Später teilt man den Alltag, weiß schon gar nicht mehr, wann man sich das letzte Mal etwas zärtlich ins Ohr geflüstert hat. Oder wann man das letzte Mal Sex miteinander hatte. Viele haben das Gefühl, dass der Alltag sie auffrisst. So mancher denkt, das kann doch nicht alles sein und schlägt sich mit Trennungsgedanken herum. Meist verläuft eine Beziehung in Wellenbewegungen: Mal ist alles schön und in Ordnung und dann wieder kommt eine Zeit, in der man das Gefühl hat, dass nichts glatt läuft. Natürlich kann man Partnerschaften nicht in ein Schema hineinzwängen, aber es gibt Gemeinsamkeiten zwischen Beziehungen, die sich in Etappen zusammenfassen lassen.

Etappen

  • Frisch verliebt: Beide tragen rosarote Brillen, sehen nur die positiven Seiten des Anderen. Ist man zusammen, vergisst man die Welt um sich herum und lebt und genießt die Zweisamkeit.
  • Alltag (1. Etappe): Je mehr Normalität und Alltag in die Beziehung einkehrt, desto realistischer sehen sich die Partner gegenseitig. Unterschiede und Schwächen oder Eigenheiten des Anderen werden wahrgenommen. Man lebt nicht mehr ausschließlich für die neue Beziehung, kümmert sich auch wieder um die eigenen Freunde und Interessen. Erste Auseinandersetzungen können folgen und die Beziehung wird auf die Probe gestellt.
  • Alltag (2. Etappe): Das Paar zieht zusammen, eventuell wird geheiratet. Man ist als Paar im Alltag angekommen und teilt das Leben miteinander. Die ersten Konflikte sind überstanden, man arrangiert sich mit einigen Dingen.
  • Das berühmte verflixte 7. Jahr: Es kommt nicht in jeder Beziehung vor und bestimmt auch nicht immer im 7. Jahr. Einer der Partner oder sogar beide fühlen sich in der Beziehung gefangen und streben nach Freiheit. Sie haben das Gefühl sich nicht auf diese Partnerschaft festlegen zu können.
  • Versöhnung: Die Erkenntnis reift, dass die Beziehung doch genau das Richtige ist.  Auch wenn es kaum einen Zustand geben kann, in dem alles 100 Prozent perfekt ist, weiß man damit umzugehen.
  • Dauerarrangement: Die große Liebe ist nicht unbedingt mehr vorhanden. Für das Funktionieren einer Partnerschaft ist es aber auf jeden Fall unerlässlich, sich gegenseitig so zu akzeptieren, wie man ist.
  • Ewige Liebe: Das ist natürlich der Idealzustand. Paare, die es „geschafft“ haben und sich trotz Alltag immer noch verliebt in die Augen schauen.

Etappen sind normal

Nicht jede Beziehung durchläuft alle diese Entwicklungsstufen, manche überspringt eine von ihnen, andere scheitern oder erlangen niemals die letzte Phase. Was zeigt uns nun aber diese Gliederung in die einzelnen Etappen einer Beziehung? Zunächst ist es gut zu wissen, dass ein gewisses Maß an „Auf und Ab“ in einer Beziehung völlig normal ist. Wenn wir nun in einer unglücklichen Phase einer Partnerschaft stecken, sollten wir uns einfach gelegentlich vor Augen führen, was wir an dem Partner doch eigentlich zu schätzen wissen. Es lohnt sich, nach vorne zu schauen, sich die Zeit mit dem Partner nach überwundener Krise vorzustellen. Denn wie die Etappen zeigen: Manche Phasen muss einfach jeder durchmachen – mit dem richtigen Partner kann sich das aber lohnen.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion