Warum haben Frauen ungefähr 500 Döschen und Tigelchen im Bad wenn Mann mit 5 auskommt? Warum wollen sie dauernd einkaufen gehen, obwohl der Kleiderschrank fast berstet? Warum wollen Frauen über Probleme reden, wenn Mann sie doch nicht lösen soll? Fragen über Fragen. Versteh einer die Frauen!

Frauen verstehen leicht gemacht

Grundsätzlich sind Frauen gar nicht so sehr anders als Männer. Männer glauben das nur. Und dabei werden sie von Büchern unterstützt, die behaupten, der Unterschied sei biologisch begründet und außerdem in der Evolution der Menschheit so festgelegt worden. Das ist alles Blödsinn. Glauben Sie kein Wort. Frauenhirne sind biologisch nicht anders als Männerhirne. Frauen benutzen sie nur etwas anders. Janet S. Hyde, Psychologin an der University of Wisconsin hat Daten von über 7000 Einzeluntersuchungen über Geschlechterunterschiede verglichen. Sprache, mathematische Fähigkeiten, Kommunikationsmuster, Aggression oder Führungsstil: Die Differenzen zwischen Frauen und Männern fallen statistisch kaum ins Gewicht. Und dennoch zeigt sich jeden Tag aufs Neue: Frauen sind mitfühlender, kommunikativer und sensibler als Männer. Frauen verstehen ihre Männer zwangsläufig fast wortlos, während Männer selten ihre Frauen verstehen, auch wenn die sich ausführlich erklären. Das liegt tatsächlich in ihrer Natur. Frauen haben ein Grundbedürfnis, sich mitzuteilen. Ein Mann, ein Wort - eine Frau, ein Wörterbuch. Da ist was dran. Das ist auch und erst recht so, wenn sie ein Problem hat. Frauen verstehen nicht, warum Männer ihre Probleme in sich hineinfressen. Sie möchten gern mit ihren Partnern darüber reden, aber sie erwarten NICHT, dass der ihnen eine Lösung präsentiert. Männer fühlen sich davon häufig überfordert. „Da kann ich dir auch nicht helfen!“ heißt es dann und sie denkt „Er interessiert sich gar nicht für mich!“ Sie zieht sich schmollend zurück, worauf er sie für eine Mimose hält. „Hach, Frauen sind aber auch so emotional!“ Stimmt. Frauen sind sensibel und emotional. Aber in diesem Fall liegt das Problem eher in ihrem Bedürfnis nach Kommunikation und seinem Bedürfnis, ihr Held zu sein. Sie möchte sich ihr Problem von der Seele reden. Lösen wird sie es dann schon selbst. Sein Zuhören reicht ihr als Beweis seiner Anteilnahme an ihrem Leben. Er dagegen denkt praktisch. „Zuhören bringt sie nicht weiter. Ich muss etwas tun, um ihr zu helfen.“ Fällt ihm aber nicht sofort eine Lösung ein, kratzt das an seinem Selbstbild als ihr persönlicher Held des Alltags. Und natürlich möchte er ihr helfen, weil er Anteil an ihrem Leben nehmen möchte. Klappt das nicht, ist er frustriert und reagiert leicht aggressiv. Dabei könnte das Frauen verstehen so einfach sein.

Frauen verstehen sich zwischen den Zeilen

Schwieriger wird es da schon bei der Frage, warum Frauen so hingebungsvoll Klatsch und Tratsch austauschen. Das werden Männer wohl nie verstehen. „Was interessiert mich, was Brad Pitt gestern gegessen hat?“ Ganz einfach: Auch das hat mit der Kommunikationsstärke der Frauen zu tun. Wer tratscht, erfährt etwas über den Charakter seines Gegenübers. Über seine Werte, seine Vorstellungen, über die geistige Welt, in der er lebt. In einem oberflächliches Gespräch über Brad Pitt und Angelina Jolie verrät Frau zwischen den Zeilen etwas über ihre Vorstellung einer perfekten Beziehung. Frauen verstehen versteckte Botschaften. Das schafft Verbindungen und festigt das soziale Netz, was für Frauen immens wichtig ist. Männer dagegen sprechen, um ohne Umwege Informationen auszutauschen. Sie meinen was sie sagen. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn sie nichts zu sagen haben, schweigen sie. Frauen verstehen das Schweigen ihrer Männer oft als ein Ver-Schweigen. Da sie selbst eigentlich immer irgendetwas denken, fällt es ihnen so schwer zu glauben, dass Männer oft einfach nichts denken. Dann bohren sie ewig nach. Da muss doch was zu finden sein! Irgendetwas muss er doch denken! Bestimmt verschweigt er mir etwas. Schon wittern sie Verrat und sind beleidigt. Er dagegen ist genervt weil er „niemals seine Ruhe haben kann.“ Frauen verstehen diese Reaktion als Ablehnung und sind verletzt, was ihm wieder in seiner Vorstellung bestärkt, dass sie schrecklich emotional sei.

Soziale Bindungen sind auch der Grund für das exzessive Shopping der Frauen. Natürlich hat sie nie genug zum Anziehen aber das ist nur der Vorwand. Der Hauptgrund für ausgedehnte Einkaufstouren liegt darin, viel Zeit mit den Freundinnen zu verbringen. Kleider anprobieren, Kaffee trinken, Schuhe anprobieren, Milchkaffee trinken, Handtaschen aussuchen, Wein trinken, über Männer reden und so weiter. Das kann leicht Stunden dauern. Und natürlich macht es noch mehr Spaß, wenn sie mit ausreichender Jagdbeute nach Hause fahren kann. Und wegen all der neuen Hosen, Röcke und Kleider muss sie nächsten Samstag wieder los, weil sie die passenden Schuhe dazu nicht hat. Denn zu einem dunkelblauen Kleid kann man keine schwarzen Schuhe tragen. Und die weißen sind nur für den Sommer. Die braunen sind Stiefel, das geht stilmäßig zu dem Kleid gar nicht. Die roten zu dem Anlass? Nein. Ergo fehlen noch ein paar braune Pumps. Logisch. Aber eher so Mocca. Auch wenn das für die meisten Männer eine Kaffeesorte und keine Farbe ist. Und wenn es mit dem Frauen verstehen so gar nicht klappen will, tröste man sich mit Alfred Hitchcock: „Es ist absolut sinnlos, die Frauen verstehen zu wollen, wo doch ihr größter Reiz in der Unergründlichkeit liegt.“ 

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion