Die Taucheruhr ist etwas jünger als die Fliegeruhr: Erste Modelle wurden um 1930 hergestellt. Dabei ist nicht klar zu ermitteln, welche Taucheruhr als die erste angesehen werden sollte. In der Regel ist man der Meinung, dass es sich dabei um das Modell "Marine" von Omega handelt: Sie wurde 1932 auf den Markt gebracht und war damals schon zuverlässig wasserdicht. Für das Tauchen war sie eigentlich aber nicht konzipiert worden. Als sie bei einem Testversuch 1936 im Genfersee versenkt wurde und 73 Meter Tiefe aushielt, war ihr Ruf als erste Taucheruhr gefestigt. Die Wasserdichte wurde durch ein zusätzliches Gehäuse erreicht, das über das erste gestülpt werden konnte.

Kommerziell war das Modell aber nicht sonderlich erfolgreich, weil zum Aufziehen das zweite Gehäuse abgenommen werden musste, was recht unpraktisch gewesen ist. Heutzutage zeichnet sich vor allem die japanische Marke Citizen im Bereich Taucheruhren aus. Citizen ist heute der weltgrößte Uhrenhersteller überhaupt und war eine der ersten Firmen, die ein Tiefenmesser in die Armbanduhren integrierte.

Was muss eine Taucheruhr können?

In Deutschland ist der Begriff Taucheruhr an ganz bestimmte Kriterien gebunden, so dass sich nicht jedes Zeitmessgerät so nennen darf: Wasserdicht, klare Ablesbarkeit und vor allem Vorwahl einer Zeitspanne für den Tauchgang sind Kriterien, die erfüllt sein müssen. Gerade was Wasserdichte angeht, unterscheiden sich Billigprodukte sehr von wirklichen Sportgeräten: Eine Uhr, die zum professionellen Tauchen benutzt wird, muss in der Regel viel mehr Druck aushalten. Eine Druckfestigkeit von 20 bar sollte eine echte Taucheruhr schon aufweisen können. Wichtig für eine Taucheruhr ist eine drehbare Lünette: Sie hat die Funktion, den Startzeitpunkt des Tauchgangs zu markieren und bestimmt gleichzeitig das klassische Design einer Taucheruhr. Diese darf sich bei einer echten Taucheruhr nur gegen den Uhrzeigersinn verstellen lassen, denn allzuleicht könnte ansonsten die gewünschte Einstellung verloren gehen.

Die ursprüngliche Funktion der Taucheruhr war es, die Dekompressionszeiten ablesbar zu machen: Der Zeitraum, bei dem sich das Druckniveau verändert, muss beim Tauchen genau eingehalten werden. Die Aufgaben von Tiefenmesser und Dekompressionstabelle erledigt heute eigentlich immer ein für Einsätze unter Wasser hergestellter Computer, so dass es sich bei der Taucheruhr eher um Schmuck handelt. Dabei geht es um ein bestimmtes Image, das dem Träger einen sportlichen und dabei gleichzeitig eleganten Charakter verleihen soll. Die Taucheruhr ist zwar nicht ganz so populär wie die Fliegeruhr, hat aber nach wie vor sehr viele begeisterte Träger.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion