„Bochum, ich komm aus Dir!“ Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010

Das Ruhrgebiet: Schwarze Gesichter, Kohleabbau und rauchende Schornsteine. Auch heute noch ist das Image des Ruhrgebiets im Wesentlichen von diesen Bildern geprägt. Diese sind weiterhin in den Köpfen verhaftet, obwohl das Ruhrgebiet als einer der größten Ballungsräume Europas, nach Moskau und London, heute so viel mehr ausmacht.

Zum Ruhrgebiet als Teil vom Rhein-Ruhr-Gebiet gehören, erweitert neben den zentralen Städten Gelsenkirchen, Essen, Dortmund, Duisburg und Bochum, auch Bonn, Düsseldorf, Wuppertal und Köln bis hin zu Hamm. Das Ruhrgebiet liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und gilt als größtes Siedlungsgebiet Deutschlands.

Das Klischee vom Ruhrgebiet

Aus Filmen oder Serien und durch die Hervorhebung des Ruhrgebietsdialekts in der Comedy (Zum Beispiel bei Atze Schröder) kennt man den Ruhrgebietler als sympathischen, hart arbeitenden Menschen, der meist wenig gebildet, aber mit sonnigem Gemüt unter Tage fährt oder in seinem heißgeliebten Auto sitzt und durch das sogenannte ‚Revier‘ fährt. Kennzeichnend für das Ruhrgebiet sind des Weiteren die vielen Städte, die mehr oder weniger „aneinanderkleben“. Kaum hört die eine Stadt auf, fängt die neue Stadt auch schon an. Aber man muss sagen: Diese vielen kleinen Städte befruchten sich gegenseitig, erhöhen die Vielfalt und bieten nebenher auch noch ein äußerst dichtes Kultur-, Sport- und Naherholungsangebot.
Das Ruhrgebiet ist so viel mehr als nur rauchende Öfen: Es ist auch Kulturhauptstadt 2010, es ist voll von kreativen Menschen und neben einer großen Bebauung hat es auch ebenso viele Grün- und Weideflächen zu bieten. Die ehemals so prägende Schwerindustrie ist nicht mehr das Hauptmerkmal dieser Region und das muss es auch nicht mehr sein. Zur Kultur kommt aber durch die Geschichte des Ruhrgebiets ein besonderes individueller, charismatischer, weil industrieller, städtischer Charakter. Kultur und Industrie als Gegensätze, die gegenseitig das Beste aus sich herausholen, haben das Ruhrgebiet mit Essen, neben Istanbul und Pécs zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gemacht. Kurz: RUHR.2010 genannt.

RUHR.2010: Das Ruhrgebiet als Zentrum für Kultur und Kreativität

Zur Wahl der Kulturhauptstadt hat in Essen die Zeche Zollverein beigetragen. Sie war bis 1986 ein aktives Steinkohlebergwerk und fungiert heute zusammen mit der Kokerei Zollverein als Industriedenkmal und zählt seit 2001 sogar zum Weltkulturerbe der Unesco.
Das Ruhrgebiet, zu welchem sich im Wesentlichen das Gebiet entlang der Ruhr zählen kann, ist ein stark besiedelter Ballungsraum und bietet somit auch neuen Ideen und vielen, kreativen Menschen Heimat. Im kompletten Rhein-Ruhr-Gebiet leben über 10 Millionen Menschen und kommen sozusagen zusammen aus vielen unterschiedlichen Großstädten und trotz einer hohen Arbeitslosigkeit hat das Ruhrgebiet kulturell viel zu bieten. Jedes Jahr werden zwei Städte der Europäischen Union zur Kulturhauptstadt Europas benannt, um so die Größe und die Besonderheit von Kultur in Europa hervorzuheben und zu kommunizieren. Durch die Kulturstadt Europa sollte ein besonderes Verständnis der Europäer untereinander erzeugt werden und die jeweilige Region, so auch das Ruhrgebiet sollten mit ihren Besonderheiten und kulturellen Eigenschaften vorgestellt werden. Diesen Titel gibt es seit 1985 und er zeigt sich verantwortlich für zahlreiche kulturellen Veranstaltungen, die für Besucheransturm und besondere Presse für die jeweiligen Städte sorgen.
Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas soll auch vermitteln: Das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus vielen verschiedenen Kleinstädten, sondern ist auch eine Großstadt mit vielfältigem kulturellem Angebot. Das Ruhrgebiet eignet sich besonders als Reiseziel und ist nicht nur eine Fläche auf der einmal viel Kohle abgebaut wurde. So sollte auch das Bild des Ruhrgebiets nach außen gestärkt und verändert werden. Denn man muss festhalten: Es gibt nur noch fünf aktive Zechen, im Bergbau nur noch ca. 36.000 Beschäftigte, wohingegen in der Kreativwirtschaft bereits 40.000 Menschen arbeiten. Mit der Zeche Zollverein in Essen gibt es sogar ein Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt auf Design und Architektur. Das ehemalige Kesselhaus wurde von Norman Foster (Architekt, u.a. bekannt durch den Umbau des Berliner Reichtags und dem Neubau der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin) umgebaut und beherbergt das Design Zentrum Nordrhein Westfalen. So kann man sagen: Das Ruhrgebiet ist heute viel eher eine kreative Region für Kunst, Kultur und Dienstleistung, anstatt eine Region des Bergbaus. Wobei Bergbau und natürlich auch der Fußball immer ein wesentlicher Faktor für die Kulturregion Ruhrgebiet sein werden.

Das Ruhrgebiet als Ausflugsziel

Sicherlich für jeden interessant, der sich für Kultur und Geschichte interessiert: Ein Ausflug zur Zeche Zollverein in Essen. Anlässlich von RUHR.2010 erwartet Sie ein reichhaltiges Programm. Nicht nur Design-Freunde werden hier auf ihre Kosten kommen. Auf der Homepage der Zeche Zollverein können Sie sich über das aktuelle Programm und die Anreisemöglichkeiten informieren.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion

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