es, das Essen zu pürieren, oder ihm mit Eindickungsmitteln eine geeignete Konsistenz zu geben. Oft schon im Frühstadium des Parkinson können Geruchs- oder Geschmacksveränderungen auftreten, die dann zu Appetitlosigkeit führen. Hier helfen Kräuter und Gewürze. Besonders appetitanregend wirken Chili, Curry, Ingwer, Paprika, Piment und Pfeffer.

Mit Genuss essen

Bei allen Einschränkungen: Der Genuss beim Essen soll nicht verloren gehen. Ein schön gedeckter Tisch, die Gesellschaft der Familie oder von Freunden tragen zum Genuss beim Essen bei. Häufig leiden Menschen mit Parkinson unter Appetitlosigkeit. Da hilft es, wenn Angehörige den Betroffenen die Möglichkeit geben mit Zeit und Ruhe zu essen. Es empfiehlt sich also, für die Mahlzeit genug Zeit einzuplanen, um Stress zu vermeiden. Und wenn das Essen trotzdem mal nicht angerührt wird, ist es gut zu wissen, dass es nicht an den Kochkünsten liegen muss. Einige Menschen mit Parkinson leiden durch die Medikamente an Übelkeit. Manchmal tun es dann kleinere Portionen oder der behandelnde Neurologe kann zu Rate gezogen werden.
Auch gegen ein gelegentliches Gläschen Wein oder eine Tasse Kaffee ist nicht unbedingt etwas einzuwenden – nach Rücksprache mit dem Arzt und unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit den Medikamenten. Leckeres Essen in netter Gesellschaft bedeutet, sich ein Stück Lebensfreude zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.parkinson-sh.at