Wird die Wirbelsäule durch eine starke Muskulatur entlastet, machen sich altersbedingte Verschleißerscheinungen – wenn überhaupt – erst später bemerkbar.

Die Rückenschule gibt es in Form von Kursen oder Büchern. Sie vermitteln grundlegende – teilweise auch anatomische – Informationen über Rücken, Nacken- und Lendenbereich und zeigen Übungen für einen gesunden Rücken. Kurse werden zum Beispiel von Fitnessstudios oder Physiotherapeuten angeboten. Erkundigen Sie sich, ob und in welcher Höhe sich Ihre Krankenkasse an den Kosten beteiligt. Haben Sie bereits ein spürbares Rückenleiden, ist es ratsam sich zunächst von einem Arzt untersuchen zu lassen. Dieser entscheidet dann, ob eine Rückenschule in dem jeweiligen Fall ausreichend ist oder doch besser Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Schmerztherapie oder andere Verfahren angewendet werden sollten.

Kopfschmerzen und Rückenschmerzen – das Paar der Volkskrankheiten

Im Verlauf des Lebens „lernen“ Menschen automatisch, sich immer weniger zu bewegen. Ist man in der Schulzeit in den Pausen noch quer über den Schulhof gerannt, hat mit der Zeit der Stuhl oder das bequeme Sofa die Oberhand gewonnen. Man hat sich daran gewöhnt. Aber was sagt der Rücken dazu? Wenn Sie es noch nicht selber spüren, dann gehören Sie zu den wenigen, die keine Beschwerden haben. Und dabei ist es egal, ob Sie 20, 30, 40 oder 50 Jahre alt sind.

Die meisten Menschen haben ein Rückenproblem – auch wenn sie es gar nicht wahrnehmen. Denn der gesamte Rückenbereich ist nicht nur eine sensible, sondern auch sehr komplexe Angelegenheit. Klagen viele über Kopfschmerzen, liegt die Ursache doch häufig weiter unten: Die Nervenstränge entlang der Wirbelsäule wirken von Kopf bis Fuß. Ist dann mal ein Wirbel verschoben oder ein Muskel verkrampft, hat das Auswirkungen auf den Rest des Körpers. Deshalb: Wer sorgsam mit seinem Rücken umgeht, ihn hegt und pflegt, der kann mit einem Schlag vielen Beschwerden aus dem Weg gehen. Eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln ist keine Lösung – weder bei Kopfschmerzen noch bei Rückenschmerzen.

Die Rückenschule weiß: Die Mischung macht’s

Der Mythos „Schone Deinen Rücken, wenn er schmerzt!“, ist längst überholt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass jeder Rücken von Bewegung, Muskelaufbau, Anspannung und Entspannung profitiert. Bereits am Morgen können Sie Ihrem Rücken etwas Gutes tun: Räkeln Sie sich! Beginnen Sie den Tag mit leichter Gymnastik.

Die ersten Bewegungen des Tages können ruhig im Bett stattfinden. Strecken Sie sich, spannen Sie Ihre Muskeln an und entspannen Sie wieder. Sind Sie bereits aufgestanden, machen Sie ein leichtes Stretching: Lassen Sie Ihren Oberkörper nach unten hängen und versuchen Sie mit gestreckten Beinen Ihre Zehenspitzen mit den Fingerspitzen zu berühren. Strecken Sie Ihre Arme in die Luft und stellen Sie sich auf die Zehen – tun Sie so, als ob Sie die Decke berühren wollten. Bleiben Sie gerade und beugen Sie Ihren Oberkörper seitlich abwechselnd nach rechts und links – danach verharren Sie für einige Sekunden jeweils auf einer Seite.

Sorgen Sie für einen bewegten Alltag! Nehmen Sie das Fahrrad anstatt Auto oder Bus und gehen Sie ein paar Schritte, sobald sich die Gelegenheit dafür bietet. Immer wieder ein paar Minuten helfen schon. Bringen Sie Abwechslung in Ihr Freizeitprogramm – es muss nicht immer der Fernseher sein. Gehen Sie mal ins Museum, schwimmen oder tanzen, und erkunden Sie Ihre nähere Umgebung. Achten Sie zudem auf eine gute Matratze: Jeder hat ein anderes Bedürfnis und Empfinden, was für ihn die „perfekte“ Matratze ausmacht. Lassen Sie sich dazu im Bettenfachgeschäft oder besser noch vom Physiotherapeuten beraten.

Rückenschule - was Sie sonst noch für Ihren Rücken tun können

Neben der regelmäßigen Bewegung gibt es noch ein paar Verhaltensregeln, die man dem Rücken zuliebe beachten sollte:

  • Bemühen Sie sich um eine aufrechte Haltung
  • Gehen Sie beim Bücken in die Hocke und nehmen Sie beim Heben die Kraft aus den Beinen
  • Grundsätzlich nie zu schwere Gegenstände und immer dicht am Körper heben
  • Vermeiden Sie einseitige Belastungen beim Tragen
  • Ein Rucksack ist besser als eine Umhängetasche
  • Zwei Einkaufstüten sind besser als eine – wenn Sie sie gleichmäßig auf rechts und links verteilen
  • Wechseln Sie beim Sitzen ständig Ihre Position – ein gerader Rücken ist auf Dauer auch nicht gut

Grundsätzlich gilt: Meiden Sie Stress und psychische Belastung! Herrscht erst einmal Anspannung im Kopf, kann das auch ganz schnell auf den Schulter-, Nacken- und Rückenbereich übergehen. Machen Sie mal eine Pause! Auch wenn es „gerade gar nicht passt“ – genau dann ist Einhalt geboten. Verlängern Sie Ihre Mittagspause um eine Massage-Einheit oder legen Sie sich einen Urlaubstag mitten in die Woche. Oder gönnen Sie sich abends ein leckeres Essen. Treffen Sie Freunde und reden Sie sich bei einem Glas Wein die Sorgen von der Seele. Das macht den Kopf frei und schafft Platz für Neues.

Autor: Sabine Fischer, Platinnetz-Redaktion