Mal was anderes – Insekten als Haustiere

„Igitt!“ oder „Faszinierend!“ – es gibt eigentlich nur zwei Reaktionen auf krabbelige Tierchen mit mehr als vier Beinen. Solange der Marienkäfer im Garten friedlich seine Fühler in die Sonne streckt, scheint die Welt in Ordnung zu sein.

Auch Bienen sind gern gesehen. Wehe aber Mehlkäfer oder Schabe huschen durch die Vorratskammer!

Schaben – die neuen Freunde

Wieso aber holt man sich Insekten freiwillig ins Haus? Elke G. aus Hamburg sieht das Thema Insekten gelassen. Seitdem ihre Tochter Maren Schaben (genauer gesagt: Madagaskar-Fauchschaben) ins Haus geholt hat, betrachtet sie die neuen Mitbewohner mit wachsendem Interesse. „Lange gab es Diskussionen“, sagt Elke und seufzt. „Anfangs war ich völlig dagegen“. Tochter Maren musste versprechen, dass die Schaben sicher verwahrt bleiben. Als das Terrarium schließlich in Marens Zimmer landete, schlich sich Elke öfters mal zu den neuen Haustieren. „Eigentlich sind sie gar nicht uninteressant“, bekennt die 48-jährige Mutter heute.
Mittlerweile weiß sie erstaunlich viel über die quirligen Tiere. Etwa sieben Zentimeter ist solch eine Schabe groß. Fauchschaben werden bis zu drei Jahre alt. Sie sind Allesfresser und futtern auch schnell mal die Hälfte ihres Körpergewichts weg. Ihr Terrarium sollte einem kleinen Regenwald nachempfunden sein, da sie Wärme und Feuchtigkeit lieben. Nicht umsonst waren viele Insekten in wärmeren Erdzeitaltern so groß wie Kanaldeckel oder ausgewachsene Menschenarme.

Gute Gründe für Insekten

Welche Gründe gibt es, sich für Schabe, Heuschrecke und Co. zu entscheiden? Zunächst einmal der Wunsch nach einem exotischen Haustier, das nicht jeder sein Eigen nennt. Insekten sind zudem günstig in der Haltung. Sie fressen wenig und die Kosten für den Tierarzt fallen meist weg. An einer tiergerechten Ausstattung darf allerdings nicht gespart werden. Ein großes Terrarium sollte es schon sein. Auch müssen die „Wohnbedingungen“ für die kleinen Haustiere stimmen. Einstreu und auch die Temperatur müssen den Tieren angepasst sein. Was die Insekten zum Wohlfühlen brauchen, steht in Tierbüchern. Zoohändler können fachkundigen Rat geben. Im Internet gibt es außerdem Tipps zur Tierhaltung.

Mehr Insekten als Säugetiere

Welches Insekt darf es denn sein? Beliebte Haustiere sind Heuschrecken wie Stabschrecken und Gespenstschrecken. Gottesanbeterinnen sehen anmutig aus. Kampfkünstler versuchen sogar, ihre Körperhaltung zu imitieren. Auch die Wandelnden Blätter machen ihrem Namen Ehre. Zum Suchspiel wird es, diese Heuschrecken im „begrünten“ Terrarium zu suchen. Und wie wäre es mit Schaben? Neben den Fauchschaben sind auch Totenkopfschaben oder Argentinische Waldschaben als Terrariumsbewohner geeignet. Auch die Haltung von Mehlwürmern ist beliebt. Solange sie separat gezüchtet werden und sich nicht durch Brot und Nudeln fressen! Sie enden jedoch meist als Lebendfutter für Vögel, Echsen und Nagetiere oder als Angel-Köder.
Elke steht mal wieder vor dem Terrarium und legt ein Stück Kartoffel hinein. „Ich hätte nie gedacht, dass mir die Schaben ans Herz wachsen würden“, sagt sie und ergänzt schnell: „Echsen und so kommen mir aber nicht ins Haus!“ Vielleicht, weil Heuschrecken und Co zu deren Leibspeisen gehören?

Autorin: Birgit Hertwig, Platinnetz-Redaktion

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