Kinder sind großartig - keine Frage. Allerdings bedeutet ein Kind nicht immer nur pures Vergnügen. Sie bescheren dem alleinerziehenden Elternteil viele Sorgen, Ängste und Unsicherheiten. Gerade in solchen Situationen ist es schön, einen Partner an seiner Seite zu haben, der einen versteht, unterstützt und mit dem man seine Probleme teilen kann.

Alleinerziehend bedeutet eingeschränkte Entscheidungsfreiheit

Ein Elternteil, das alleinerziehend ist, legt bei der Partnersuche in der Regel Wert darauf, dass das eigene Kind mit der Wahl einverstanden ist. Der neue Partner und der Sprössling sollen sich mögen und gut miteinander auskommen - so das Ideal und die Hoffnung der meisten Alleinerziehenden. Das Zusammenleben der neuen Familie soll funktionieren und dazu müssen alle zufrieden sein und gegenseitige Sympathie herrschen. Die Partnerwahl eines Menschen, der alleinerziehend ist, ist also nicht vollkommen frei. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Beziehung wird ob bewusst oder unbewusst auch das Kind mit einbezogen. Und das macht es nicht gerade einfacher, gerade wenn es um Herzensangelegenheiten geht.

Maria (50) lebt schon seit einigen Jahren mit ihrem mittlerweile 15 Jahre alten Sohn Lukas allein. Keine einfache Situation, denn Lukas nabelt sich langsam von seiner Mutter ab, ist oft unterwegs und ist nicht besonders gesprächig. In der Schule ist er nicht gerade der Beste, er kommt abends nicht immer pünktlich nach Hause und hat schon mal heimlich Bier getrunken - alles nichts Ungewöhnliches in dem Alter. Doch für Maria wird es immer schwieriger. Sie fühlt sich sehr oft alleine, macht sich manchmal Sorgen und sehnt sich nach einem Partner. "Aber wer will sich schon freiwillig die Probleme mit einem pubertierenden Sohn aufladen? Man hat ja auch so schon genug eigene Probleme", so Maria. Sie ist traurig und frustriert - und das merkt natürlich auch Lukas: "Ich will, das meine Mutter glücklich ist. Klar hätte sie gerne einen Mann im Haus. Das fänd' ich auch gut, dann hätte sie vielleicht mal bessere Laune." Der Sprössling ist also schon mal offen für eine neue Beziehung seiner Mutter, die Mutter ist auf der Suche - eigentlich gute Voraussetzungen. Trotzdem gestaltet sich die Partnersuche für Maria schwierig, denn obwohl Lukas sich über einen neuen Mann im Haus freuen würde, ist er doch zunächst einmal immer skeptisch: "Meine Mutter ist leider auch schon öfters mal an den Falschen geraten. Es gibt Männer, die wollen sie nur ausnutzen. Deshalb muss ich auch ein bisschen aufpassen, denn man erkennt das ja nicht immer so, wenn man verliebt ist." Und genau diese Einstellung verunsichert Maria immer wieder auf's Neue und verschreckt die Männer, die Lukas kennenlernen. Jedoch sollten sich gerade Mütter, die alleinerziehend sind, darüber im Klaren sein, dass die Kinder in solchen Situationen nicht den "Türsteher" spielen sollten. Zwar sollte man natürlich die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen, doch die Entscheidung für einen Partner muss man immer noch selbst treffen. Wer sich vom Nachwuchs schnell verunsichern lässt, sollte sich genau überlegen, in welcher Phase der neuen Beziehung er den neuen Partner mit nach Hause bringt. Zunächst sollte man sich selbst sicher sein, ob der Neue zu einem passt, zu den Kindern passt. Erst dann kann man den neuen Partner selbstbewusst und glücklich den Kindern vorstellen.

Männlich, ledig, alleinerziehend sucht

Ein Mann, der alleinerziehend und auf Partnersuche ist, ist einer suchenden, alleinerziehenden Mutter gegenüber klar im Vorteil. Denn von den 1,6 Millionen Menschen, die alleinerziehend sind, sind nur 200 000 männlich. Väter sind in der Unterzahl, haben also zumindest im Pool der alleinerziehenden Singles, die größere Auswahl. Zudem schreiben Frauen Männern, die alleinerziehend sind, per se jede Menge positive Eigenschaften zu. Sie gelten beim weiblichen Geschlecht als kinderlieb, ihnen wird Einfühlungsvermögen sowie Verantwortungsbewusstsein zugeschrieben und ihnen wird zugetraut, den Haushalt sorgfältig führen zu können - der perfekte Mann in den Augen einer jeden Frau! Ein solcher Traummann hat gute Chancen beim anderen Geschlecht - und zwar nicht nur bei Müttern, die alleinerziehend sind. Auch Frauen, die noch keine Kinder haben, können sich eine Zukunft mit einem solch verlässlichen Mann meist gut vorstellen.

Viele Alleinerziehende gehen im Internet auf Partnersuche, einfach allein schon aus Zeitmangel. Denn im Internet ist bei der Partnersuche Dating nicht so wichtig, hier kann man sich erst einmal über einen Chat oder E-Mails kennenlernen, bevor man sich miteinander trifft. Findet man bei normalen Singlebörsen wesentlich mehr Männer als Frauen an, ist dieses Verhältnis bei Singlebörsen für Menschen, die alleinerziehend sind, umgekehrt. Hier gibt es erheblich mehr weibliche als männliche Profile.

Wichtig ist: Keiner, der alleinerziehend ist, sollte die Partnersuche aufgeben oder sich schnell frustrieren lassen. Auch Singles ohne Kinder müssen manchmal lange suchen, bevor sie den Richtigen finden. Und dass auch immer mehr Alleinerziehende eine neue Familie mit einem neuen Partner gründen, zeigt die stetig steigende Zahl an funktionierenden Patchwork Familien.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion