Holzkohlegrill – Die (Wieder-) Entdeckung des Feuers

Die Entdeckung des Feuers gehört zu den wichtigsten Schritten in der Menschheitsgeschichte. Als die Menschen das Feuer-machen beherrschten, nutzten sie es nicht nur als Licht- und Wärmequelle, sondern auch für die Nahrungszubereitung. Mit dem Holzkohlegrill hat sich das bis heute nicht geändert.

Vielleicht ist das Grillen mit dem Holzkohlegrill auch deshalb die wohl beliebteste Art zu grillen. Bei Campern verstärkt sich dieses Urzeit-Gefühl sogar noch, wenn sie, wie vor langer Zeit, dem Nomaden-Leben frönen. Kaum ist das Zelt aufgeschlagen oder der Wohnwagen richtig platziert, brennt auch schon das Feuer. Ist man unterwegs, eignet sich der Holzkohlegrill am besten, denn im Gegensatz zum Kontaktgrill ist er auf keine Stromquelle angewiesen. Die Holzkohle ist, im Gegensatz zur schweren Propanflasche bei Gasgrills, leicht mitzunehmen. Für Naturfreunde und Romantiker ist der Holzkohlegrill also fast unverzichtbar.

Vorsicht mit dem Holzkohlegrill

In der modernen zivilisierten Welt gibt es jedoch Aspekte, die den Holzkohlegrill eher ins negative Licht rücken. Jenseits der freien Natur ist das Grillen mit Holzkohle ein häufiger Grund für Nachbarschaftsstreit. Dieser endet nicht selten vor Gericht. In Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ist das Grillen nach den Landesimmissionsschutzgesetzen zum Beispiel verboten, wenn Nachbarn durch das Eindringen von Rauch in deren Wohnungen erheblich belästigt werden. In den anderen Bundesländern existiert zwar keine klare Regelung, doch in Mehrfamilienhäusern gibt es häufig Verbote durch die Hausordnung.
Ein anderer Aspekt ist die Gesundheit: Beim Holzkohlegrill gehen gesundheitsschädliche Stoffe aus der Glut und dem hinein tropfenden Fett ins Grillgut über. Die sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe gelten als krebserregend. Auch Grillunfälle ereignen sich besonders im Zusammenhang mit dem Holzkohlegrill. Aufgrund von Unvorsichtigkeit oder reichlichem Alkoholgenusses, kommt es vor allem durch die Verwendung von Brandbeschleunigern häufig zu Unfällen. In Deutschland sind es jährlich bis zu 4000 Grillunfälle mit meist schweren Verbrennungen. Beim falschen Umgang mit Brandbeschleunigern wie Benzin oder Spiritus können meterhohe Stichflammen entstehen. Daher sollte auf flüssige Grillanzünder verzichtet werden und stattdessen lieber auf elektrische Grillanzünder oder Anzünder in fester Form zurückgegriffen werden.
Trotz dieser Aspekte soll hier die Laune auf den Holzkohlegrill nicht verdorben werden. Den Nachbarn und der Gesundheit zuliebe, sollte jedoch Rücksicht genommen und hin und wieder auf alternative Grillmöglichkeiten zurückgegriffen werden.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

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