Schönheitspflege betreiben Frauen schon seit Jahrtausenden. Die alten Ägypterinnen umrandeten ihre Augen dick mit schwarzem Kajal, um sie vor Schmutz und Staub zu schützen und verwendeten eine Art Make-up, um die Haut vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen. Schönheit, Stolz, Sinnlichkeit und Luxus verbindet man mit dem Orient. Die heutigen Kosmetikfirmen greifen diese Sehnsucht nach Ferne und Abenteuer auf und bringen vermehrt sinnlich-schwere Parfums in orientalisch anmutenden Flakons und Kosmetikprodukte in goldenen Tiegeln auf den Markt. Auch uraltes Wissen der Körperpflege aus dem Orient wird aufgegriffen und neu aufgelegt. So gibt es zum Beispiel neben dem in Europa üblichen Haarentfernungs-Wachs auch Halawa zu kaufen.

Halawa: Haarentfernung wie im Orient

Glatte, zarte Haut ohne störende Behaarung wurde im Orient als schön und hygienisch empfunden. Um die Haare zu entfernen, benutzten Sherazade und Co. Halawa, eine Paste aus Zucker, Zitronensaft und Pflanzenöl. Die bernsteinfarbene Paste ist sehr sanft und verträglich, da sie ausschließlich aus natürlichen Materialien besteht und keine Chemie enthält. Die Paste aus dem Orient wirkt wie ein sanftes Peeling und hinterlässt streichelzarte Haut. Zuerst etwas Babypuder auf die Haut geben, damit diese trocken und fettfrei wird. Dann die Zuckermasse mit dem Löffelrücken auftragen, ein Baumwolltuch darauf drücken, etwas anmassieren und schnell gegen die Wuchsrichtung und sehr nah am Körper abziehen. Halawa ist sehr verträglich. Dennoch sollte man es zuerst an einer kleinen Stelle am Bein oder Unterarm testen und nicht auf gereizter Haut anwenden. Den benutzten Stoff kann man einfach waschen und immer wieder verwenden. Halawa eignet sich auch für die Haarentfernung in den Achseln und der Bikinizone.

Rhassoul: Waschen auf orientalisch

Rhassoul ist das klassische Reinigungsmittel im Orient. Die Lavaerde wird seit Jahrhunderten im Marokkanischen Atlasgebirge abgebaut und zum Reinigen von Haut und Haaren verwendet. Rhassoul besteht hauptsächlich aus Magnesium, Silizium, Calcium und Eisen. Die Inhaltsstoffe haben eine pflegende und entzündungshemmende Wirkung und greifen den Schutzmantel von Haut und Haaren in keiner Weise an.

Heute ist sie der Renner in Spa- und Wellness-Tempeln, wo sie für die Anwendung mit Düften aus Rose, Lavendel, Rosmarin, Myrthe oder anderen Essenzen angereichert wird.

Man kann die Wascherde auch als Pulver oder bereits als fertige Waschcreme oder als Shampoo für Zuhause kaufen. Die Anwendung ist erst etwas gewöhnungsbedürftig, weil die grau-braune Erde aus dem Orient nicht schäumt. Aus den Haaren muss man sie sehr gründlich wieder auswaschen, denn Rückstände lassen das Haar matt erscheinen.

Baden wie im Orient

Uralte und natürliche Schönheitselixire, die schon von den Frauen im Orient benutzt wurden, sind Milch und Honig. Der Honig wirkt antibakteriell und desinfizierend. Gleichzeitig sorgt er für wunderbar zarte Haut: Für weiche, rosige Lippen einfach mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig alte Hautschüppchen entfernen und anschließend Honig auftragen und einziehen lassen. Honig bindet Feuchtigkeit und eignet sich, mit etwas Quark eingedickt, auch als Gesichtsmaske gegen trockene Haut.

Im Orient badete Kleopatra angeblich in frischer Eselsmilch. Wer keinen Esel zur Hand hat, kann auf Kuhmilch zurückgreifen. Alternativ kann man auch Molke oder Molkepulver verwenden. Ein Milchbad, wie es schon im Orient benutzt wurde, trocknet die Haut nicht aus, da das Milchfett den natürlichen Schutzmantel der Haut nicht angreift. Das Eiweiß der Milch hat eine beruhigende und angenehm glättende Wirkung auf trockene Haut. Zusätzlich bindet Milcheiweiß Feuchtigkeit in der Haut. Milchenzyme fördern die Zellerneuerung.

Für ein Milchbad braucht man etwa ein bis zwei Liter vollfetter Milch. Wenn man lieber Molkepulver ins Badewasser geben möchte, braucht man davon fünf Esslöffel. Für die Seele kann man einige Tropfen des Lieblingsöls ins warme Wasser geben. Wer es noch einfacher haben möchte, kann sich in der Apotheke oder im Naturkosmetik-Laden ein fertiges Milchbad kaufen.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion