Das allgemeine Urteil ist deutlich: Sowohl Frauen als auch Männer schauen zuerst auf die Augen des anderen. Zumindest geben dies bei einer aktuellen Umfrage 72 Prozent der Befragten an. Männer wie Frauen finden laut einer Umfrage übrigens blaue Augen am attraktivsten. Doch das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit - in der Regel wandern die ersten Blicke der zwei Geschlechter in unterschiedliche Richtungen.

Was Männer attraktiv finden

Beim ersten Kennenlernen achtet der Großteil der Männer (60 Prozent) zunächst auf die Figur der Frau. Ein attraktiver Frauenkörper sollte für die meisten Männer in erster Linie schlank sein. Außerdem haben Forschungen ergeben, dass die Attraktivität der weiblichen Figur entscheidend vom Taille-Hüfte-Verhältnis abhängt. Die typischen Sanduhr-Rundungen lassen eine Frau besonders weiblich und deshalb attraktiv erscheinen. Jeder dritte Mann jedoch achtet beim ersten Kennenlernen nicht zuerst auf die Figur insgesamt, sondern auf den Po der Frau. Doch auch die Zeit vor dem Spiegel kann sich für die Frau auszahlen - immerhin jedem vierten Mann fallen zunächst Haare und Frisur ins Auge.

Eine Studie an der Universität Rochester hat außerdem ergeben, dass Männer Frauen in roter Kleidung überdurchschnittlich sexy finden. Die Farbe sorgte dafür, dass die "Ladies in red" auf die Befragten attraktiver und begehrenswerter wirkten, als anders gekleidete Frauen.

Was Frauen attraktiv finden

Auch Frauen orientieren sich beim ersten Kennenlernen am Äußeren eines Mannes. 50 Prozent achten als erstes auf die Hände ihres Gegenübers. Sie sollten zwar gepflegt, aber nicht zu gepflegt, sondern männlich stark wirken. Für 43 Prozent der weiblichen Befragten steht der Geruch des Mannes im Vordergrund - sie entscheiden also nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Nase über die Attraktivität eines Mannes. Auf die Zähne achten nahezu gleich viele Frauen (etwa jede dritte) wie auf die Figur des Gegenübers.

Forschungen haben ergeben, dass Frauen während ihrer Fruchtbaren Tage anders über die Attraktivität von Männer befinden, als sie es sonst tun würden. In dieser Zeit fühlen sie sich besonders stark zu männlichen Attributen wie einem markanten Kinn hingezogen. Passend dazu hat eine Studie an der Universität Liverpool gezeigt, dass Frauen Männer mit kleineren Narben oder Verletzungen sexuell anziehend finden. Laut der Studie würden die Befragten Männer, die durch die Narben Stärke und Männlichkeit vermitteln, für ein sexuelles Abenteuer aussuchen, nicht aber für eine Beziehung - in einer Partnerschaft schätzten Frauen diesen "draufgängerischen Lebensstil" eher nicht.

Warum wer was attraktiv findet

Männer und Frauen auf der Suche nach einem attraktiven Gegenüber achten auf verschiedene Dinge, weil sie evolutionsgeschichtlich unterschiedlich gepolt sind: Während das männliche Geschlecht das Hauptaugenmerk auf das Weitergeben seiner Gene legt, ist die Frau auf der Suche nach einem zuverlässigen Versorger. In den Augen der Männer sind somit solche Frauen besonders attraktiv, deren Äußeres auf eine gesunde Fruchtbarkeit schließen lässt. Schlüsselreiz ist hierfür eine breitere Hüfte, im Verhältnis zur schlanken Taille. Frauen wollen sich evolutionsgeschichtlich nicht nur die besten Gene für ihren Nachwuchs sichern, sondern auch den idealen Versorger angeln. Sie tragen das Risiko der Schwangerschaft und müssen den Nachwuchs aufziehen. Im Gegenzug erwarten sie, dass der Partner sie und die Nachkommen versorgt und beschützt. Für männliche Stärke sind unter anderemdie Hände ein Indiz, für eine gute Anlage der Gene dagegen sprechen eher Attribute wie die schönen Zähne eines Mannes.

Diese Theorien erklären sich aus der Evolution und sind in uns angelegt. Allerdings kommen in unserer modernen Zeit auch kulturelle Einflüsse zum Tragen. Andere Werte und Vorstellungen haben die Kriterien für Attraktivität verändert. Sind Frauen oder Männer auf Partnersuche und nicht nur aus sexuellen Motiven an ihrem Gegenüber interessiert, spielen außerdem auch ganz andere Kriterien entscheidende Rollen.

Autorin: Anne Barte, Platinnetz-Redaktion