Dirndl und Bier – oder hat das Oktoberfest noch mehr zu bieten?

Das jährlich in München stattfindende Oktoberfest hat Fans auf der ganzen Welt und gehört zu den populärsten Volksfesten. Seit 1810 gibt es d’Wiesn, wie der Bayer zu sagen pflegt, die pro Jahr von bis zu sechs Millionen Menschen besucht werden. Speziell für die Wiesn brauen die heimischen Brauereien ein Bier.
Dieses hat durch mehr Stammwürze auch einen höheren Alkoholgehalt. Wer zum ersten Mal das Oktoberfest besucht, sollte sich vorher mit den dort herrschenden Bräuchen vertraut machen, um sich hier dann „fast“ als Einheimischer bewegen zu können. Das Oktoberfest fängt meist schon im September an und dauert sechzehn Tage, dieses Jahr geht es vom 20. September bis zum 5. Oktober 2014. Los geht’s, wenn der Münchner Oberbürgermeister am Morgen des ersten Tages ein Bierfass ansticht und den legendären Satz ausspricht: „O’zapft is!“ (auf Hochdeutsch: Es ist angezapft!)

Dirndl und Lederhose? Die richtige Kleidung fürs Oktoberfest

Für den Nicht-Bayern ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, dass Dirndl und Co keine Verkleidung, sondern traditionelle Trachten sind. Der Bayer könnte doch leicht pikiert reagieren, wenn man Vergleiche zum rheinischen Karneval anstellt. Viele fühlen sich berufen, extra für den Besuch der Wiesn ein Dirndl zu besorgen. Doch auch bei dem Kauf eines Dirndls ist es wichtig, vorher einiges zu beachten: Es gibt große Unterschiede in der Qualität und dem Aussehen der Trachten. Traditionell handgefertigte Dirndl können bis zu 700 Euro kosten, verständlich, dass nicht jeder bereit ist, für ein Wochenende auf dem Oktoberfest so viel Geld auszugeben. Doch leider sind Dirndl, die in Massenfertigung in China entstehen und ab fünfzig Euro zu haben sind, für einen echten Bayern schon aus weiter Entfernung als solche zu erkennen. Da empfiehlt es sich schon eher, zu einer Jeans ein Trachtenhemd anzuziehen. Traditionelle Dirndl reichen mindestens bis über das Knie und sind natürlich auf keinen Fall mit Turnschuhen zu kombinieren. Auch sollte man Abstand nehmen von T-Shirts mit der nur bedingt lustigen Aufschrift „I survived Oktoberfest“ oder seltsamen Bayernhüten, die auch Seppelmütze genannt werden, denn eindeutiger kann man sich nicht als Nicht-Bayer zu erkennen geben. Richtig gekleidet mit der Lederhose aus Bayern, geht es dann zum Feiern auf die Wiesn.

Dirndl – richtig flirten mit der Tracht auf dem Oktoberfest

Wer sich für das traditionelle Dirndl entscheidet, kann damit gleichzeitig signalisieren: Ich bin Single oder schon vergeben. Da heißt es aufgepasst, auf welcher Seite Frau die Schürze bindet: Befindet sich die Schleife auf der rechten Seite, bedeutet das, diese Frau ist bereits vergeben. Ein eindeutiges Signal für Männer, sich beim Flirten zurückzuhalten. Doch wenn einem Mann eine Frau auf der Wiesn begegnet, die ihre Dirndlschürze auf der linken Seite gebunden hat, ist das Flirten erlaubt. Auf dem Oktoberfest heißt das Flirten übrigens ganz liebevoll: Anbandeln. Dank der gelösten Stimmung lässt es sich auf der Wiesn recht gut anbandeln. Wer der Dame seines Herzens eine süße Liebeserklärung machen möchte, landet sicher mit einem der zahlreichen Lebkuchenherzen einen Treffer. Wie wäre es etwa mit dem charmanten Schriftzug „Spazl“, da muss Mann sich nicht mehr wortreich erklären.

Bier in großen Mengen

Wer das erste Mal das Oktoberfest besucht und sich eine Maß Bier bestellt, wird vielleicht erschrocken sein über die Menge, denn nun heißt es, einen Liter Bier zu trinken. Neben den relativ hohen Preisen von über acht Euro für eine Maß, ist auch Folgendes noch zu beachten: Der bereits erwähnte höhere Alkoholgehalt bedeutet, dass das Bier sechs Prozent Alkohol enthält, was zum Beispiel für Kölschtrinker mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig ist. Also sollte man besser vorsichtig sein und sich nicht einbilden, man könnte mit einem Bayern in Sachen Alkoholmenge mithalten, nicht von ungefähr zählt das Bier in Bayern laut Verfassung als Grundnahrungsmittel. Und um Spaß zu haben, braucht man wohl keinen Alkohol.

Musik und gute Stimmung

Nicht nur auf den zahlreichen Fahrgeschäften ist gute Stimmung, sondern vor allem in den Bierzelten geht es ausgelassen zu. Blaskapellen spielen Live-Musik zu der mitgesungen und getanzt wird. Zum richtigen Tanzen ist natürlich nicht viel Platz, also legt man die Arme um den Sitznachbarn und schunkelt zur Musik. Gerne steigt man dazu auch auf die Bierbänke, was auch erlaubt ist. Doch weiter sollte man trotz aller Ausgelassenheit nicht gehen, denn die Biertische sind tabu und schnell wird man von anwesenden Ordnern darauf aufmerksam gemacht.

Musikalisch geht es von traditionellen Liedern über Evergreens, wie etwa YMCA bis hin zu DJ Ötzi, dabei ist es natürlich von Vorteil, wenn man textsicher mitträllern kann.

Andere Attraktionen auf dem Oktoberfest

Neben den Festzelten spielt sich das Leben überwiegend auf den Fahrgeschäften ab. Insgesamt gibt es 200 Schaustellerbetriebe auf dem Oktoberfest, 80 davon Fahrgeschäfte und zum Teil sind die Schaustellerfamilien schon seit hundert Jahren dabei. Die bekannteste und weithin sichtbare Attraktion ist das Riesenrad, das es schon seit 1880 gibt. Mittlerweile kann man sich bei einer Fahrt mit dem Riesenrad in 48 Metern Höhe einen schönen Überblick über die Wiesn verschaffen. Neben diesen traditionellen Fahrgeschäften kommen auch immer wieder neue dazu, das spektakulärste ist die weltweit größte mobile Achterbahn, mit dem Namen Olympia Looping.

Viel Spaß also auf dem Oktoberfest!

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion

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