1. Wenig im Kopf, gut im Bett

Diese Theorie ist eine der am weitest verbreiteten Sexmythen überhaupt. Wahrscheinlich beruht sie auf der Überlegung, dass Menschen, die sich generell weniger Gedanken machen auch beim Liebesspiel nicht so viele Blockaden im Kopf haben. Dies führe dann zu befreitem, losgelöstem und deshalb besonders gutem Sex.

Es wurde versucht, diesem Mythos wissenschaftlich beizukommen. Zu messen ist diese Behauptung jedoch schlecht: Lässt sich Intelligenz noch am IQ ablesen, wird es mit einer objektiven Bewertung, ob jemand "gut im Bett" ist schwierig - "gut" ist schließlich relativ. Am ehesten lässt sich hier eine Studie des Sexualwissenschaftlers Norbert Kluge heranziehen. Er untersuchte die Häufigkeit mit der junge Erwachsene Sex haben und setzte die Zahlen mit dem Schulabschluss, den der jeweilige Teilnehmer besitzt ins Verhältnis. Dabei ergab sich, dass am häufigsten die ehemaligen Realschüler Geschlechtsverkehr haben. 62,2 Prozent von ihnen haben mindestens einmal pro Woche Sex. Dicht gefolgt von den Akademikern, aus deren Reihen 59,9 Prozent die selbe Aussage machten. Auf dem dritten Platz liegen die ehemaligen Hauptschüler, von denen 37,6 Prozent mindestens einmal pro Woche Sex haben. Aus diesen Zahlen lässt sich natürlich nur die Quantität und nicht die Qualität des Geschlechtsverkehrs ablesen. Doch zumindest in diesem Punkt lässt sich die These nicht untermauern - sind die Akademiker zwar nicht auf Platz eins, haben sie jedoch weit besser abgeschnitten, als die ehemaligen Hauptschüler.

2. G-Punkt: Orgasmus auf Knopfdruck

1950 entdeckte Gynäkologe Ernst Gräfenberg zum ersten Mal den ominösen G-Punkt. Seitdem sind die Männer und Frauen dieser Welt auf der Suche nach dem einen Punkt, der der Frau bei Berührung einen sofortigen Orgasmus verspricht. Und weil dieses Versprechen so gut klingt, suchen die Meisten noch bis heute. Doch die Realität gibt dem Mythos Unrecht: Laut einer Studie empfinden bloß 8,4 Prozent der Frauen eine Stimulation an der beschriebenen Stelle als erregend. Einige gaben sogar an, Berührungen an diesem Punkt unangenehm zu finden. Und die meisten Frauen finden den sagenumwobenen G-Punkt noch nicht einmal. Wer ihn also bis heute nicht gefunden hat, sollte mit der Suche lieber aufhören und sich statt dessen anderen, zuverlässigeren Regionen widmen.

3. Auf die Länge kommt es an

In der Pubertät hat die Männerwelt oft ein Ziel: 20 Zentimeter. Und das ist ein ehrgeiziges Ziel, das viele auch nach der Pubertät gerne vorweisen würden. So ergab eine Umfrage, dass 25 Prozent der befragten Männer, ein bis zwei Zentimeter hinzuzudichten, wenn sie mit Freunden über ihre Penislänge sprechen. Vielen Männern ist die Länge ihres "besten Stücks" also sehr wichtig und so finden sich im Internet diverse Verlängerungs-Methoden. Sie reichen von der Idee des positiven Gedankens über Stretchkondome und Silikonspritzen bis hin zu unterschiedlichsten Operationsmethoden. Zu sehr sollte MANN sich allerdings nicht an den oft genannten 20 Zentimetern orientieren. Eine Umfrage von Pro Familia hat ergeben, dass der deutsche Durchschnittspenis in erigiertem Zustand "nur" 14,48 Zentimeter lang ist.

Wenn es nach den Frauen geht, spielt die Länge übrigens keine besonders große Rolle. Bei der Frage, was Frauen beim Sex am wichtigsten ist, findet sich die Penislänge erst ganz weit hinten in der Rangliste - gleich auf mit "Dirty Talk" und "Sex in der Öffentlichkeit".

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion