Aus Neugier oder zum Spaß haben die meisten schon einmal einen Partnerschaftstest im Internet oder in einer Zeitschrift ausgefüllt. Mit nur wenigen Fragen kann man testen, ob der neue Schatz zu einem passt und im Wartezimmer oder beim surfen durch das Internet ist man gerne einmal bereit, ein Dutzend Fragen zu beantworten. Zwar steht auch hinter diesen Tests häufig eine psychologische Grundlage, aber sie sind oft nur auf Unterhaltung ausgelegt. So wechseln sich ernst gemeinte Fragen wie „Können Sie mit Ihrem Partner offen über sexuelle Wünsche sprechen“ mit ungewöhnlichen Nachfragen wie „Haben Sie in der Schule immer Ihre Hausaufgaben gemacht“ ab, deren Beantwortung relevant dafür sein soll, ob die Partnerschaft glücklich ist oder nicht. Auch das Sternzeichen oder eine gemeinsame politische Haltung können in solchen Tests als Gradmesser für eine funktionierende Liebe herangezogen werden. Das Ergebnis ist logischerweise meistens keine qualifizierte Aussage über die Beziehung und liefert stattdessen standardisierte Antworten. So ein unterhaltsamer Partnerschaftstest kann zwar als Anlass dienen, um über die Beziehung nachzudenken, doch meistens füllt man sie eher schnell und ohne großes Nachzudenken aus. Eine echte Wirkung verpufft.

Die eigenen Bedürfnisse im Partnerschaftstest beleuchten

Doch nicht immer sind solche Tests nur eine nette Unterhaltung für zwischendurch. In der Psychologie wird der Partnerschaftstest beispielsweise in der Paartherapie eingesetzt. Diese Tests gehen dabei viel tiefer und leisten mehr als nur oberflächlich abzugleichen, ob man mit dem Partner zusammen passt. Viel wichtiger ist in solchen, oft umfangreichen Beziehungstests, detailliert und tiefgreifend die eigene Situation zu beleuchten. Denn sich über die eigenen Vorstellungen in der Beziehung klar zu werden, verlangt eine ausgiebige Beschäftigung mit sich selbst. Ist man beispielsweise zufrieden mit seinem Aussehen? Hat man auch außerhalb der Beziehung einen Freundeskreis, der einen ausfüllt? Was sind die Erwartungen an den Partner? Äußert man diese überhaupt und wenn ja, wie? Allein die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und dem eigenen Verhalten kann zu einem Umdenken führen. Wer sich beispielsweise vom Partner ausgenutzt fühlt und daher unzufrieden ist, stellt anhand solcher Fragen vielleicht fest, dass er sich ohne Not zu wenig Zeit für sich selbst nimmt und ungewollt die Schuld auf den Partner schiebt. Ein Partnerschaftstest kann so eine gute Möglichkeit sein, einmal über sich selbst nachzudenken. Denn eine bewusste Beschäftigung mit den eigenen Vorstellungen kommt im Alltag oft viel zu kurz. Ein guter Partnerschaftstest bringt einen dazu, über die eigene Haltung und das eigene Selbstverständnis nachzudenken, das man in der Beziehung an den Tag legt.

Wie kann ein Partnerschaftstest helfen?

Einen seriösen Partnerschaftstest zu machen kann in vielerlei Situationen sinnvoll sein. Wenn in der Beziehung etwas nicht stimmt, kann er helfen, die wahren Gründe hinter den Problemen zu finden, die zu Streit oder Ablehnung führen. Aber auch in einer funktionierenden Partnerschaft bringt ein Beziehungstest neue Erkenntnisse, mit denen man das Zusammenleben verbessern kann. Kleinere Probleme können dann vielleicht gar nicht erst die Partnerschaft gefährden. Ein Partnerschaftstest kann nämlich auch Anleitung sein, um sich mit der Beziehung auseinanderzusetzen und über Themen zu sprechen, für die sonst vielleicht kein Anlass besteht, sie aufzugreifen.

Einen solchen ernst gemeinten Partnerschaftstest muss man nicht beim Paartherapeuten machen. Auch im Internet oder in Büchern gibt es umfangreiche und fundierte Partnerschaftstests, die den Tester nicht mit standardisierten Antworten alleine lassen, sondern auch gleichzeitig Anleitung geben, wie man die Schwachstellen in der Beziehung entdecken und ausmerzen kann. Für das Ausfüllen sollte man sich auf jeden Fall viel Zeit nehmen und darauf achten, bei der Beantwortung der Fragen ehrlich zu sich selbst zu sein. Denn idealerweise ist ein Partnerschaftstest ein Leitfaden, der einem hilft, selbständig über die Schwächen und Stärken der Beziehung nachzudenken, Probleme rechtzeitig zu erkennen und richtig zu reagieren. 

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion