Gute Freunde kennen einen. Sie wissen um eingespielte Gewohnheiten, Vorlieben und Schwächen, die man selbst nicht objektiv erkennen kann. In der Regel können sie einen gut einschätzen und wollen nur das Beste. Aus diesen Gründen können sie bei der Partnersuche hilfreiche Tipps geben und werden besonders dann zu Rate gezogen, wenn man sich bei einem neuen Partner selbst nicht sicher ist.

Freunde haben ähnliche Ansichten

Die Freunde haben großen Einfluss auf die Wahl des Partners. Das ist auch nicht verwunderlich, sind Freunde doch meist sehr intime Vertraute. Oft stammen sie aus dem gleichen sozialen Umfeld und haben deshalb ähnliche Einstellungen und Lebensansichten wie man selbst. Wenn ein echter Freund offen und vorurteilsfrei auf den neuen Partner zu geht, kann er eine große Hilfe sein. Gerade am Beginn einer neuen Beziehung ist man blind für die Schwächen oder die Fehler seines Gegenübers. Manchmal verstellt man sich sogar, um dem Anderen zu gefallen. Hier können einen Freunde gut auf den Boden zurück holen, denn gerade, sich zu verstellen kann in einer Beziehung schnell nach hinten losgehen.

Wenn die Freunde den Partner nicht mögen

Das klingt ja alles schon sehr einleuchtend. Doch natürlich darf man nicht blind auf das Urteil von Freunden hören. Dass die Freunde den Partner nicht direkt ins Herz schließen heißt nicht, dass er als Partner ungeeignet ist. Sabine (54) hat fünf Jahre nach ihrer Scheidung bei einer Partnerbörse im Internet Wolfgang (52) kennen gelernt. Beide waren glücklich frisch verliebt und haben die ersten Wochen fast nur zu zweit verbracht. Als Sabine Wolfgang dann ihren Freundinnen vorstellte, hat sie sofort gemerkt, dass die Chemie zwischen ihnen nicht stimmt. "Ich war sehr überrascht, dass meine Freundinnen ihn alle so unsympathisch fanden. Sie waren zwar nicht unhöflich zu ihm, aber kühl und distanziert. Danach habe ich mich nicht mehr getraut, ihn zu Verabredungen mitzubringen." Eine neue Beziehung hat es schwer, muss der Partner gegen den Widerstand des Freundeskreises ankämpfen. Gerade wenn die Freundschaften eng sind und man viel Zeit zusammen verbringt, ist es für alle Beteiligten angenehmer und einfacher, wenn gegenseitige Sympathie herrscht.

Aber genau die kann man eben nicht erzwingen. Auch wenn Freunde den Partner nicht mögen und der Meinung sind, dass er nicht gut genug ist, sollte man sich nicht zu sehr von ihnen beeinflussen lassen. Nach psychologischen Maßstäben ist jemand, der sich in einer solchen Situation befindet in einem Loyalitätskonflik. Wie ein Scheidungskind sitzt man zwischen den Stühlen. Man möchte es den Freunden eigentlich gerne recht machen und sie zudem nicht mit einem Menschen "belasten", den sie nicht mögen. Auf der anderen Seite gibt es ja Gründe, warum man sich für den neuen Partner entschieden hat. Lässt sich zwischen Partner und Freunden auch nach längerer Zeit einfach nicht vermitteln, sollte man nachfragen, was sie konkret am neuen Partner stört.

Suchen Sie ein klärendes Gespräch

Sabine hat noch nie mit ihren Freundinnen darüber gesprochen, warum sie Wolfgang nicht mögen. Sie trifft sich jetzt seltener mit ihnen, weil sie Wolfgang nicht mitbringen möchte. "Ich finde das total schade. Man könnte so viele schöne Sachen zusammen unternehmen, aber in so einer gespannten Stimmung macht das ja auch keinen Spaß. Zum Glück komme ich mit seinen Freunden gut klar - die treffe ich mittlerweile öfter als meine eigenen Freundinnen." So weit wie Sabine, sollte man es nicht kommen lassen. Ein klärendes Gespräch mit den Freunden kann viel bewirken. Oft ist es so, dass enge Freunde, ihre eigenen Beziehungswünsche auf den anderen projizieren und deshalb nach ihren eigenen Maßstäben urteilen. Die Freunde denken, weil sie in dieser Beziehung nicht glücklich wären, könnte es folglich auch kein anderer sein. In dem Falle, sollte man versuchen, ihnen klar zu machen, dass nur man selbst mit diesem Partner klar kommen muss. Wenn man Glück hat, geben die Freunde dem Partner eine neue Chance und versuchen ihn noch einmal ohne Vorurteile kennen zu lernen.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion