Das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Gewis-Instituts ist eindeutig: Nur 17 Prozent der befragten Frauen zwischen 20 und 50 Jahren begnügen sich mit der lächerlich geringen Anzahl von zehn Paar Schuhen. 38 Prozent der holden Weiblichkeit hortet zwischen zehn und 25 Paar Schuhe im Schrank. Das Erstaunliche: Frauen kaufen sich manchmal sogar Schuhe, obwohl sie bereits beim Kauf wissen, dass sie diese Schuhe niemals tragen werden. Wie lässt sich ein solch offenkundig irrationales Verhalten erklären?

Schuhe garantieren einen Einkauf ohne Frust

Frau kauft sich generell gerne neue Kleidung. Für viele ist das Einkaufen geradezu eine Frustbewältigung. Hat Frau etwa einen besonders schlimmen Tag gehabt, kann sie ihre Laune durch das Einkaufen schöner Kleider heben. Sie "belohnt" sich quasi dafür, dass sie etwas überstanden, ausgehalten oder ertragen hat, was für sie sehr schwer oder unschön war. Doch auch wenn Frau nicht frustriert ist und nicht das Bedürfnis nach einer Belohnung hat, macht den meisten das Schlendern durch die Läden, das Anprobieren und das Kombinieren verschiedener Stile, Modeerscheinungen und Accessoires einfach Spaß. Doch was gerade beim Hosen- oder Rockkauf ganz schön frustrierend werden kann ist eben die Anprobe. Denn zu bestimmten, wenn auch äußerst seltenen Zeiten des Jahres, wie etwa in der Adventszeit, kurz nach Weihnachten, Ostern, den Sommerferien, ihrem Geburtstag, dem Geburtstag der besten Freundin oder der Zeit der Sankt-Martins-Gänse, stellt Frau leider regelmäßig fest, dass die Schlemmereien, denen man bei diesen Festlichkeiten ja schlichtweg nicht aus dem Weg gehen kann, Wirkung gezeigt haben. Fällt nun der Jeanskauf ungünstiger Weise genau in eine dieser äußerst seltenen pfundigeren Zeiten, frustriert es Frau, wenn sie feststellen muss, dass ihr ihre sonstige Standardgröße nicht mehr passt. Auf unschöne und zwickende Art wird sie daran erinnert, dass sie das ein oder andere Kilo mehr auf den Hüften hat als sie eigentlich möchte. Das schlechte Gewissen meldet sich und der ganze schöne Spaß an einer ausgedehnten Shopping-Tour ist dahin. Ganz anders beim Kauf von Schuhen: Egal in welcher Festzeit und damit körperlichen Verfassung sich Frau gerade befindet - Schuhe passen immer! Es ist Verlass darauf, dass die Schuhgröße sich auch trotz Zimtsternen, Ostereiern oder Geburtstagskuchen nicht ändert. Bei der Anprobe erliegt Frau also weder einer Frustration noch einem schlechten Gewissen. Aus diesem Grund kauft Frau besonders gerne Schuhe, was sich dann je nach Kontostand und Frustrationspegel in einen regelrechten Schuhrausch steigern kann.

Wenn Frau nicht die passenden Schuhe hat

Welche Frau kennt es nicht: Am Abend möchte sie unbedingt das neue Kleid mit dem modischen Schnitt anziehen - und zwar unbedingt, eine andere Alternative gibt es nicht, denn der volle Kleiderschrank gibt sonst einfach nichts her! Das Problem: Genau zu diesem Kleid hat Frau einfach nicht die passenden Schuhe. Die einen haben die falsche Farbe, die andere die falsche Form. Die nächsten passen nicht zum Wetter und die übernächsten haben eine glänzende Schnalle, die nicht mit dem Kleid harmoniert. Zu jedem Kleidungsstück passt eben nur eine bestimmte Art Schuh. Stiefelchen, Sandalen, Pumps, Sneaker, Stiefel, High Heels, Ballerinas und so weiter und so weiter sind nicht einfach austauschbar. Also braucht Frau natürlich unbedingt zu dem neuen Kleid auch noch neue Schuhe, sonst könnte sie es ja gar nicht anziehen. Damit wäre also sogar ein absolut rationaler und logischer Grund für den weiblichen Schuhtick gefunden.

Was Frauen nach Meinung einiger Experten ebenfalls an Schuhen reizt, ist deren Vielseitigkeit. Durch Schuhe kann Frau sich schnell, ohne viel Aufwand, aber wirkungsvoll verwandeln. Entweder sie kann locker und sportlich wirken, sexy und aufreizend anmuten oder schlicht, aber elegant sein. Schuhe ermöglichen der Damenwelt eine Fülle an Möglichkeiten. Positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass dadurch, dass sich die Schuhgröße in der Regel im Laufe der Jahre nicht ändert, sich die Schuhe optimal horten und immer mal wieder auch nach langer Zeit aus dem Schrank holen und tragen lassen.

Nun konnte das Phänomen an sich ein wenig beleuchtet werden. Der Umgang damit fällt sicherlich besonders den Herren der Schöpfung dennoch schwer. Ist ja auch manchmal anstrengend, ständig um den eigenen Platz auf dem Schuhregal kämpfen zu müssen. Machen Sie sich immer klar: Schuhe machen Frauen glücklich. Vielleicht profitieren Sie also selbst indirekt von den Schuhen! Sehen Sie es positiv.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Team