Jeder hat so seine eigene Meinung davon wie man gut und gesund schläft. Doch sind ein offenes Fenster, blaue Wände und im Bett zu lesen wirklich gut, um sanft einzuschlummern? Erfahren Sie, was Schlafwissenschaftler raten.

In dieser Umgebung schlafen Sie gut

Ein gesunder Schlaf beginnt mit einem guten Bett. Ideal bettet man sich auf einem moderner Lattenrost mit vielen dünnen Latten, die höchstens einen Abstand von 4 Zentimetern haben sollten. Die alten Lattenroste mit den breiten Brettern passen sich dem Körper nicht gut genug an, was aber für einen gesunden Schlaf wichtig ist. Ein Lattenrost mit vielen Latten sorgt beispielsweise für eine bessere Haltung der Wirbelsäule während des Schlafs und sorgt dafür, dass man sich am Morgen fitter fühlt, als wenn man nachts schlecht gelegen hat. Bei der Matratze sollte man ebenfalls ein Exemplar wählen, das dem Körper an Druckstellen nachgibt, aber trotzdem eine unterstützende Wirkung hat. Latex-Matratzen gelten als die beste Matratzenform, die allerdings nicht gerade billig ist. Auch Kaltschaum-Matratzen werden empfohlen, die allerdings nicht so luftdurchlässig sind und man beim Schlafen schneller ins Schwitzen kommt. Doch jeder Körper ist anders, daher sollte man bei der Wahl der Matratze auf jeden Fall die Experten im Fachhandel befragen, um sich auch wirklich richtig zu betten.

Von Farben und Fenstern

Es ist schon fast eine Glaubensfrage geworden, ob man besser bei offenem oder bei geschlossenem Fenster schläft. Wichtig ist zu wissen: Zwar sollte man nicht in zu warmen Räumen schlafen, aber wer die ganze Nacht das Fenster offen lässt und dabei friert, der schläft schlecht. 16 - 18 Grad empfehlen die Schlafforscher als ideale Schlafzimmertemperatur. Also lieber vor dem schlafen gehen gut durchlüften, dann ist auch genug Sauerstoff für die Nacht im Zimmer. Dunkel sollte es im Schlafzimmer immer sein, denn dann ist der Schlafrhythmus ungestört. Wenn von draußen zu helles Licht kommt, beispielsweise von Straßenlaternen, wird der Schlaf unterbrochen, oft auch unmerklich für den Schlafenden. Dann merkt man unter Umständen erst im Laufe des folgenden Tages, dass man unausgeschlafen ist. Ideal zum Abdunkeln sind Jalousien oder Rollos, da sie nachts genügend Licht fernhalten und die Helligkeit am Morgen durchscheinen lasen. Das sorgt für ein natürliches Aufwachen. Ebenfalls unbewusst wirkt die Wandfarbe auf den Menschen ein. Blaue Farbe wird allgemein für das Schlafzimmer empfohlen. Vor allem Pastellblau verhilft dem Körper in einen Ruhezustand zu kommen, während rot anregend wirkt und das Einschlafen eher verzögert.

Vor dem schlafen gehen ruhiger werden

Wichtig für gutes Einschlafen ist es, dass man sich vor dem zu Bett gehen nicht mit irgendetwas ablenkt. Ein Fernseher im Schlafzimmer ist beispielsweise für den Schlaf ungünstig. Bildeindrücke, die das Gehirn beschäftigen und das flackernde Licht des Fernsehers, können sich noch die ganze Nacht auswirken und zu einem unruhigen Schlaf führen. Arbeiten am Laptop, noch eine DVD vor dem Einschlafen anzuschauen – das sollten Sie im Bett lieber lassen. Es ist wichtig, das Schlafzimmer hauptsächlich zum Schlafen zu benutzen, denn der Körper merkt sich, wenn man häufig im Bett noch Rätsel löst oder fernsieht, und es fällt ihm zunehmend schwerer, das Bett mit Schlafen zu assoziieren. Wer vor dem Schlafengehen noch ein Buch lesen will, dem raten Schlafforscher dies in eine Decke eingekuschelt auf dem Sofa oder einem anderen gemütlichen Lieblingsplatz zu tun. Wer dagegen im Bett liest, bis ihm die Augen zufallen, tut sich und seinem Körper nichts Gutes.

Menschen, die unter Einschlafproblemen leiden und lange im Bett wach liegen, sollten stattdessen lieber aufstehen, anstatt sich stundenlang schlaflos im Bett zu wälzen. Schlafforscher empfehlen, spätestens nach 20 Minuten Wachliegen wieder aufzustehen und sich beispielsweise im Wohnzimmer bei gedämpftem Licht auf dem Sofa zu entspannen. So kommt man zur Ruhe und nimmt gleichzeitig Rücksicht auf den Bettnachbarn.

Wer sich also eine Umgebung schafft, die den Schlafbedürfnissen des Körpers angepasst ist, der wird merken, dass er öfter ausgeschlafen und fit aufsteht und kann frisch in den Tag starten.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion