Lachen macht nicht nur glücklich und gesund, es lässt einen auch sympathischer auf seine Mitmenschen wirken. Unvorstellbar, dass lachen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nahezu verpönt war. Gerade bei Frauen war ein solches "Sich-gehen-lassen" ein Zeichen für Liederlichkeit. Zum Glück steht das Lachen heute in einem besseren Licht dar.

Worüber Menschen lachen

In einer Studie fand der Lachforscher und Psychologie-Professor Robert Provine heraus, dass die Menschen meist nicht lachen, weil etwas besonders witzig ist, sondern eher aus Gründen der Zusammengehörigkeit. Weniger als 20 Prozent der Lacher sind demnach "eine Reaktion auf etwas, das auch nur eine entfernte Ähnlichkeit mit Humor hatte", so der Experte. Vielmehr geht es beim Lachen um das soziale Moment. Denn Lachen fördert die Spielfreude, sorgt für einen insgesamt positiven emotionalen Grundton und führt zu einer entspannteren Stimmung innerhalb einer Gruppe. Aus diesem Grund wird zum Beispiel auch in peinlichen Situationen gelacht, um eine Blamage zu mindern oder um zu signalisieren, dass etwas nicht ernst gemeint war.

Der Witz an sich wurde schon oft von Forschern untersucht. Was zum Beispiel macht eine gute Pointe aus? Und was empfinden die Menschen generell als witzig? Untersuchungen zeigen, dass bei einer gezielten Pointe das Überraschend-Unerwartete das entscheidende ist. Je überraschender desto witziger. Beliebte Themen für Witze sind etwa Nachbarländer, Minderheiten und Dummheit - nicht umsonst gibt es so viele Ostfriesen-, Schwulen- oder Blondinenwitze. Das "Sich-über-etwas-lustig-machen" steht bei Witzen naturgemäß im Vordergrund. Die Soziolinguistin Helga Kothoff von der Universität Konstanz stellt fest, dass eigentlich kein Lachen unschuldig ist. In ihrer Untersuchungsreihe zeigte sich, dass die meisten Scherze persönliche Angriffe und Herausforderungen sind, die, wären sie ernst gemeint, verletzend wirken würden.

Warum lachen ansteckend ist

Egal ob man ein Foto von einem lachenden Menschen sieht oder ob man jemanden lauthals lachen hört - sofort ist man geneigt mitzulachen. Auch wenn man den Grund für das Lachen gar nicht kennt, lässt sich zumindest ein Lächeln oder Grinsen kaum unterdrücken. Britische Forscher konnten beweisen, dass allein das Lach-Geräusch ausreicht, um die Gesichtsmuskeln automatisch auf das Mitlachen vorzubereiten. Bestimmte Bereiche in der Hirnrinde sind für die Bewegungsabläufe des Körpers zuständig, so also auch für das Lachen. Hört man jemand anderen jubeln oder lachen werden diese Bewegungs-Regionen in der Hirnrinde aktiviert. Das Gehirn sendet eine Antwort auf den gehörten Jubel oder das Lachen, indem es diese positiven Emotionen widerspiegelt. Und das äußert der Körper bewegungstechnisch gesehen mit Lachen. Das Gehirn sendet also "Mitlach-Signale" an den Körper aus, die man höchstens bewusst und mit "Gewalt" unterdrücken kann.

Und genau dieser Zwang zum Mitlachen ist Fluch und Segen zugleich. Wird man zum Lachen verleitet kann das ja durchaus ein schönes und herzerfrischendes Gefühl sein. Leider passiert das allerdings auch immer wieder in Situationen, in denen ein Lachen gerade überhaupt nicht erwünscht ist. Nicht nur Schüler kennen das Gefühl, sich Ärger einzufangen, weil sie ein Lachen einfach nicht mehr unterdrücken können. Das Gefühl, in der falschen Situation lachen zu müssen, werden die Meisten noch gut kennen, auch wenn es in späteren Jahren nicht mehr so häufig ist wie vielleicht noch zu Schulzeiten.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion