Jeder Mensch in einer Partnerschaft macht Dinge, die dem Partner nicht gefallen. Nicht immer ist uns klar, was genau die Erwartungen des Partners sind und es kommt zu Enttäuschung und Verletzungen. Jeder hat das wohl erlebt – nehmen diese Verletzungen eine zu große Rolle in der eigenen Gedankenwelt ein, so entfalten sie ein zerstörerisches Potenzial. Und zwar für die Partnerschaft, aber auch für einen selbst.

Hindernisse beim Verzeihen in der Partnerschaft

Wir selbst sind das größte Hindernis, das beim Verzeihen in der Partnerschaft überwunden werden muss.  Hilfreich ist es, wenn das Thema in der Partnerschaft besprochen wurde, das heißt, dem Partner ist klar, warum welches Verhalten verletzend auf den Anderen gewirkt hat. Nur so ist er in der Lage, das Verhalten zukünftig zu ändern. Eine gewisse Einsicht ist da durchaus hilfreich.

Denn oft ist ein Grund für das Nichtverzeihen, dass man Angst hat, den Anderen dadurch zu ermuntern, das Verhalten zu wiederholen. Man möchte ihn bestrafen, zeigen, dass das nicht in Ordnung und nicht so leicht wegzustecken war. Je nachdem, wie tief die Verletzung geht, stellt sich tatsächlich die Frage, ob die Vertrauensbasis, auf der die Beziehung beruht, so schwer erschüttert wurde, dass sie nicht wieder hergestellt werden kann.

Wunden werden nicht vergessen, sie sollten aber auch nicht ständig erneuert werden

Verzeihen bedeutet nicht vergessen. Es bedeutet, dass das Geschehene Teil von uns und auch der Partnerschaft wird. Verzeihen in der Partnerschaft bedeutet nicht, dass man das Verhalten gutheißt, sondern dass man es akzeptiert als geschehen und damit als vergangen. Es ist Teil der gemeinsamen Geschichte. Jeder denkt in ruhigen Momenten auch an die Dinge, die nicht gut gelaufen sind – daran ist auch nichts auszusetzen. Sie dürfen uns aber nicht beherrschen – und auch nicht die Partnerschaft beherrschen, sonst wird sie für alle Beteiligten zur Qual.

Verzeihen beginnt mit dem Vorsatz

Von heute auf morgen wird das nicht funktionieren, sicher ist das Verzeihen in der Partnerschaft ein Prozess – auch mit Rückschlägen. Dieser Prozess des Verzeihens kann abgeschlossen werden, er kann aber auch scheitern. Grundlegend ist eine gemeinsame Einsicht, welches Verhalten verletzend auf den Partner wirkt. Scheitert es bereits an dieser Stelle, stehen die Chancen denkbar schlecht. Das ist auch dann der Fall, wenn der Partner nicht willens oder nicht in der Lage zu einer Verhaltensänderung ist.

Was verzeihen nicht ist

Die Beziehung ist gescheitert, wenn die gemeinsame Vertrauensbasis entzogen wurde. Die Beziehung ist gescheitert, wenn man nicht verzeihen kann. Das ist dann der Fall, wenn der enttäuschte Partner an dem Ereignis gedanklich festhält, nicht loslassen kann. Wenn der Fehler des Partners immer wieder thematisiert wird, dem anderen zum Vorwurf gemacht wird, der Partner immer wieder darauf gestoßen wird und dadurch das Gefühl hat, die Schuld, die er auf sich geladen hat abzubezahlen.

Verzeihen in der Beziehung ist gut für den Verzeihenden

Wenn ein Fehler nicht verziehen wird, ist das nicht nur für denjenigen eine Belastung, der den Fehler begangen hat, sondern auch für denjenigen, der nicht verzeihen kann oder auch noch nicht verziehen hat. Die gedankliche Zermürbung, schlechter Schlaf – kurzum die seelische Belastung wirkt sich auf das Wohlbefinden aus. In diesem Sinne ist der Lohn des Verzeihens in der Partnerschaft die eigene Ausgeglichenheit, die immer eine gute Basis für eine glückliche Beziehung ist. Erfolgreiches Verzeihen bedeutet eine ausgeglichene und unbeschwerte Partnerschaft.