In der Phase der anfänglichen Verliebtheit mag es ja nichts Schöneres geben als im selben Bett zu liegen. Früher oder später aber macht sich oft Ernüchterung breit: Unruhige Beine, spitze Ellenbogen und nervige Geräusche in der Nacht können einem Menschen aus der Bettruhe eine Qual machen. Jeder, der mit einem Partner für eine lange Zeit das Schlafzimmer teilt, wird dieser schon einmal auf den Geist gegangen sein. Gemeinsam leben und alleine schlafen, also nachts getrennte Betten aufsuchen, ist eine logische, aber auch reichlich unkonventionelle Lösung dieser Probleme. Gründe dafür gibt es eine ganze Menge. Eine häufige Ursache, alleine schlafen zu wollen, ist das Schnarchen. Bei einigen Menschen ist dieses knatternde Geräusch der oberen Atemwege derart ausgeprägt, dass es selbst der Partner bei aller Sympathie nachts nicht im selben Bett aushält. Männer schnarchen dabei doppelt so häufig wie Frauen, die sich wiederum generell empfindlicher, aber auch unruhiger beim Schlafen verhalten.

Ein mittlerweile schon klassisches Beispiel für Probleme im Schlafzimmer ist der ewige Kampf um die Bettdecke. Ein unterschiedlicher Schlafrhythmus ist auch ein häufiges Problem. Der entsteht vor allem dann, wenn die Partner zu unterschiedlichen Uhrzeiten ins Bett gehen. Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Schlafgewohnheiten, und auch wenn man sie im Lauf der Zeit einander anpassen kann, bleibt man in dieser Hinsicht am Ende immer individuell. Auch bei der Einrichtung des Schlafzimmers können die Meinungen bei Paaren deutlich auseinander gehen: Beispielsweise Kuscheltiere im Bett sind für echte Kerle ein Graus. Immer wieder kommen auch Streitereien vor, ob das Fenster in der Nacht geöffnet oder geschlossen bleiben soll. Aber ist das wirklich ein Grund, um für die Nachtruhe getrennte Betten aufzusuchen? In letzter Zeit ist das Thema "alleine schlafen" zumindest in den Medien immer populärer.

Alleine schlafen kann Vorteile haben

Dabei ist das Thema alleine schlafen zumindest in wissenschaftlicher Hinsicht von Vorteil: Mehrere Studien haben in den letzten Jahren herausgefunden, dass unter bestimmten Umständen der Mensch besser alleine schlafen kann. Menschen, die alleine schlafen, sind demnach besser ausgeruht und haben generell eine höhere Schlafqualität. An der Medizinischen Universität Wien fand man heraus, dass vor allem Frauen, die alleine schlafen, eine bessere Bettruhe haben. Allerdings sollte man Studien über die Schlafqualität auch nicht zu ernst nehmen, denn solche Analysen können niemals wirklich genau sein. Und auch wenn einige Studien es nahelegen, dass alleine schlafen besser für die Gesundheit ist, sollte eines nicht vergessen werden: Der Mensch ist keine Maschine, und das Wichtigste für ein glückliches Dasein sind immer noch soziale Kontakte.

Alleine schlafen aber nicht alle Paare besser!

Dennoch ist das gemeinsame Schlafen ein sehr altes Beziehungsritual, das nicht ohne Grund existiert. Getrennte Betten sind in unserer Kultur einfach immer mit einem etwas unangenehmen Hintergedanken verknüpft. Viele Psychologen sind der Meinung, dass je weniger Körperkontakt im Bett besteht, desto schlechter sieht es mit der gegenseitigen Zuneigung aus. Diese Erkenntnis ist natürlich nicht sonderlich überraschend. Dementsprechend gibt es auch viele Fachleute, die vermuten, dass hinter dem Vorschlag, dass man plötzlich alleine schlafen möchte, in Wirklichkeit eine nachgelassene Sympathie steckt. Spätestens wenn der Partner seinen festen Platz auf der Couch eingenommen hat, ist das in sehr vielen Fällen ein Zeichen dafür, dass es mit der Beziehung in die Brüche geht. Generell schläft der Mensch nämlich besser nach sexueller Aktivität. Und das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Die Streicheleinheiten werden natürlich etwas weniger, wenn man in getrennten Betten übernachtet.

Gegen viele der Probleme können auch andere Dinge helfen: Ohrenstöpsel können notfalls auch das Geräusch des Schnarchens aus den Ohren nehmen. Und wer wirklich Probleme hat, kann eine Schnarchtherapie machen. Zwischen sechs und sieben Stunden Schlaf gelten als normal. Allerdings ist Schlaf eine sehr individuelle Angelegenheit, und es gibt Menschen, die viel weniger Stunden Ruhe benötigen. Ganz so individuell wie die Beziehungen zwischen Menschen sind, ist auch das gemeinsame Schlafverhalten. Vor allem langjährige Partner haben dabei einen ganz eigenen Rhythmus. Wichtig ist vor allem, dass beide Partner mit der Schlafsituation zufrieden sind. Dass es von Zeit zu Zeit ein paar Probleme gibt, gehört – auch im Bett – zu jeder Beziehung dazu. Umgekehrt nämlich gewöhnt man sich auch an die Anwesenheit eines Partners, so dass man schlechter schläft, wenn dieser einmal nicht anwesend ist.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion