Oder es wird ein bereits bestehendes Haus für die individuellen Bedürfnisse umgebaut. Die Kombination ist dabei nicht immer Jung und Alt, es schließen sich auch Gleichaltrige im besten Alter zu Gemeinschaften zusammen. Oft wird ein größerer Gemeinschaftsraum eingerichtet, in dem man sich treffen und feiern kann.

Ideen der Hausgemeinschaften

Meist schließen sich Menschen in einer Hausgemeinschaft zusammen, die nicht gerne allein, bzw. zu zweit oder als Familie wohnen möchten, sondern Anschluss suchen. Das kann man sich am ehesten wie eine Art selbstgewählte Großfamilie vorstellen. Prominentes Beispiel: Henning Scherf kaufte zusammen mit seiner Frau und einigen Freunden ein Haus, in dem sie alle gemeinsam leben und das schon seit fünfzehn Jahren.

Im Gegensatz zu dem Modell einer Wohngemeinschaft leben die einzelnen Parteien des Hauses bei einer Hausgemeinschaft in getrennten Wohnungen. Es ist also für viele die ideale Kombination aus einerseits Privatsphäre und andererseits dem Leben in Gemeinschaft. Das Schöne an einer Hausgemeinschaft ist, dass alle Seiten davon profitieren:

Junge Familien haben ähnlich wie früher in Großfamilien immer jemanden, der kurzfristig, etwa bei der Kinderbetreuung, einspringen kann. Für Kinder können die älteren Bewohner des Hauses eine Art Großeltern-Ersatz darstellen. Denn oft wohnen die wirklichen Großeltern weit entfernt. Auf der anderen Seite kann es für Allein-Lebende schön sein, immer jemanden in der Nähe zu haben, an den man sich ganz selbstverständlich wenden kann. Und sei es auch nur für einen kleinen Handwerker-Einsatz. In manchen Projekten entwickeln sich Rituale, wie etwa gemeinsame Mahlzeiten, gemeinschaftliche Besuche von Veranstaltungen oder sogar Reisen. Bevor man sich auf so ein Projekt einlässt, sollte man sich über ein paar Dinge klar sein:

  • In der Regel steht am Anfang der gemeinschaftliche Kauf eines Hauses. Dies bedeutet, dass man sich langfristig bindet.
  • Meist bestehen zwar zumindest schon Bekanntschaften oder sogar Freundschaften. Aber man lernt die anderen Bewohner des Hauses erst richtig kennen, wenn man dort zusammen wohnt. Vielleicht kommt man nicht mit allen wirklich klar.
  • Die Gemeinschaft bedeutet auch, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Wie weit diese geht, sollte unbedingt im Vorfeld besprochen werden.

Hausgemeinschaften statt Wohngemeinschaften

Die Hausgemeinschaften sind also neben den modernen Wohngemeinschaften eine weitere Idee des Zusammenlebens. Ein Vorteil hierbei ist, vor allem im Vergleich zu den Wohngemeinschaften, dass es mehr Raum für Privatsphäre gibt. Jede einzelne Partei hat ihre eigene Wohnung, somit muss man sich nicht Küche und Bad teilen. Nachteil ist der größere finanzielle Aufwand, da an erster Stelle der gemeinsame Kauf eines Hauses steht. Allerdings ist es nicht so einfach geeignete Objekte zu finden. Diese sollten nach Möglichkeit den speziellen Wünschen, die jeder Einzelne für das gemeinsame Wohnen hat, entsprechen. Zudem wird die Idee der Wohn- und Hausgemeinschaften zwar immer beliebter, aber das passende Projekt zu finden, erfordert immer noch etwas Geduld.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion